Authentisch und einzigartig: Kuba

14.04.2017 • 07:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die USA und Kuba haben sich angenähert. Doch die Kubaner trauen dem Frieden nicht.

reise. (srt/Mona Contzen) In dem nachtblauen Chevrolet, Baujahr irgendwann in den 50er-Jahren, der quietschend durch die Straßen von Havanna wackelt, baumelt der Duftbaum mit den „Stars and Stripes“ gleich neben der kleinen Kubafahne. Ein Sinnbild für die Annäherung, die sich während der Regierungszeit von Barack Obama zwischen den USA und der kommunistischen Karibikinsel vollzog. Man sollte meinen, dass sich die gebeutelten Kubaner über die Devisen freuen, die amerikanische Touristen ins Land bringen. Doch die Kubaner sind vor allem eines: skeptisch.

Teresa lehnt an ihrer Theke in der Küche. „Die Wirtschaftslage ist sehr schlecht“, sagt sie und hebt sorgenvoll die Augenbrauen. Seit sechs Jahren hat die Mittvierzigerin eine Lizenz, um in ihrer ­Wohnung in Havanna ein Zimmer an Touristen zu vermieten. Wenn Gäste da sind, schneidet sie frisches Obst fürs Frühstück und harrt ansonsten vor dem Ventilator auf dem Sofa aus. Der Tourismus ist eine lukrative Branche, die ein Einkommen weit über dem kubanischen Durchschnitt von 20 bis 30 Euro im Monat verspricht. „Aber es geht auf und ab, mal kommen viele Touristen, dann wieder weniger“, sagt die Wirtin, die die Insel noch nie verlassen hat. Obwohl Raúl Castro vieles im Land gelockert hat – die Reisefreiheit, der Besitz von Handys und Computern und der Handel mit Immobilien und Autos – arbeitet inzwischen auch rund eine halbe Million Kubaner auf eigene Rechnung. Doch Teresa traut dem sprichwörtlichen Braten nicht. „Wenn die Amerikaner kommen, dann werden vor allem die Hotels überfüllt sein“, sagt sie. Dass die im Gegensatz zu den Privatunterkünften staatlich betrieben sind, sagt sie nicht.

Ein typisches Schaufenster in Havanna zeigt eine schlichte Mikrowelle, vielleicht noch einen Mixer und ein paar gerahmte Bilder. Im Supermarkt beschränkt sich das Angebot auf eine Brot-, eine Fleisch- und eine Getränketheke, mit etwas Glück gibt es noch eine dürftig bestückte Drogerieabteilung. Während die Warenhäuser aus den 50er-Jahren, die alten Kinos und tollen Oldtimer bei Touristen nostalgische Gefühle aufkommen lassen, zeigt das Wirtschafts- und Handelsembargo der Amerikaner im kubanischen Alltag seine Wirkung – das müssen auch Silvano und Claribel täglich am eigenen Leib erfahren. Das italienisch-kubanische Pärchen betreibt in der Kolonialstadt Trinidad einen kleinen Imbiss. Mehl müssen sie manchmal für viel Geld aus Havanna kommen lassen und Käse sei an einigen