Farbenfroh und angesagt

15.03.2019 • 09:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

In Marrakesch kann man dem kalten Grau des europäischen Winter entfliehen.

Nur drei Stunden Flug trennen Memmingen von Marrakesch im Herzen von Marokko und doch liegen Welten zwischen den Ländern. Während hier noch Grau und Weiß die Landschaft dominieren, erstrahlt die angesagte Metropole in bunten Farben.

Der Duft nach Zimt, Weihrauch und Gegrilltem liegt in der Luft, als wir uns am ersten Morgen vom Riad auf den Weg ins Zentrum machen. Die Wegbeschreibung zum berühmten Djemaa el Fna, dem Hauptplatz, an dem sich in Marrakesch alle orientieren, sagen wir dabei immer wieder vor uns hin. Sich in den verwinkelten Gassen der autofreien Medina, wie die Altstadt innerhalb der Stadtmauern genannt wird, zurechtzufinden, scheint beim ersten Blick auf den Stadtplan beinahe unmöglich. Die ockerfarbenen Gebäude geben nur wenige Anhaltspunkte, aber in der Früh sind die Gassen noch ruhig und so können wir uns mithilfe der Beschreibung unserer Gastgeberin ganz gut orientieren. Je näher wir dem „großen Platz“, wie er hier überall genannt wird, kommen, desto lebendiger wird es auf den Straßen. Zwischen den Menschen drängen sich nun Eselkarren, Mopeds und Fahrräder in teils halsbrecherischem Tempo durch die Gassen, während am Rand Brot gebacken und alles Mögliche verkauft wird.

Minztee, Henna und Schlangen

Der Djemaa el Fna ist das Herz Marrakeschs. Meterhoch türmt sich hier die frische Minze, die für Tee verkauft wird, an den Ständen. Ein paar Meter weiter ringen Saftverkäufer um Aufmerksamkeit und pressen für Touristen auf Bestellung verschiedenste Früchte aus. Verkaufstüchtige Frauen wedeln mit Fotoalben, in denen sie ihre Kunstwerke aus Henna präsentieren, die sie Interessierten (und auch allen anderen) für ein paar Euro auf die Haut malen. „Für gutes Leben und viele Kinder“, verspricht mir eine von ihnen dabei und packt dann auch schon meine Hand, um sie mit der braun-roten Farbe zu verzieren. Nach ein paar Strichen schaffe ich es gerade noch, mich dem Kindersegen zu entziehen und das Weite zu suchen. Wer in Marrakesch ist, muss schnell lernen, auch Nein zu sagen, denn natürlich möchte jeder sein Geschäft aus den vielen Touristen ziehen.

Nicht vom sogenannten „Gauklerplatz“ wegzudenken sind auch die berühmten Schlangenbeschwörer, die sich und ihre Tiere für Geld gerne fotografieren lassen. Dass den Reptilien dafür die Zähne gezogen oder die Giftdrüsen entfernt werden, sollte allerdings jedem Touristen bewusst sein und auch die Affen, die an der Leine für Fotos posieren, gehören zu den weniger schönen Anblicken, die Marrakesch zu bieten hat.

Buntes Markttreiben

Gleich neben dem Platz beginnt der Souk, also der riesige Markt, auf dem wirklich alles angeboten wird, was das Herz begehrt. Hier kann man sich wunderbar verirren und mindestens einen Tag lang durch die verwinkelten Gassen streifen, in denen Ledertaschen, Gewürze, Töpfereien, Lampenschirme, Körbe und vieles mehr angeboten werden. Irgendwann wird uns auch klar, dass schlussendlich jeder Weg wieder zurück zum großen Platz führt oder sich im Zweifel bestimmt ein hilfsbereiter Einheimischer findet, der den Weg weist. Gegen Geld versteht sich. Überall findet man hier auch angesagte Cafés und trendige Restaurants, in denen man Pause machen und das bunte Treiben auf sich wirken lassen kann. Touristen aus aller Welt fotografieren sich im warmen Sonnenlicht vor den leuchtenden Farben der Fliesen, um die Bilder dann schnell auf Instagram, Pinterest und Facebook

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