Reise / 13.12.2019 • 11:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wer etwas mehr Komfort möchte, reist im großen Motorboot statt im Einbaum. Das Tempo ändert sich allerdings kaum. Beate Rhomberg
Wer etwas mehr Komfort möchte, reist im großen Motorboot statt im Einbaum. Das Tempo ändert sich allerdings kaum. Beate Rhomberg

Regentropfen, die vom Himmel fallen, und der Wind, der beinahe unser Zelt wegbläst. Statt romantischem Abend am Lagerfeuer verkriechen wir uns also im Zelt und lauschen den Regentropfen, die von der Decke auf uns herabfallen, denn auch die Ausrüstung ist wohl nicht so richtig auf Regen abgestimmt. Es ist eine unbequeme Nacht, etwas anders als wir uns das vorgestellt haben, aber der Sonnenaufgang am nächsten Morgen und das leckere Frühstück entschädigen für vieles. Und so verbringen wir einen weiteren Tag auf dem Fluss, lassen die wunderschöne Landschaft auf uns wirken und lernen von Jonnyh die wichtigsten Wörter auf Malagasy, um uns auf die nächsten Wochen unserer Reise, die gerade erst begonnen hat, vorzubereiten. Eines aber wissen wir jetzt schon: Die Menschen auf Madagaskar sind trotz Armut unglaublich gastfreundlich und herzlich. Einmal mehr dürfen wir das bei einem Zwischenstopp in einem der kleinen Dörfer erleben. Während uns die Erwachsenen neugierig begrüßen, freuen sich die Kinder über Fotos, die sie dann anschließend direkt auf der Kamera bewundern können. Trotzdem bereuen wir, auf der Fahrt nichts für die Kinder mitgebracht zu haben, denn besonders Schulhefte und Stifte (am besten natürlich vor Ort gekauft) sind hier auf dem Land Mangelware.

Ankunft in Belo sur Tsiribinha

Und so geht auch der zweite Tag zu Ende, wir bauen unser Zelt diesmal ohne Regen auf einer Sandbank auf und laden die Familie, die hier lebt und uns freundlich begrüßt, zum Essen ein. Nach zwei Stunden Fahrt am nächsten Tag ist es dann auch schon Zeit, Abschied zu nehmen. Während wir in Belo sur Tsiribinha schon von unserem Fahrer Tina mit dem Allrad erwartet werden, müssen Manansara und Richard wieder flussaufwärts nach Hause paddeln. Den Einbaum auf einem Motorboot transportieren zu lassen, würde zu viel kosten, sagen sie. Für uns geht die Fahrt nach diesem ganz speziellen und entschleunigenden Erlebnis hingegen weiter nach Bekopaka, dem Tor zum Nationalpark Tsingy de Bemaraha, einem der spektakulärsten Naturwunder Madagaskars.