Reise / 14.01.2022 • 11:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Schon früh am Morgen läutet der Wecker. Noch schlaftrunken sitzen wir im Geländewagen. Das ändert sich, als der Fahrer nach kurzer Zeit am Straßenrand neben dem 34 Quadratkilometer großen Udawalawe-Stausee stoppt. Genüsslich grast am Ufer ein Dickhäuter mit Hilfe seines Rüssels, lediglich durch einen Elektrozaun vom Japan-Jeep getrennt. Prompt klicken die Kameras. Die langgezogen-durchdringenden „Minhao“-Schreie der Pfauen begleiten die Einfahrt in den Nationalpark. Überall sitzen die prächtigen Vögel mit ihren bis zu 1,50 Meter langen Schwanzfedern in den Bäumen. Am Boden fährt ein balzendes Männchen sein Federkleid zum Rad aus. Doch schon kreuzt eine Elefantenmutter mit ihrem Baby die Piste. Die Herzen schlagen höher, wieder klicken die Kameras heftig. Dann passiert gefühlt lange nichts, doch wer genau beobachtet, der sieht weiß­gepunktete Axishirsche unter einem Baum. Aus einem anderen Baum lassen Ceylon-Hutaffen ihre langen Schwänze hängen. Geier und Haubenadler halten nach Beute Ausschau, Blauschwanzspinte und ein Eisvogel sitzen auf Zweigen. Wo der Chauffeur Elefanten an der Tränke zum Bad erwartet, tummeln sich Wasserbüffel und Reiher. Mit schwarzem Schnabel und langen roten Beinen stakst ein Stelzenläufer vorbei. Bevor sich Enttäuschung breit macht, erscheint dann doch ein Elefantenrudel zwischen den Bäumen.

Auswilderungsstation

Teil des Nationalparks ist seit 1995 eine Auswilderungsstation für Elefantenwaisen, die über 100-mal erfolgreich war. Im Gegensatz zum als Touristenspektakel in Verruf geratenen Elefantenwaisenhaus Pinnawela leistet das „Elephant Transit Home“ (ETH) einen wichtigen Beitrag zum Wildtierschutz. Seit dem 19. Jahrhundert hat sich die Zahl der einst 12.000 Wildelefanten auf Sri Lanka bestenfalls halbiert, Tierschützer fürchten sogar: gedrittelt. Durch das Aufpäppeln verstoßener, in Ställen aufgefundener Waisen und solcher, deren Muttertiere dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen sind, steuert das ETH gegen.

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