Kommentar: Im Fußball kommt alles zurück
Jetzt ist also die Thematik des „streikenden Fußballers“ auch im Ländle angekommen. Waren es vor vielen Jahren klingende Namen wie Ousmane Dembélé (weigerte sich, weiter für Borussia Dortmund zu spielen) oder Sadio Mané, der sich just kurz vor dem Champions-League-Qualifikationsspiel mit RB Salzburg (mit Adi Hütter als Trainer) bei Malmö FF entschied, die Reise nicht anzutreten, heißt jener in Altach nun Yann Massombo.
Es braucht anscheinend nicht mehr viel, um dem Verein, bei dem man noch einen laufenden Vertrag bis 2027 hat, den Rücken zuzukehren. Wohl nur einen kurzen Anruf des ehemaligen Trainers Fabio Ingolitsch, ausgerechnet Coach der gegnerischen Mannschaft – und schon ist es vorbei mit der „Liebe“ zum aktuellen Klub.
Wer jetzt aber mit der Moralkeule kommt, hat die Zeichen der Zeit verschlafen. Nichts regiert den Fußball mehr als der schnöde Mammon. Und das nicht erst seit diesem Sommer. Dennoch: Die Causa Massombo/Ingolitsch/SCR Altach zeigt glasklar auf, mit welchen Bandagen handelnde Personen mittlerweile auch in Österreich bereit sind zu kämpfen.
Mir ist allerdings unverständlich, dass man den Abwerbeversuch bei Massombo vonseiten Ingolitschs nicht anders angegangen ist, zumal die Deals zwischen dem SCRA und dem SK Sturm im Jahr 2026 viele Sieger hervorgebracht haben. Finanziell wie sportlich.
Sturms Trainer hat diesmal eindeutig eine Linie überschritten und gezeigt, dass der im Fußball so oft angepriesene Respekt gegenüber Konkurrenten nicht existent ist. Bedenklich, denn es war der SCR Altach, der ihm überhaupt die Chance in der Bundesliga gab. Aber wenn ich eines aus meiner Zeit im Fußball weiß: Es kommt alles zurück.
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