Niederösterreich bleibt ein tiefschwarzes Land

Spezial / 03.03.2013 • 22:27 Uhr
Führt sein Team in NÖ auf Platz drei: Frank Stronach. Foto: APA
Führt sein Team in NÖ auf Platz drei: Frank Stronach. Foto: APA

Wien, St. Pölten. (VN) „Sensationell“, freute sich Landeshauptmann Erwin Pröll über das Ergebnis der Landtagswahl in Niederösterreich: Seine Partei musste zwar Verluste hinnehmen, konnte die absolute Stimmenmehrheit mit etwas mehr als 50 Prozent aber halten. Bundesparteichef Michael Spindelegger freute sich mit; er sieht im ­Erfolg eine Vorlage für die Nationalratswahl.

Im Gegensatz zu ihren Genossen in Kärnten hatten die Sozialdemokraten in Niederösterreich gar keinen Grund zum Feiern: Mit Spitzenkandidat Sepp Leitner setzte es eine weitere Niederlage, die Partei konnte nicht einmal mehr jeden vierten Wähler ansprechen.

Überraschend drittstärkste Kraft wurde Frank Stronach: Er trat selbst als Spitzenkandidat seines Teams an und errang knapp zehn Prozent. Zwar bedeutet das den Einzug in Landtag und Landesregierung, ein Mandat will Stronach aber nicht annehmen; er will sich auf die ­Nationalratswahl im Herbst konzentrieren.

Die Grünen konnten leicht zulegen, die Freiheitlichen mussten dagegen deutlichere Verluste hinnehmen.

Nicht besonders erfreulich, aber auch nicht überraschend. Mit Verlusten war zu rechnen, aber dass es so dramatisch wird, war unerwartet. Das war die Rechnung für eine Politik, die sich selbst bedient hat. Es sind beide Wahlen länderspezifisch zu sehen. Aber Stronach ist auch bei der Bundeswahl ernst zu nehmen. Dieter Egger, FPÖ
Nicht besonders erfreulich, aber auch nicht überraschend. Mit Verlusten war zu rechnen, aber dass es so dramatisch wird, war unerwartet. Das war die Rechnung für eine Politik, die sich selbst bedient hat. Es sind beide Wahlen länderspezifisch zu sehen. Aber Stronach ist auch bei der Bundeswahl ernst zu nehmen.
Dieter Egger, FPÖ
In Kärnten war es fulminant, ich freue mich sehr für den Rolf Holub. Er hat unglaublich hartnäckig aufgedeckt und wurde dafür belohnt. Er war es, der Schluss mit dem FPK-Spuk gemacht hat. In Niederösterreich ist ein Prozent plus in Ordnung, angesichts des Pröll’schen Materialeinsatzes. Stronach wird im Nationalrat sein.  Johannes Rauch, Grüne
In Kärnten war es fulminant, ich freue mich sehr für den Rolf Holub. Er hat unglaublich hartnäckig aufgedeckt und wurde dafür belohnt. Er war es, der Schluss mit dem FPK-Spuk gemacht hat. In Niederösterreich ist ein Prozent plus in Ordnung, angesichts des Pröll’schen Materialeinsatzes. Stronach wird im Nationalrat sein.
Johannes Rauch, Grüne
Ein historischer Wahlsonntag für die SPÖ – zum ersten Mal seit 1945 hat die SPÖ in fünf von neun Bundesländern jetzt den Landeshauptmann. Gratulation an Peter Kaiser und sein Team! Die Absolute für Pröll in Niederösterreich war zu erwarten, er soll ja laut Insidern zehn Millionen Euro in den Wahlkampf investiert haben.  Michael Ritsch, SPÖ
Ein historischer Wahlsonntag für die SPÖ – zum ersten Mal seit 1945 hat die SPÖ in fünf von neun Bundesländern jetzt den Landeshauptmann. Gratulation an Peter Kaiser und sein Team! Die Absolute für Pröll in Niederösterreich war zu erwarten, er soll ja laut Insidern zehn Millionen Euro in den Wahlkampf investiert haben.
Michael Ritsch, SPÖ
In beiden Ländern sind wir jetzt im Landtag und in der Landesregierung. Die Ziele, die von den Kollegen ausgegeben worden sind – jeweils zehn Prozent – sind erreicht worden. Obwohl beide Wahlen länderspezifisch zu sehen sind, hoffe ich auf Rückenwind für uns. Wir wollen auch in Vorarlberg in den Landtag. Das ist Ziel.Hermann Rabitsch, Stronach
In beiden Ländern sind wir jetzt im Landtag und in der Landesregierung. Die Ziele, die von den Kollegen ausgegeben worden sind – jeweils zehn Prozent – sind erreicht worden. Obwohl beide Wahlen länderspezifisch zu sehen sind, hoffe ich auf Rückenwind für uns. Wir wollen auch in Vorarlberg in den Landtag. Das ist Ziel.
Hermann Rabitsch, Stronach
Erwin Pröll freute sich mit Gattin Elisabeth. Foto: EPA
Erwin Pröll freute sich mit Gattin Elisabeth. Foto: EPA
Es ist ein erfreuliches Ergebnis, besonders in Niederösterreich. Ich gratuliere Erwin Pröll! Es ist möglich, auch absolute Mehrheiten zu erreichen. Das gibt Rückenwind im Superwahljahr. Auch in Kärnten hat die ÖVP gut abgeschnitten, dort gab es insgesamt ein politisches Erdbeben. Stronach ist ein ernst zu nehmender Faktor. LH Markus Wallner, ÖVP
Es ist ein erfreuliches Ergebnis, besonders in Niederösterreich. Ich gratuliere Erwin Pröll! Es ist möglich, auch absolute Mehrheiten zu erreichen. Das gibt Rückenwind im Superwahljahr. Auch in Kärnten hat die ÖVP gut abgeschnitten, dort gab es insgesamt ein politisches Erdbeben. Stronach ist ein ernst zu nehmender Faktor.
LH Markus Wallner, ÖVP

Umfrage. Das sagen die Vorarlberger Politiker zu den Ergebnissen ihrer Parteien in Kärnten und in Niederösterreich

Wie NÖ gewählt hat

Ergebnis ohne Briefwahl und Wahlkarten aus fremden Wahlkreisen

ÖVP: 50,8 Prozent (minus 3,6)

SPÖ: 21,6 Prozent (minus 3,9)

Stronach: 9,8 Prozent (plus 9,8)

FPÖ: 8,2 Prozent (minus 2,3)

Grüne: 8,0 Prozent (plus 1,1)

Quelle: Land NÖ