„Messe ist Spiegel und nicht Motor der Wirtschaft“

Spezial / 04.04.2013 • 19:34 Uhr
Halle 1. Vier Mal am Tag (10.30, 12.30, 14.30 und 16.30 Uhr) präsentieren die Models der Team Agentur die neuesten Trends in Sachen Mode. Fotos: VN/Steurer, Paulitsch
Halle 1. Vier Mal am Tag (10.30, 12.30, 14.30 und 16.30 Uhr) präsentieren die Models der Team Agentur die neuesten Trends in Sachen Mode. Fotos: VN/Steurer, Paulitsch

Dietmar Stefani versucht die Messe zukunftsfit zu machen. Kann das gelingen?

Dornbirn. (VN-sca) Wohin steuert die Dornbirner Messe? Gelingt es Geschäftsführer Dietmar Stefani und seinem Team, ein schlüssiges Konzept für den Ausstellungsbetrieb umzusetzen? Die VN stellten diese Fragen im Vorfeld der Messe und sprachen zur Eröffnung mit Geschäftsführer Dietmar Stefani, der seit 2010 am Steuer des Traditionsunternehmens steht.

Herr Stefani, ist die Dornbirner Messe ein Zukunftsmodell oder gibt es keine weitere Entwicklung für den Messestandort?

Stefani: Wir haben uns mit Beginn des Strategieprozesses 2010 die Fragen nach Sinn und Zukunftsfähigkeit gestellt. Was hat das überhaupt für einen Sinn, und wenn es Sinn hat, was soll die Messe tun? Und haben wir dafür die richtige Größe? 2011 haben wir die Antworten gehabt und mit den Aktionären abgestimmt.

Was war das Ergebnis? Zu welchem Schluss sind Sie und der Aufsichtsrat gekommen?

Stefani: Wir wollen einen Messeplatz in Vorarlberg, weil das einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen hat, der Standort ist Dornbirn und die Größe ist die, die wir haben. Wir wollen nicht wachsen, was die Fläche betrifft. Danach ging es ab 2012 darum, welche Bereiche wir bespielen. Der Messemarkt ist mehrschichtig. Es gibt die Eigenveranstaltungen und die Fremdveranstaltungen. Wir haben die Eigenveranstaltungen sondiert und aufgeteilt in – einfach gesagt – Fachmessen und Publikumsmessen. Eine Fachmesse ist die Intertech, alles andere, was wir haben, sind Publikumsmessen, und dann gibt es Special-Interest-Messen. Die Flaggschiffe Frühjahrs- und Herbstmesse haben wir stabilisiert. Wir haben begonnen, den Wollknäuel zu entwirren, und haben Themenbereiche geschaffen. Das ist uns schneller gelungen, als wir dachten. Wir haben die anderen Messen angeschaut, ob sie tragfähig sind oder nicht, z. B. die Art Bodensee. Die hat einen Relaunch bekommen und ist stabilisiert. Ein neues Format ist die Gustav, die in der Konzeption einzigartig ist und auf sehr viel Interesse gestoßen ist. Und dann gibt es den Bereich Gastfachmessen, der sehr interessant ist. Da gibt es einige, die wir nach Vorarlberg holen können, weil Vorarlberg ein sehr interessanter Standort ist.

Und wie lassen sich die Ergebnisse umsetzen? Wo ist die Messe heute?

Stefani: Wir können eine gesteigerte Nachfrage verzeichnen, die neuen Produkte erfüllen unsere Erwartungen. Das muss man natürlich beobachten. Nicht jedes Produkt wird ein Renner. Wenn etwas nicht läuft, dann hören wir damit auf. Wir haben auch damit aufgehört, den Messeerfolg in Besucherzahlen zu messen. Unsere Kunden – und dazu zählen Aussteller wie Besucher – müssen zufrieden sein. Eine Sonderschau erhöht zwar die Zahl der Besucher, bringt aber nicht immer den gewünschten Erfolg.

Gibt es für Aussteller aus der Region spezielle Angebote?

Stefani: Wir führen tagtäglich Gespräche mit Firmen aus der Region. Was wir versuchen, ist, auch kleinen Unternehmen aus Vorarlberg die Teilnahme zu ermöglichen. Wir sind als Messe ein Konjunkturbarometer und eher der Spiegel und nicht der Motor der Wirtschaft. Die Messe kann auch Motor sein, aber ich bin da realistisch.

Herr Stefani, danke für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft der Dornbirner Messe.

Es muss nicht immer eine Sonderschau sein, die mehr Besucher bringt. Uns ist Zufriedenheit wichtiger.

Dietmar Stefani
Halle 7. Marina, Petra und Jessica nehmen die Besucher des aha-Standes in der Jungen Halle mit auf eine Reise durch das Angebot für Jugendliche.
Halle 7. Marina, Petra und Jessica nehmen die Besucher des aha-Standes in der Jungen Halle mit auf eine Reise durch das Angebot für Jugendliche.
Dietmar Stefani glaubt die Messe gut aufgestellt für die Zukunft.
Dietmar Stefani glaubt die Messe gut aufgestellt für die Zukunft.
Halle 13. Fabian, Mathias und Lukas von der Militärmusik Vorarlberg sorgten mit ihren Kameraden im voll besetzten Wirtschaftszelt für gute Stimmung.
Halle 13. Fabian, Mathias und Lukas von der Militärmusik Vorarlberg sorgten mit ihren Kameraden im voll besetzten Wirtschaftszelt für gute Stimmung.
Halle 5. Laura serviert den Messegästen edle Tropfen.
Halle 5. Laura serviert den Messegästen edle Tropfen.
Freigelände. Lebkuchenherzen gehören nicht nur zum Oktoberfest in München – für Charlotte und Leonie gehören sie auch zur Dornbirner Messe.
Freigelände. Lebkuchenherzen gehören nicht nur zum Oktoberfest in München – für Charlotte und Leonie gehören sie auch zur Dornbirner Messe.
Halle 8a. VN lesen am iPad – Tamara erklärt, wie es funktioniert.
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Halle 4. Eine Stärkung darf natürlich nicht fehlen: Für VN-Abonnenten gibt es die Ländle-Kalbsbratwurst um 2,70 Euro.
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Halle 2. Mit ihrem Schmuck lässt Dorit Frauenherzen höher schlagen.
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Halle 10. Wolfgang Rümmele übernahm auf seinem letzten Messe-Rundgang als Bürgermeister die Führung.
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Freigelände. Frühlingsboten gibt es bei Sabrina von Rosen Waibel.
Freigelände. Frühlingsboten gibt es bei Sabrina von Rosen Waibel.