Auch für Kathi wird’s nun ernst

12.02.2018 • 18:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Katharina Liensberger steckt voll in der Rennvorbereitung. Sie kann es kaum mehr erwarten, bis das Rennen endlich losgeht.ÖSV
Katharina Liensberger steckt voll in der Rennvorbereitung. Sie kann es kaum mehr erwarten, bis das Rennen endlich losgeht.ÖSV

Kathi Liensberger will beim Slalom „einfach nur gut Skifahren“.

Slalom In letzter Minute sprang Katharina Liensberger, das Vorarlberger Damen-Slalomass, auf den Olympiazug auf. In Pyeongchang genießt die Göfnerin nun das olympische Flair in vollen Zügen. „Die Stimmung hier ist unglaublich, und es macht Riesenspaß“, zeigt sich die junge Athletin beeindruckt. Und doch: Sie ist nicht nach Südkorea gereist, um sich ausschließlich der internationalen Atmosphäre hinzugeben. Katharina Liensberger hat einen Auftrag: „Ich will hier gut Skifahren und kann es kaum erwarten, bis es losgeht.“

Nicht unter Druck

Druck empfindet sie nicht. „Der war in der Lenzerheide, als es um die Qualifikation ging, viel größer. Da war ich so fokussiert auf das Rennen, dass ich zuerst nicht einmal meinen Fanclub wahrgenommen habe.“ Jetzt könne sie das gute Gefühl der letzten Rennen mitnehmen und wolle versuchen, ihr volles Potenzial abzurufen. „Leistungsorientiert“ will sie ihren Auftritt dann bewerten „und nicht ergebnisorientiert“. Aber wenn man gut Ski fährt, dann passt auch das Ergebnis.“ Als moralische Unterstützung fungiert für die Vorarlbergerin ihre Mutter. „Und natürlich auch die vielen Fans in der Heimat. Ich spüre, dass sie hinter mir stehen und mit mir mitfiebern.“ Als Glücksbringer hat Kathi ihren Teddybär mitgenommen. „Mit dem verbinde ich einige gute Erinnerungen.“

Viel Vertrauen setzt die Aufsteigerin des Jahres in ihr Material und ihren Servicemann. „Weil ich erst ganz zum Schluss die Olympia­qualifikation fixieren konnte, konnte ich auch meinen Servicemann erst kurzfristig akkreditieren. Jetzt bin ich materialmäßig gut versorgt. Das Rennen kann kommen.

Im olympischen Dorf teilt Liensberger ein Zimmer mit Katharina Gallhuber. Was die beiden neben ihrem Namen noch gemeinsam haben: Beide fixierten ihre Olympiaqualifikation erst recht spät. Zimmerkolleginnen sind sie zum ersten Mal. Ihre Rennvorbereitung hat Kathi Liensberger schon längst automatisiert. „Besichtigung, den Lauf durchgehen und ihr Übungsprogramm sind dabei fixe Elemente.“

Voll angreifen

Den Slalomhang stuft Liensbergers Teamkollegin und Medaillenaspirantin Bernadette Schild als einen ein, „bei dem du ja keinen Respekt zeigen darfst und voll angreifen musst“. Schild sieht sich im Kreis der Medaillenkandidatinnen. „Zuerst kommt natürlich Michaela Shiffrin und danach ein Pulk von Läuferinnen mit Medaillenchancen. Zu denen gehöre ich auch.“ Ist Shiffrin unschlagbar? Schild: „Es kann gerade bei Olympischen Spielen schnell viel passieren. Das hat man gestern beim Rodeln gesehen. Dort war Felix Loch auch Topfavorit, und gewonnen hat David Gleirscher.“

Auch für Kathi Liensberger gilt die Devise: Voll angreifen „und zeigen, dass man gewinnen will“. Neben ihr und Bernadette Schild komplettieren Katharina Gallhuber und Stephanie Brunner das ÖSV-Quartett.

„Ich spüre, dass die Fans aus der Heimat hinter mir stehen und mit mir mitfiebern.“

Video

Interview Kathi Liensberger

http://VN.AT/sue10H