Luc Alphand verneigt sich vor Hirscher

Sport / 14.02.2018 • 21:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Olympia-Reporter Klaus Hämmerle und der ehemalige Gesamtweltcupsieger Luc Alphand warteten am Mittwoch vergeblich auf den Start des Damen-Slaloms.VN/HK
Olympia-Reporter Klaus Hämmerle und der ehemalige Gesamtweltcupsieger Luc Alphand warteten am Mittwoch vergeblich auf den Start des Damen-Slaloms.VN/HK

Der ehemalige Gesamtweltcupsieger arbeitet bei Olympia für einen französischen Fernsehsender.

Yongpyong Luc Alphand (52) ist einer der schillerndsten Persönlichkeiten in der Welt des Sports. In der Saison 1996/1997 gewann der Franzose den Gesamtweltcup bei den Alpinen, im Jahr 2006 landete er einen Welterfolg in einer anderen Sportart. Alphand triumphierte in der Rallye Dakar und sicherte sich so einen prominenten Platz in der Sportgeschichte. Als Skifahrer siegte der dunkelhaarige Speedspezialist in insgesamt zwölf Weltcup-Einzelrennen, zehn davon in der Abfahrt. Einzigartig war seine geschmeidige Art, über die Abfahrtspisten der Welt zu „schleichen“ und die Konkurrenz so auf Distanz zu halten.

Tochter im Starterfeld

Seit 15 Jahren ist Alphand als Experte für eine französische TV-Station tätig. In dieser Funktion analysiert und bewertet er in Pyeongchang die olympischen Alpinbewerbe. „Es wird schwierig mit dem Programm“, meinte Alphand während des langen und vergeblichen Wartens auf den Damen-Slalom am Mittwoch zu den VN. Er stand dabei unter besonderer Anspannung. Der Grund: Estelle Alphand, seine Tochter, befand sich im Starterfeld. Ganz Profi hält das den ehemaligen Speed-Spezialist nicht ab, die Dinge rund um die olympischen Skirennen nüchtern zu sehen.

Beim Namen Marcel Hirscher kommt allerdings auch der nüchterne Experte ins Schwärmen. „Es ist unglaublich, was der drauf hat. Welche Energie er in sein körperliches Training hineingesteckt hat, ist einzigartig. Er ist jetzt sechs, sieben Jahre auf einem absoluten Top-Level. Das musst du erst einmal herbringen.“ Alphand weiter: „Jetzt muss er auch im Riesentorlauf oder im Slalom oder in beiden Disziplinen zuschlagen. Er hätte es sich so verdient. Durch seine Goldmedaille in der Kombination sollte ihm das nun etwas leichter fallen.“ Dass der alpine Skisport derzeit mit einigen herausragenden Stars gesegnet ist, sei gut für die Attraktivität der Sportart. „Vonn, Shiffrin, Hirscher. Das ist wie früher Stenmark, Girardelli, Maier oder Maze. Wer wird solche Persönlichkeiten jemals vergessen?“

Favoritentrio

Die olympische Herren-Abfahrt in Jeongson sieht Alphand im Gegensatz zu anderen Experten nicht für so simpel an. „Sie ist sicher nicht die Schwerste. Aber sie hat einige nicht zu unterschätzende Kriterien. Dazu zähle ich vor allem die Kurven.“ Die Favoriten sind für daher auch dieselben wie im Weltcup sonst auch: „Svindal, Feuz und Jansrud. An denen führt kein Weg vorbei“, meint der 52-Jährige. Lob findet Alphand für die Organisatoren der Rennen. „Sie haben die Pisten in hervorragendem Zustand. Das einzige Problem ist der Wind. Und für den können sie nichts. Jetzt muss es allerdings Rennen geben. Sonst geht sich das Programm nicht mehr aus.“

Video

Hirscher-Feier im Austriahaus

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