Plassnegger, bitte warten

Sport / 18.04.2018 • 22:51 Uhr
Ob Austria-Trainer Gernot Plassnegger nun tatsächlich in den UEFA-Pro-Lizenz-Kurs auf­genommen wird, entscheidet sich erst am 30. April.vn/lerch
Ob Austria-Trainer Gernot Plassnegger nun tatsächlich in den UEFA-Pro-Lizenz-Kurs auf­genommen wird, entscheidet sich erst am 30. April.vn/lerch

Austria-Coach noch nicht fix im UEFA-Kurs.

Lustenau Knalleffekt rund um die Causa Gernot Plassnegger und den UEFA-Pro-Lizenz-Kurs. Entgegen den Aussagen von Austria Präsident Hubert Nagel ist die Teilnahme seines Trainers beim Lehrgang zum UEFA-Pro-Diplom keineswegs in Stein gemeißelt. Nachforschungen haben ergeben, dass es erst am 30. April zur endgültigen Entscheidung kommt, ob Plassnegger zugelassen wird. Zur Erklärung: Rund 50 angehende Trainer haben sich für die Aufnahmeprüfung für das höchste europäische Traineramt angemeldet. Die zehn nach Punkten besten Absolventen schafften es direkt in den Kurs. Dazu hat der ÖFB und auch die Bundesliga noch jeweils drei Plätze zur Verfügung, um Vorschläge für weitere Teilnehmer abzugeben – auf Hinweis der Bundesliga-Klubs. Bis vor Kurzem waren auf der Liga-Liste nur zwei Kandidaten. Nämlich Plassneger und Thomas Grumser (Wacker Amateure). Letzterer schaffte den Sprung unter die besten Zehn aufgrund seiner erreichten Punkte bei der Aufnahmeprüfung, Lustenaus Trainer gelang der Cut nicht, er blieb somit auf der Liste der Bundesliga. Brisantes Detail: Erst durch den Gang von Hubert Nagel an die Öffentlichkeit bezüglich Plassneggers fixer Teilnahme am Kurs über einen BL-Platz erkannten auch andere Vereine eine Chance, ihre jeweiligen Trainer ebenfalls zu nominieren. Mittlerweile soll es bis zu acht weitere Kandidaten (auch Altachs Co-Trainer Werner Grabher soll auf jener Warteliste stehen) für die drei Plätze geben, über die nun entschieden wird.

Weitreichende Folgen

Für die Austria hätte eine Nichtbeachtung von Plassnegger im UEFA-Pro-Lizenz-Kurs weitreichende Folgen. Denn damit würde den Grün-Weißen der gemeldete Profi-Trainer im Lizenzantrag fehlen, was definitiv zu keinem Erhalt der Lizenz für die neue Spielzeit 2018/10 in erster Instanz führen würde. Präsident Nagel, gestern noch auf einer Aufsichtsratssitzung in Wien, beschäftigt diese Causa nur am Rande. Für ihn besteht nach wie vor kein Zweifel, dass Plassnegger Aufnahme in den UEFA-Kurs findet. „Gernot wird im nächsten Kurs zur UEFA Pro-Lizenz dabei sein. Das ist der Stand der Dinge“, erklärt der Präsident und will sich damit nicht weiter auseinandersetzen. Der Austria-Coach selbst wollte zu diesem für ihn mittlerweile leidvollen Thema keine Stellung mehr abgeben. Sein voller Fokus liegt bei seiner Mannschaft und beim nächsten Liga-Match in Ried. Zu hinterfragen bleibt derweil aber die Rolle der Bundesliga, die sich in keiner Weise zu diesem mittlerweile prekären Thema äußert. Eine öffentliche Klarstellung würde sehr vielen Beteiligten rund um den UEFA-Kurs Klarheit bringen.