So will Alex Pastoor mit dem SCR Altach Spiele gewinnen

Sport / 20.03.2019 • 06:30 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Im Heimstadion sollen die Fans wieder jubeln, deshalb hat sich Alex Pastoor schon einmal das Gefühl für das Spielfeld geholt.VN/Stiplovsek
Im Heimstadion sollen die Fans wieder jubeln, deshalb hat sich Alex Pastoor schon einmal das Gefühl für das Spielfeld geholt.VN/Stiplovsek

Altachs Neocoach sieht sich als Teamplayer und fordert Organisation.

Altach Via Zürich in die Cashpoint-Arena, wo Alex Pastoor seinen ersten öffentlichen Auftritt als neuer SCRA-Coach professionell abspulte. Der 52-Jährige wirkte ruhig, sehr konkret und vorab ohne allzu große Emotionen. Nur als er im Zusammenhang mit Vorarlberg von „heimkommen“ sprach, ließ er ein wenig in sein Innerstes blicken und verriet, dass er aus seiner Spielerzeit im Ländle heute noch Freunde hier habe. Allzu viel Zeit wird er in den 65 Tagen bis zum Saisonschluss wohl nicht haben, geht es doch darum, den Klassenerhalt zu sichern.

„Er bringt viel Erfahrung mit und das aus einer Liga mit einem interessanten Fußball.“

Georg Zellhofer, SCRA-Sportchef über Pastoor


Heute (15.30 Uhr) wartet das erste Training auf den neuen Chefcoach, der gerne über die Organisation im Team und auf dem Spielfeld philosophiert. „Ich kann gut organisieren und gut Menschen verbinden“, nimmt er Bezug auf seine Arbeit mit den Spielern. Zudem genießt für ihn als Teamplayer natürlich der gelebte Teamgeist in der Mannschaft einen hohen Stellenwert.

„Es gibt nur einen Zauberer und der spielt für denFC Barcelona.“

Alex Pastoor, Trainer Cashpoint SCR Altach

Genau diesen habe er beim Spiel in Wien gesehen. Und wie hat er ansonsten die Liga wahrgenommen: „Red Bull kennt man in Holland und man spricht voller Respekt von Salzburg.“ Der LASK hat ihn aufgrund der Organisation ebenfalls beeindruckt. Ansonsten seien viele Mannschaften auf demselben Niveau. Ein wenig schmunzeln muss er darüber, dass sechs Klubs gegen den Abstieg spielen und einer doch die Chance auf die Europa League hat.

Ein Plan, um Spiele zu gewinnen

Bezüglich Drucksituation hat Pastoor seine eigene Meinung. „Wer erfolgreich sein will, muss sich auf die Aufgaben und nicht auf das Resultat fokussieren.“ Natürlich würden die Spieler den Druck von den Fans und den Medien spüren. Die Kunst sei es deshalb, das Umfeld nicht auszublenden („Das geht gar nicht“), sondern zu lernen, damit umzugehen und den Druck schließlich nicht als solchen zu empfinden. Das habe er auch bei seinen Vereinen bislang praktiziert. Ob bei Excelsior oder Sparta Rotterdam oder dann bei Slavia Prag, der Erfolg gibt ihm recht. Pastoor verspricht einen Plan und will das Vertrauen in diesen vermitteln. Denn am Ende will er vor allem eines: Spiele gewinnen!

Die VN haben sich zusammen mit dem neuen Altach-Coach dessen Nachname (Pastoor) genauer angesehen und fußballspezifisch buchstabiert.

P wie Pressing: Kann man über den gesamten Platz spielen. Mannschaften wie Barcelona spielen Pressing in der gegnerischen Hälfte. Pressing gelingt vor allem, wenn man die Räume eng macht. Das möchte ich gerne. Es gibt es auch mit dem Ball, was oft vergessen wird. Heißt richtig frei laufen.

A wie Abstieg: Ehrlich gesagt: Aufstieg! Klar, sechs Mannschaften spielen um den Abstieg und nach der Punktehalbierung ist der Abstand klein. Die zehn Runden werden spannend, aber ich denke nur an den Klassenerhalt, eventuell sogar an die Europa League. Aber das Ziel ist Klassenerhalt.

S wie Standards: Heute sind sie sehr wichtig, es gibt ja viele, nicht nur Ecken und Freistöße. Es fängt mit dem Anspiel an, dann gibt es ja auch noch Abstöße, Einwürfe und Elfmeter. Alle diese Situationen muss man üben, üben, üben . . .

T wie Taktik: Taktik ist, wenn Spieler gut zusammenarbeiten. Viel wichtiger sind mir Spielprinzipien, wie wir in Holland sagen. Wenn man verteidigt, soll man eng zusammenspielen. Wenn das Mittelfeld nachrückt, sollen auch die Verteidiger nachrücken, im gleichen Tempo. Wenn man angreift, sollen Anspielpunkte geschaffen werden. Das ist für mich wichtig.

O wie Organisation: Im Angriff braucht man Kreativität, in der Defensive braucht es eine klare Organisation. Stimmt bei einem Angriff die Organisation, dann kann der Gegner nur schwer einen Konter spielen. Mit Organisation habe ich mich schon immer beschäftigt, schon als Spieler.

O wie Offensive: Das war die Philosophie von Johan Cruyff und diese lebt noch in vielen Trainern in Holland. Persönlich gefällt mir die Spielidee unseres Nationaltrainers Ronald Koeman. Er mag auch angreifen, aber er will vor allem gewinnen. Gewinnen ist wichtig, das Wie hängt immer von der Situation ab.

R wie Reservisten: Alle sind wichtig und zwar gleich wichtig. Bis Saisonende brauchst du zumindest 18 Spieler. Ob Stammspieler, auf der Bank oder auf der Tribüne, jeder ist wichtig. Sie sind Profis und sollen das verstehen.

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