Philipp Netzer: „Befreit aufspielen ist ganz schwer“

08.04.2019 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für Philipp Netzer und seine Altacher Teamkollegen könnten die letzten acht Saisonpartien zu harten Aufgaben werden. gepa

Ligareform bringt für Altach-Kapitän Netzer noch mehr Krampf in Abstiegskampf – Pastoor-Bilanz dennoch positiv.

Altach Eines ist sicher: Der Abstiegskampf ist durch den neuen Modus noch härter geworden. Zur Freude der neutralen Zuschauer, aber auch zum Leidwesen der vielen Vereine, die mittendrin stecken. Während sich Rapid und Mattersburg schon ein kleines Polster in der Qualifikationsgruppe erarbeitet haben, verfolgt Altach, Hartberg, Wacker Innsbruck und die Admira, die nur durch zwei Punkte getrennt sind, das Abstiegsgespenst. „Mit einer Niederlage kannst du Letzter sein. Das geht sehr schnell. Unsere vier Punkte aus den ersten zwei Spielen sind aber in Ordnung“, findet Altach-Sportdirektor Georg Zellhofer. Auf sein Team warten noch acht Endspiele. Das nächste am Samstag (17 Uhr) in Hartberg.

Die unschöne Nebenwirkung: Das Duell gegen die Admira war alles andere als ein Fußballleckerbissen. Möglicherweise dürfte das auch auf die kommenden Altach-Partien zutreffen. Für Kapitän Philipp Netzer eine logische Nebenwirkung der Ligareform. „Bei diesem Modus ist befreit aufspielen ganz schwer, ein schmaler Grat. Ich habe mir schon letzte Saison gedacht, als die Ligareform auf uns zugekommen ist, dass die Spiele in der Qualifikationsgruppe nicht die schönsten werden. Wie es aussieht, ist das so eingetroffen. Wenn man keinen Druck hat, kann man das Spiel schön von hinten heraus zelebrieren, aber nicht, wenn jeder Fehler hart bestraft werden kann.“

Christian Gebauer erzielte im Spiel gegen Mattersburg ein Traumtor, zog sich anschließend aber eine Rückenverletzung zu und fehlte am Wochenende gegen die Admira. GEPA
Christian Gebauer erzielte im Spiel gegen Mattersburg ein Traumtor, zog sich anschließend aber eine Rückenverletzung zu und fehlte am Wochenende gegen die Admira. GEPA

Schritt nach vorne: Alex Pastoor zieht eine vorsichtig positive Bilanz über seine ersten zwei Spiele als Cheftrainer: „Defensiv haben wir einen Schritt nach vorne gemacht. Offensiv hat mir die zweite Hälfte bei der Admira gut gefallen. Das war richtig gutes und effizientes Positionsspiel.“ Führt er die vielen Fehler davor auf den Druck durch die Tabellensituation zurück? „Das weiß ich nicht. Der Fußball ist so komplex, dass man meistens nicht nur eine Ursache ausmachen kann.“ Sicher ist aber: „Es gibt hier keine Punkte von einer Jury. Wir müssen versuchen, das zu tun, was das Spiel von uns trägt.“ Oder wie es Netzer treffend formuliert: „In unserer Situation zählen schlussendlich einfach die Punkte. Da pfeif ich dann auch auf das Schönspielen. Wenn Pässe riskiert werden und es schief geht, sind wir die Lackierten. Da spiel ich lieber einen langen Ball nach vorne. Denn es geht nicht darum, wer sich mit niveauvollem Fußball den Sieg mehr verdient.“

Zeitpunkt für Gebauer-Rückkehr noch offen

Immerhin hat man zuletzt in Hälfte zwei gegen die Admira aber auch gesehen, dass gesteigerte Kampf- und Laufbereitschaft auch mehr Schwung ins Aufbauspiel der Rheindörfler bringen kann. Das und die mögliche baldige Rückkehr von Offensivakteur Christian Gebauer lässt auf offensiv ansehnlichere Partien hoffen. „Er bringt ein richtig gutes Tempo“, weiß der Altacher Sportdirektor um die Qualitäten seines Traumtorschützen gegen Mattersburg. Ob der 25-Jährige nach seiner Rückenverletzung gegen Hartberg schon wieder spielen kann, steht aber noch nicht definitiv fest. Christoph König