Acht Tore in einer Halbzeit und noch mehr Rekorde rund um das Spiel Altach vs Rapid

Sport / 19.04.2019 • 22:00 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Manfred Fischer gelangen schon zwei Tore gegen Rapid, im Herbst gleich im Doppelpack. gepa
Manfred Fischer gelangen schon zwei Tore gegen Rapid, im Herbst gleich im Doppelpack.
gepa

Wenn Cashpoint Altach den Rekordmeister Rapid empfängt, dann ist regelmäßig Fußballspektakel angesagt.

Fußball Österreichs Rekordmeister zu Gast in der Cashpoint-Arena. Das waren und werden auch in Zukunft Fußball-Feiertage in Vorarlberg bleiben. Unvergessen die Rekordzahlen und die Geschichten, die die bislang 15 Aufeinandertreffen im Schnabelholz geschrieben haben. Etwa jenes 3:1, das am 18. Dezember 2016 mehr als 7000 Zuschauer in die Arena lockte, als sich Philipp Netzer und Co. zum Winterkönig krönten. Damals ausgerechnet gegen den Ex-Altach-Trainer Damir Canadi, der erst Wochen zuvor vom SCRA nach Hütteldorf gewechselt war. Der 48-Jährige aber, der derzeit überaus erfolgreich bei Atromitos Athen in Griechenland arbeitet, ist nicht der einzige Wechsel zwischen den beiden Bundesligaklubs gewesen.

Unglaubliche Rekorde

Die Geschichte der Spiele gegen Rapid ist nicht nur deshalb voller Rekorde. Die VN lassen im Vorfeld des heutigen Duells (17 Uhr) noch einmal die wichtigsten bei Altacher Heimspielen aufleben und listen dabei einige unglaubliche Rekorde auf.

Rekordtorschützen: Keiner traf so oft wie Erwin Hoffer (32). Gleich viermal setzte der Ex-ÖFB-Nationalspieler den Altachern das Leder in den Kasten. Bester SCRA-Torschütze ist Leonardo (38). Der Brasilianer, zwischen 2006 und 2008 für die Rheindörfler im Einsatz, erzielte drei Treffer. Die Nummer zwei ist mit Manfred Fischer (2) ein aktueller Kaderspieler. Der 23-jährige Steirer hatte mit einem spektakulären Doppelpack im Herbst (2:2) für große Emotionen im Stadion gesorgt.

Rekordbesuch: 8900 Besucher bejubelten im Oktober 2006 einen 3:1-Erfolg der Altacher. Das Spiel war ausverkauft und ist noch immer mit Abstand das bestbesuchte in der Bundesliga-Geschichte. Mehr als 8000 Fans pilgerten auch im ersten Abstiegsjahr (2009) ins Schnabelholz. Gleich sieben Spiele der beiden Mannschaften zogen mehr als 7000 Zuschauer in ihren Bann. Zuletzt pendelten sich die Besucherzahlen bei rund 5500 ein.

Rekordhalbzeit: Acht Tore in einer Halbzeit, das gab es nur einmal. Bei der 2:7-Heimniederlage am 9. August 2008 führte Rapid zur Halbzeit schon mit 6:2. Zwischen Minute 28 und 36 fielen dabei gleich vier Treffer, drei für die Gäste aus Wien. Die Trainer hießen damals Heinz Fuchsbichler (Altach) und Peter Pacult (Rapid) Es war zugleich das erste Bundesligaspiel von Schiedsrichter Mag. Oliver Drachta(41) in Altach. Der Oberösterreicher ist auch heute Leiter der Partie. Es wird sein 20. Altach-Match, wobei die Bilanz der Vorarlberger unter ihm keine positive ist. Nicht nur, dass er Referee bei der höchsten BL-Heimpleite war, verloren die Altacher doch weitere sieben Spiele mit Drachta als Spielleiter, bei sechs Siegen und fünf Remis. Bitter liest sich die Bilanz gegen Rapid unter SR Drachta im Schnabelholz, fehlt doch ein Sieg, bei zwei Niederlagen und einem Remis. Noch eine Besonderheit fällt unter der Drachtas Spielleitung auf. In bislang 19 Spielen mit Altach-Beteiligung hat er noch nie auf den Elfmeterpunkt gezeigt, dafür hat er in all den Spielen auch erst einen Akteur, Louis-Clement Ngwat-Mahop, mit Gelb-Rot des Platzes verwiesen.

Höchste Heimsiege: Gleich zweimal feierte Altach 3:1-Erfolge. Beim ersten (2006) war auf Rapid-Seite der heutige Austria-Lustenau-Trainer Gernot Plassnegger (41) dabei. Den zweiten (2006) erlebten einige aktuelle Kaderspieler schon mit. Philipp Netzer (33), Andreas Lienhart (33), Emanuel Schreiner (30), Benedikt Zech (28) und Andreas Lukse (31) standen in der Startformation, die Trainer Werner Grabherr aufgeboten hatte. Auf der Bank saßen Martin Kobras (32) und Valentino Müller (20).

1440 Tage: So lange hat Altach kein Heimspiel mehr gegen Rapid verloren. Drei Siegen stehen vier Remis gegenüber, wobei die letzten drei Spiele in der Cashpoint Arena unentschieden (2:2, 0:0, 2:2) endeten. Auffallend: Beide 0:0-Partien zwischen den Klubs wurden im Schnabelholz gespielt.

Ältester/Jüngster: Mario Sonnleitner ist mit 32 Jahren der Älteste im Rapid-Kader für heute, Stürmer Aliou Badji (21) der Jüngste. Bei Altach hat Kapitän Philipp Netzer (33) die Rolle von Hannes Aigner (38) geebert, Jungspund ist Mergim Berisha (20).

Nur wenig Transfertätigkeiten

3 Spieler wechselten zu den Grün-Weißen. Der teuerste war Galvão (2017), davor hatten schon Mario Konrad (2009) und Mario Sara (2006) Altach in Richtung Rapid verlassen. Der Brasilianer Lucas Galvão (27), derzeit beim FC Ingolstadt unter Vertrag, ist mit einer Ablöse von 800.000 Euro noch immer der zweitteurste SCRA-Spieler.
5 mal „fischten“ die Altacher bislang im Rapid-Teich. Die ersten waren mit Roman Kienast (2004) und Andreas Dober (2005) noch Leihgaben, ehe Christoph Schößwendter (2011), Hannes Eder (2011) und Boris Prokopic (2013) den Weg von Wien ins Ländle gingen. Allesamt waren zum Schnäppchenpreis gekommen.

„Siegesgefühl kann man nicht trainieren“

Die Ausgangslage vor dem heutigen (17 Uhr) Heimspiel könnte aus Sicht der Altacher nicht besser sein. Gegner Rapid kommt mit stolzer Brust und peilt den vierten Sieg in der Qualifikationsgruppe an, die Elf von Trainer Alex Pastoor will nach dem Last-Minute-Sieg in Hartberg eben dort anschließen. Ist es doch das Gefühl des Sieges, das laut dem 52-jährigen Coach den Fußball so einfach erscheinen lässt.

„Das Siegesgefühl kann weder durch Training noch durch Gespräche erreicht werden.“

Alex Pastoor, Trainer Cashpoint SCR Altach

Aber: „Das Siegesgefühl kann man nicht trainieren.“ Das müsse im Spiel umgesetzt werden. Erarbeiten, daran glauben, bereit sein – das sind für ihn die richtigen Schlagworte für ein solches Unterfangen. Deshalb seien auch die Erfahrungen aus dem Hartberg-Spiel so wichtig gewesen: „Wir haben elf gegen elf so wie geplant gespielt und dann auch mit elf gegen zehn. Am Ende haben wir gut gespielt und gewonnen. Dieses Gefühl kann weder durch Training noch durch Gespräche erreicht werden.“ Dennoch: Man müsse und sollte sich noch steigern. Das würde aber nicht automatisch heißen, dass man verlange, gut zu spielen. Verlangen, so Pastoor, könne man, dass die Sachen erledigt werden, die eingefordert werden.
Mit verbessern mein Pastoor in erster Linie das Spiel im und rund um den gegnerischen Strafraum. Darauf legte man den Fokus in den vergangenen Trainingseinheiten. Und auch hier klingen die Anweisungen des Niederländers recht simpel: „Am Ball bleiben, freilaufen, spielen.“ Die nächste Gelegenheit zur Umsetzung gibt es schon heute.