„Heimweh habe ich verlernt“

Sport / 12.07.2019 • 21:21 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Auch RB Salzburg-Cotrainer René Aufhauser ist von Diakite vollends überzeugt.gepa
Auch RB Salzburg-Cotrainer René Aufhauser ist von Diakite vollends überzeugt.gepa

Mit RB Salzburg-Leihgabe Ousmane Diakite (18) ist ein sehr großes Talent in Altach gelandet.

Markus Krautberger

Altach, salzburg Ousmane Diakite ist mit viel Vorschuss-Lorbeeren aus Salzburg nach Altach gekommen. Spätestens sein Auftritt gegen West Ham United hat die meisten SCRA-Fans wohl endgültig davon überzeugt, dass der 18-Jährige eine richtige Verstärkung für die Truppe von Trainer Alex Pastoor sein kann. Die in Mali geborene Leihgabe von RB Salzburg schaffte es sogar gegen den Premier-League-Klub dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Dabei überzeugte der 1,89 Meter große defensive Mittelfeldmotor neben seiner Körperlichkeit vor allem durch seine Einsatzbereitschaft und seinen Ehrgeiz. Zudem hat Diakite auch technisch einiges am Kasten. Der SCRA-Sportdirektor scheint mit dieser Leihe wieder ein ganz großes Talent ins Rheindorf geholt zu haben. Dass sich dabei einige Stadionbesucher sofort an Dimitri Oberlin erinnern, liegt in der Natur der Sache.

Perfekte Einstellung

Wobei Diakite nur die Hautfarbe mit Oberlin gemein hat. Denn der in Mali geborene Kicker, den sie im Team nur „Daki“ rufen, marschiert auch im Training rauf und runter, sucht regelrecht jeden Zweikampf – und verliert dabei nicht viele. In seiner Einsatzbereitschaft und seiner Einstellung zur Arbeit sieht Diakite auch selbst seine größte Stärke: „Ich habe sehr große Ziele und ich weiß, dass ich diese nur erreiche wenn ich in jeder Einheit und jedem Spiel alles gebe. Nur so komme ich weiter“. In der Leihe nach Altach sieht der 18-Jährige eine große Chance sich weiter zu entwickeln. „Es waren einige andere Klubs interessiert, aber RB-Salzburg Sportdirektor Christoph Freund hat mir geraten, nach Altach zu gehen. Und nach den Gesprächen mit Georg Zellhofer habe ich mich schon richtig auf Altach gefreut. Hier will ich den nächsten Schritt in meiner Laufbahn machen“, erklärt Diakite. Sicher von großem Vorteil: Altachs Coach Pastoor spricht hervorragend Französisch, kann sich daher mit „Daki“ perfekt verständigen. In die Mannschaft wurde die „Kampfmaschine“ sofort integriert, schnell spürten auch Mitspieler wie Kapitän Philipp Netzer, wie gut so ein Kaliber dem Team tut. „Er war vom ersten Moment an sehr präsent. Und ich muss zugeben, er ist für sein junges Alter fußballerisch und im Kopf schon sehr weit“, so Netzer über den Neuzugang.

Kein Heimweh nach Mali

Der Kopf hat bei Diakite immer schon eine große Rolle gespielt – auch müssen. Denn bereits mit zehn Jahren erkannte Yeelen Olympique sein Talent und holte ihn in die Akademie. Und dort hieß es für Diakite lernen, wie es sich anfühlt, lange von zuhause wegzubleiben. „Ich musste oftmals bis zu drei Monate im Internat bleiben, obwohl der Klub in meiner Heimatstadt Bamako liegt. Aber man hat uns so auf unser Ziel Europa vorbereitet. Unter dem Motto: In Europa werdet ihr auch lange alleine sein. So habe ich das Heimweh verlernt.“ Im Sommer 2018 bewahrheitete sich die Vorhersage in Mali und RB Salzburg lotste den Defensivmann an die Salzach.

Mentale Stärke

Einer, der enorm viel von Diakite hält, ist RB Salzburgs Cotrainer René Aufhauser. „Daki bringt alles mit, was es braucht, um irgendwann einmal auf internationaler Bühne zu spielen. Er hat die perfekte Statur für einen zentralen Spieler, dazu ist er auch technisch beschlagen“, erklärt der Steirer, der insgesamt 58 Mal für das österreichische Nationalteam auflief und nun seit 2016 als Cotrainer bei den Bullen agiert. Zudem weist er vor allem auf Diakites mentale Stärke hin: „Daki hat einen super Charakter, ist ein bodenständiger Typ, der mit dem Schritt nach Altach auch Geduld bewiesen hat. In meinen Augen ist das Engagemant in Vorarlberg genau richtig für ihn, um Erfahrung in der Bundesliga zu sammeln. Hier bei RB hätte er noch nicht so viel Spielzeit bekommen.“ Dass die Altach-Fans ihre Freude mit „Daki“ haben werden, davon ist Aufhauser überzeugt, „weil er immer alles geben wird. Vielleicht ist er manchmal etwas hektisch und zu inkonsequent in seinem Passspiel. Aber das ist dem jugendlichen Leichtsinn geschuldet. Er ist erst 18 Jahre alt. Aber er wird sehr schnell reifen.“

„Ich habe große Ziele. Diese kann ich nur erreichen, wenn ich immer alles gebe.“

Ousmane Diakite hat sich in Altach bereits hervorragend eingelebt und wusste auch im internationalen Testspiel gegen West Ham zu überzeugen.vn-stiplovsek
Ousmane Diakite hat sich in Altach bereits hervorragend eingelebt und wusste auch im internationalen Testspiel gegen West Ham zu überzeugen.vn-stiplovsek