Es beginnt zu knistern

Das Ländle-Derby zwischen FC Dornbirn und Austria Lustenau wirft seine Schatten voraus.
Dornbirn Etwas mehr als neun Jahre ist es her, dass es im März 2010 zum letzten Derby zwischen den Rothosen aus Dornbirn und den Grün-Weißen aus Lustenau kam. Im ehemaligen Reichshofstadion siegte die Austria durch einen Kopfballtreffer von Daniel Ernemann mit 1:0. Nun kommt es am Freitag (19.10 Uhr/live ORF Sport +) zur Neuauflage, aber mit den gleichen Voraussetzungen wie damals. Austria ist der Favorit, Dornbirn der Außenseiter. Auf der Pressekonferenz im Areal der Mohren Brauerei Dornbirn ist das auch den beiden Trainern Markus Mader (FC Dornbirn) und Gernot Plassnegger (Austria Lustenau) bewusst. Dennoch will sich Plassnegger den Schuh des Favoriten nicht ganz anziehen lassen, weil „sich der FCD den Aufstieg in diese Liga durch guten Fußball absolut verdient hat. Und sie haben definitiv Qualität in ihren Reihen. Ich weiß, dass viele an David gegen Goliath denken, aber so sehe ich das nicht. Ich gehe von einem schweren Match für uns aus“.
Sein Pendant auf der Gegenseite weist auf die Unterschiede der Klubs hin. „Man darf die beiden Teams gar nicht vergleichen. Die Austria verfügt über enorm viele Spieler mit sehr viel Erfahrung in der Liga, wir haben eigentlich fast nur Nobodys in der Truppe. Die Austria ist zudem für mich ein absoluter Titelfavorit. Trotzdem gehen wir in das Spiel, um auch etwas zu holen. Wir wollen die Großen in der Liga ärgern, vielleicht starten wir damit schon im Derby“, erklärt FCD-Coach Mader. Der 6:2-Sieg im ÖFB-Cup war für ihn im Hinblick auf das Derby sehr wichtig, sein Kapitän Aaron Kircher bläst in dasselbe Horn: „Das Ergebnis in Wien war eine tolle Standortbestimmung für uns. Man spürt schon die richtige Anspannung im Team vor der Partie.“
Große Vorfreude auf beiden Seiten
Mader kann, bis auf die Verletzten Timo Friedrich, Andreas Malin und Güney Akcicek, auf den gesamten Kader zurückgreifen. Diesen hat der Coach aber erst seit einer Woche vollzählig zusammen. „Einige Spieler waren eben noch auf Urlaub, auch das ist ein Unterschied zur Austria“, erklärt Mader, der sich trotz höherer Liga nicht vom eigenen Spielstil abhalten lassen will: „Wir wollen am Spiel teilhaben, selbst gestalten. Was auch ein Wunsch der Mannschaft ist. Deshalb wird sich an unserer Ausrichtung nichts ändern“, so Mader.
Austrias Trainer will seiner Mannschaft hingegen den Druck des „Siegenmüssens“ nehmen. „Wir akzeptieren es wie es ist. Nicht wir selbst bauen Druck auf, sondern die Medien. Aber ok, ich weiß, dass wir eine gute Mannschaft haben. Jetzt freuen wir uns erst mal auf das Derby in Dornbirn. Denn ich finde es toll, dass es der FC in unsere Liga geschafft hat“, streut Plassnegger Rosen. Kadertechnisch muss er auf die verletzten Christian Schilling und Christoph Freitag verzichten, dafür stehen Patrik Eler und Dominik Stumberger zur Verfügung.
Bei den FCD-Verantwortlichen rechnet man mit etwas mehr als 3000 Zuschauern auf der Birkenwiese für diesen Schlager. Das Spielfeld ist nach der Gymnaestrada wieder in gutem Zustand.
„Wir wollen die Großen der Liga ärgern. Vielleicht starten wir damit schon im Derby.“
