Austria zu großes Kaliber für Rothosen

Sport / 26.07.2019 • 22:30 Uhr
Austria-Lustenau-Neuzugang Thomas Mayer (Mitte) war mit einem Treffer und einem Assist der Mann des Spiels im ersten Ländle-Derby in der 2. Liga.Gepa
Austria-Lustenau-Neuzugang Thomas Mayer (Mitte) war mit einem Treffer und einem Assist der Mann des Spiels im ersten Ländle-Derby in der 2. Liga.Gepa

Vor 6000 Fans unterliegt tapferer FC Dornbirn in einem tollen Ländle-Derby abgezockter Austria Lustenau 1:3.

Dornbirn Mehr Derby geht nicht. Nur 5,3 Kilometer trennen Dornbirn von Lustenau und dementsprechend viel Zuspruch erlebte das erste Ländle-Derby der beiden Traditionsvereine seit etwas mehr als neun Jahren. Rund 6000 Zuschauer pilgerten auf die altbewährte Birkenwiese, um das Revival des FC Dornbirn in der zweithöchsten Liga Österreichs zu beobachten. Und sie sahen zur Verwunderung vieler einen in der Anfangsphase keineswegs nervösen Gastgeber. Im Gegenteil, der Liga-Krösus Austria Lustenau agierte zu Beginn der Partie etwas nervös. Doch die Nervosität legte sich, als Ronivaldo nach Flanke von Michael Lageder per Kopf FC Dornbirn-Goalie und Rückkehrer Lucas Bundschuh testete.

Neuzugang trifft sofort

Ab diesem Zeitpunkt hatte die Elf von Gernot Plassnegger, der überraschend Neuzugang Dominik Stumberger von Beginn an in der zentralen Verteidigerposition brachte, alles im Griff. Dazu häuften sich die Torchancen der Grün-Weißen und der Führungstreffer der Gäste lag förmlich in der Luft. Zuerst scheiterte noch Marcel Canadi per Volley (14.) und Weitschuss (16.), doch dann war Lustenaus Neuzugang Matthias Morys zur Stelle. Nach erneuten Ballverlust der Rothosen im Mittelfeld schaltete Thomas Mayer am schnellsten und bediente den Deutschen mit einem herrlichen Lochpass. Morys umkurvte noch elegant Bundschuh und schob zum 1:0 aus Sicht der Austria ein. Mit Fortdauer der ersten Halbzeit beherrschte die Austria rund um Kapitän Marco Krainz das Geschehen, hatte mit einer Triple-Chance – Mayer traf die Stange, Morys und Krainz vergaben die Nachschüsse – auch noch die Möglichkeiten zu erhöhen. Die Truppe von FCD-Trainer Markus Mader fand nie ein Mittel, um sich den Gästen entscheidend entgegenzustellen und war mit dem 0:1 zur Pause noch gut bedient.

Spaß für Fußballfans

Im zweiten Durchgang bot sich den Fans ein richtig unterhaltsames Spiel. Goalgetter vom Dienst Ronivaldo erhöhte per wunderbaremFreistoß von der Strafraumgrenze auf 2:0 (51.). Aber die Rothosen steckten nicht auf, stemmten sich dagegen und kamen durch Carvalho (63.) auch zum Anschlusstreffer. Was wiederum die Lustenauer zum Agieren zwang, was sie in Person von Mayer auch taten. Der Offensivspieler krönte nach toller Vorarbeit von Ronivaldo seine Leistung mit dem vorentscheidenden Tor zum 3:1 (66.).

In der Endphase versuchte die Mader-Elf zwar nochmal alles, aber musste der Cleverness und der Abgeklärtheit der Lustenauer Tribut zollen. Zu stark präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Gernot Plassnegger. Zudem zeigte der Trainer auch noch Muskeln, als er Neuzugang und Toptransfer Patrik Eler sowie Amory Brown Derby-Luft schnuppern ließ. Der FCD durfte aber hoch erhobenen Hauptes das Feld nach der 1:3-Niederlage verlassen. Kein Beinbruch gegen eine Austria Lustenau, die sich als Topfavorit auf den Meistertitel präsentierte.

Carvalho erzielte mit dem Anschlußtreffer zum 1:2 den ersten Treffer des FC Dornbirn seit mehr als neun Jahren in der zweithöchsten Liga Österreichs.Gepa
Carvalho erzielte mit dem Anschlußtreffer zum 1:2 den ersten Treffer des FC Dornbirn seit mehr als neun Jahren in der zweithöchsten Liga Österreichs.Gepa
Austria-Lustenau-Neuzugang Thomas Mayer (Mitte) war mit einem Treffer und einem Assist der Mann des Spiels im ersten Ländle-Derby in der 2. Liga.Gepa
Austria-Lustenau-Neuzugang Thomas Mayer (Mitte) war mit einem Treffer und einem Assist der Mann des Spiels im ersten Ländle-Derby in der 2. Liga.Gepa

Stimmen

Ich bin keineswegs unzufrieden mit dem Auftreten und der Leistung meiner Mannschaft. Sie hat in jeder Minute des Spieles alles gegeben. Aber die Austria hat uns auch aufgezeigt, was es bedeutet, auf Profi-Ebene zu agieren. Wir wussten im Vorfeld um ihre Stärken und diese haben sie dann auch ausgespielt. Die Austria war der verdiente Sieger. Aber ich denke, wir haben unserem Publikum trotzdem ein tolles Ländle-Derby gezeigt.

Markus Mader, Trainer FC Dornbirn

Wir haben der Austria einen Fight geliefert, aber am Ende muss man zugeben, dass der Sieg absolut in Ordnung geht für die Lustenauer. Wir haben alles versucht, aber das Tempo der Austria und auch deren individuelle Klasse haben wir schon sehr gespürt. Vor allem in ihrer Offensive sind sie brutal stark. Schade nur, dass wir nach dem Anschlusstreffer zu schnell das 1:3 kassiert haben.

Christoph Domig, FC Dornbirn

Am Ende war es ein absolut verdienter Sieg meiner Mannschaft. Sie hat sehr viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann ist es unsere Chancenauswertung. Aber bei einem 3:1-Sieg im Derby sehe ich das nach. Gernot Plassnegger, Trainer Austria Lustenau

Einen besseren Einstand hätte ich mir nicht erträumen können. Ich fühle mich seit dem ersten Tag hier extrem wohl, komme mit meinen Offensivpartnern super aus. Und ich wollte dem Klub heute etwas zurückgeben von dem Vertrauen, das sie in mich gesetzt haben. Ich denke, das ist mir ganz gut gelungen. Thomas Mayer, Austria Lustenau