Titel Nummer sieben auf der Agenda

Sport / 27.08.2019 • 21:19 Uhr / 10 Minuten Lesezeit
Alpla HC Hard (von links): Golub Doknic, Dr. Michael Fink (Teamarzt), Gerald Zeiner, Manuel Schmid, Boris Zivkovic, Thomas Hurich, Dominik Schmid, Tine Poklar, Cheftrainer Klaus Gärtner (vorne), Ivan Horvat, Maximilian Hermann, Severin Englmann (Kotrainer), Stefan Jäger (Athletiktrainer), Michael Knauth, Luca Raschle, Lukas Schweighofer, Martin Maier (Masseur), Konrad Wurst, Leonhard Fetz, Nejc Zmavc, Paul Schwärzler, Thomas Weber, Risto Arnaudovski (Kotrainer) und Mario Krevatin (Tormanntrainer). www.fasching.photo
Alpla HC Hard (von links): Golub Doknic, Dr. Michael Fink (Teamarzt), Gerald Zeiner, Manuel Schmid, Boris Zivkovic, Thomas Hurich, Dominik Schmid, Tine Poklar, Cheftrainer Klaus Gärtner (vorne), Ivan Horvat, Maximilian Hermann, Severin Englmann (Kotrainer), Stefan Jäger (Athletiktrainer), Michael Knauth, Luca Raschle, Lukas Schweighofer, Martin Maier (Masseur), Konrad Wurst, Leonhard Fetz, Nejc Zmavc, Paul Schwärzler, Thomas Weber, Risto Arnaudovski (Kotrainer) und Mario Krevatin (Tormanntrainer). www.fasching.photo

Alpla HC Hard hat mit Supercuperfolg für den Tanz auf drei Hochzeiten Selbstvertrauen getankt.

Hard Die Handballer des Alpla HC Hard stellen sich mit einer breiten Brust ihrer 22. Saison der höchsten nationalen Spielklasse im Männerhandball. Mit dem in dieser Klarheit nicht zu erwartenden 22:17-Auswärtserfolg im österreichischen Supercup in Krems gegen den regierenden Meister und ÖHB-Pokalsieger haben sich die Roten Teufel vom Bodensee einerseits bei der Konkurrenz Respekt verschafft und gleichzeitig eine kräftige Portion Selbstvertrauen getankt. Mit dem dritten Triumph in Folge und viertem in der Geschichte des 2012 eingeführten Prestigebewerbs zu Saisonbeginn und dem insgesamt 14. Titelgewinn in der Vereinsgeschichte hat man auf jeden Fall für die anstehende Titeljagd ein kräftiges Signal gesetzt.

Im Kollektiv überragend

Trotz der berechtigten Freude über den perfekten Saisonstart will Cheftrainer Klaus Gärtner die verständliche Euphorie nicht überschäumen lassen. „Dieser Erfolg kam aufgrund der ungünstigen Vorzeichen durch die verletzungsbedingten Absenzen von Gerald Zeiner, Ivan Horvat und Abwehrchef Max Hermann in dieser Deutlichkeit sicher etwas überraschend. Doch die Art und Weise, wie sich die Mannschaft im Supercup präsentiert hat, war richtig beeindruckend. Die Jungs haben den personellen Nachteil durch den Ausfall der drei Leistungsträger kompensiert, sich richtig reingeworfen in die Aufgabe und viel Moral bewiesen. Am Ende wurden wir für unser Engagement verdient belohnt und dürfen berechtigt stolz sein“, erklärt der 44-jährige Deutsche.

Im selben Atemzug weist der EHF-Mastercoach in seiner zweiten Saison auf der Kommandobrücke der Roten Teufel darauf hin, dass er sich sehr wohl dessen bewusst ist, dass die Ansprüche gestiegen sind und man sich nur mit dem Supercup als Trophäe in dieser Saison nicht begnügen will. „Wir wollen uns in der Spusu Liga um einen Rang verbessern, im ÖHB-Cup das Finale erreichen und im Europacup zumindest in die nächste Runde einziehen. Mit dem Erfolg im Supercup haben wir eine kräftige Duftmarke gesetzt und werden von der Konkurrenz in die Favoritenrolle gedrängt.“

Bozen vor Augen, Skjern im Kopf

Zum Auftakt im Tanz auf drei Hochzeiten steht mit den Duellen gegen den fünffachen italienischen Meister SSV Bozen kommenden Samstag in Südtirol bzw. am 7. September (19 Uhr) in der Sporthalle am See die erste Bewährungsprobe auf der internationalen Bühne auf dem Programm. „Von der Papierform her gehen wir als Favorit in dieses Duell. Allerdings haben
wir trotz der geografischen Nähe wenig Informationen über die Südtiroler. Es ist auf jeden Fall kein Nachteil, dass wir die erste Partie auswärts bestreiten. So können wir in den ersten Minuten uns ein genaues Bild über die Leistungsstärke des Gegners machen und gegebenenfalls darauf reagieren“, so Gärtner.

Sollte man die erste Hürde in der 18. Europacupsaison erfolgreich meistern, käme es Anfang Oktober zum Vergleich mit Skjern Handball. Trainiert werden die Dänen vom ehemaligen ÖHB-Teamchef Patrekur Johannesson. Mit dem Norweger Bjarte Myrhol, Thomas Mogensen, Anders Eggert und Goalie Björgvin Gustavsson stehen gleich vier Weltklasseakteure in den Reihen des Topklubs aus dem Land des 2016-Olympiasiegers und aktuellen Weltmeisters. „Alleine schon die Vorfreude auf ein Duell mit diesem absoluten Weltklasseteam sollte die Jungs in den beiden Partien gegen Bozen motivieren und beflügeln, alles zu geben“, so Gärtner.

Für Ivan Horvat hat das Gastspiel in Bozen eine ganz besondere Bedeutung. Der 25-jährige Kroate wurde in Bozen geboren und der Name Horvat hat in der Landeshauptstadt Südtirol eine große Tradtion. Vater Nenad war Anfang der 90er-Jahre als Legionär bei Bozen und ist mit über 1200 Treffern immer noch Rekordtorschütze bei den Südtirolern. Nicht zuletzt deshalb unternimmt der Hard-Legionär alles, damit er seine Verletzung, eine ISG-Blockade im Rücken, in den Griff bekommt und bis Samstag fit wird.

Zwischen den beiden Europacupduellen gegen Bozen erfolgt am 4. September (19 Uhr) auch das Auftaktspiel in der Spusu Liga 2019/20 in eigener Halle gegen Aufsteiger Bärnbach/Köflach. In der nationalen Meisterschaft ist für Gärtner im Vergleich zu seiner Premierensaison nach ersten Einschätzungen die Spitze wesentlich breiter geworden. „Klubs wie Schwaz oder Linz haben ordentlich aufgerüstet. Daneben ist es schwer, die Leistungsstärke von Bregenz, West Wien oder den Fivers einzustufen. Ich erwarte einen ausgeglichenen Kampf um die Play-off-Plätze bzw. in Folge um den Titel. Auf alle Vereine wartet eine extrem interessante Meisterschaft.“

Im Gegensatz zu anderen Vereinen gab es bei Hard keine großen Veränderungen im Kader. Mit der Verpflichtung von Tine Poklar hat man allerdings den Königstransfer der Liga getätigt. Der 28-jährige Rückraumspieler aus Slowenien spielte zuletzt beim norwegischen Meister Elverum und ließ in der Vorbereitung und im Supercup seine Qualitäten bereits aufblitzen. Bei Elverum erzielte der 1,90 m große Rechtshänder in drei Saisonen in der Champions League mehr als 100 Tore. „Mit ihm werden wir ganz sicher sehr viel Freude haben“, betonte Hard-Sportchef Thomas Huemer.

Für Routinier Michael Knauth hat die anstehende Ligasaison eine besondere Bedeutung. Der 36-Jährige macht Jagd auf den 21. Titel seiner Karriere. Nach elf HLA-Kronen im Trikot von Bregenz und Hard, den fünf Triumphen im ÖHB-Cup und den nunmehr vier Supercuperfolgen verspürt der Evergreen noch jede Menge Lust auf Titel und will seinen Status als erfolgreichster Handballer weiter festigen.

„Wir wollen uns nur mit dem Supercup als Trophäe in dieser Saison nicht begnügen.“

Die Top 3 in der ewigen Torschützenliste des aktuellen Kaders: Michael Knauth (l., 1141 Tore), Dominik Schmid (oben, 925) und Gerald Zeiner (748).GEPA, VN/DS
Die Top 3 in der ewigen Torschützenliste des aktuellen Kaders: Michael Knauth (l., 1141 Tore), Dominik Schmid (oben, 925) und Gerald Zeiner (748).GEPA, VN/DS
Alpla HC Hard (von links): Golub Doknic, Dr. Michael Fink (Teamarzt), Gerald Zeiner, Manuel Schmid, Boris Zivkovic, Thomas Hurich, Dominik Schmid, Tine Poklar, Cheftrainer Klaus Gärtner (vorne), Ivan Horvat, Maximilian Hermann, Severin Englmann (Kotrainer), Stefan Jäger (Athletiktrainer), Michael Knauth, Luca Raschle, Lukas Schweighofer, Martin Maier (Masseur), Konrad Wurst, Leonhard Fetz, Nejc Zmavc, Paul Schwärzler, Thomas Weber, Risto Arnaudovski (Kotrainer) und Mario Krevatin (Tormanntrainer). www.fasching.photo
Alpla HC Hard (von links): Golub Doknic, Dr. Michael Fink (Teamarzt), Gerald Zeiner, Manuel Schmid, Boris Zivkovic, Thomas Hurich, Dominik Schmid, Tine Poklar, Cheftrainer Klaus Gärtner (vorne), Ivan Horvat, Maximilian Hermann, Severin Englmann (Kotrainer), Stefan Jäger (Athletiktrainer), Michael Knauth, Luca Raschle, Lukas Schweighofer, Martin Maier (Masseur), Konrad Wurst, Leonhard Fetz, Nejc Zmavc, Paul Schwärzler, Thomas Weber, Risto Arnaudovski (Kotrainer) und Mario Krevatin (Tormanntrainer). www.fasching.photo

Zahlen und Fakten

21 Saisonen hat der Alpla HC Hard seit dem Aufstieg 1998 in der höchsten nationalen Spielklasse des Männerhandballs absolviert. Bereits im vierten Anlauf holte man in der Saison 2002/03 unter Coach Frank Bergemann den ersten von bislang sechs Meistertiteln. Mit sechs ersten, drei zweiten und sechs dritten Plätzen und insgesamt 15 Top-3-Rängen nehmen die Roten Teufel vom Bodensee die zweite Position in der ewigen Bestenliste ein.

660 Spiele haben die Harder bislang in der höchsten Spielklasse ausgetragen. Dabei wurden 399 Siege, 58 Remis und 203 Niederlagen erreicht.

104 verschiedene Spieler erzielten in die letzten 21 HLA-Saisonen insgesamt 18.608 Treffer (Schnitt 28,2 pro Spiel). Die ewige Torschützenliste wird von Bernd Friede mit 1396 Volltreffern in 13 Saisonen angeführt. Der heutige Finanz-Vorstand wurde von 2002 bis 2004 drei Mal in Folge Torschützenkönig und stellte zudem im Meisterjahr 2002/03 mit 215 Toren die ewige Saisonbestmarke auf. Ebenfalls drei Mal Torschützenkönig wurden Robert Weber (2005, 06 und 08) und Gerald Zeiner (2015 bis 17).

80 Auftritte seit der Premiere am 14. Dezember 2000 im weißrussischen Yuzhny stehen im Europacup zu Buche. Dabei gab es 27 Heim- und neun Auswärtssiege, fünf Remis sowie neun Heim- bzw. 30 Auswärtsniederlagen. Sollte man in der Auftaktrunde des EHF-Cups 2019/20 kommenden Samstag auswärts bzw. am 7. September (19 Uhr) zu Hause den italienischer Meister SSV Bozen bezwingen, würde man in der zweite Runde (5./6. bzw. 12./13. Otkober) aus das dänische Spitzenteam Skjern Handball treffen.

66 Akteure erzielten die insgesamt 2103 Europacuptore. Nummer eins in der Vereinsstatistik ist Bernd Friede mit 177 Treffer, dahinter folgen Robert Weber (160) und Michael Jochum (105).

92 Mal kam es bislang in der höchsten ÖHB-Spielklasse zu einen Derby mit Bregenz Handball. In eigener Halle gab es dabei 19 Siege, sechs Remis und 21 Niederlagen und in der Landeshauptstadt erreichte man 15 Siege, drei Remis und 28 Niederlagen. 205 der insgesamt 2448 Harder-Derbytore gehen auf das Konto von Bernd Friede. Mit Dominik Schmid (150), Michael Knauth (148), Robert Weber (126), Marko Tanaskovic (114) und Branko Medini (105) haben weitere fünf Harder die 100-Toremarke in Revierduellen überboten. Die beiden Ländle-Derby im Grunddurchgang der Spusu Liga steigen am 20. September in Hard bzw. 20. November in Bregenz.

12 Spieler haben im Verlauf ihrer Karriere für beide Vorarlberger Vereine Spiele in der höchsten Spielklasse bestritten. Als einziger Akteue hat dabei Markus Wagesreiter zunächst das Harder und anschließend das Bregenzer Trikot getragen. Jeweils von der Landeshauptstadt zu den Roten Teufeln gewechselt sind Frederic Wüstner, Jürgen Suppanschitz, Andriy Kuzo, Mario Bjelis, Andreas Varga, Gernot Watzl, Stefan Klement, Roland Schlinger, Risto Arnaudovski und Michael Knauth. Letzterer ist zugleich mit elf Titelgewinnen (sechs mit Bregenz und fünf mit Hard) höchstdekorierter HLA-Akteur in der Geschichte.