Altach will neue Stärke bestätigen

Sport / 20.09.2019 • 20:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bestreitet am Sonntag sein 50. Pflichtspiel (Liga/Cup) für Cashpoint SCR Altach: Kameruns U-23-Kapitän Samuel Oum Gouet. GEPA
Bestreitet am Sonntag sein 50. Pflichtspiel (Liga/Cup) für Cashpoint SCR Altach: Kameruns U-23-Kapitän Samuel Oum Gouet. GEPA

Altachs „Löwe“ Samuel Oum Gouet und sein Tanz auf zwei Hochzeiten.

Altach Am Sonntag (14.30 Uhr) macht er die 50 voll. Die Rede ist von Samuel Oum Gouet, der im SCRA-Dress längst zu einer fixen Größe geworden ist. Seit dem Länderspiel-Wochenende darf der 21-Jährige nun sogar von Olympia träumen. Denn mit dem U-23-Nationalteam hat sich der Mittelfeldspieler mit Kamerun für die Finalrunde um die drei Olympiaplätze für Afrika für Tokio 2020 qualifiziert. Oum Gouet ist Teamkapitän jener Mannschaft, die sich in der dritten Qualifikationsrunde gegen Tunesien nach einem 1:0-Heimsieg mit einer 1:2-Auswärtsniederlage dank dem Torverhältnis für die Runde der letzten Acht qualifiziert hat. Damit droht er für das Heimspiel des Cashpoint SCR Altach am 9. November gegen Rapid auszufallen. Die Endrunde um die U-23-Afrikameisterschaft beginnt am 8. November in Ägypten. Kamerun trifft dort auf das Team aus Ghana, das sich im Duell mit Algerien durchgesetzt hat.
Für die Ehre, sein Land zu vertreten, muss Oum Gouet gut neun Flugstunden in Kauf nehmen. Zuletzt nach der Rückkehr war er jedenfalls froh, dass ihm Trainer Alex Pastoor einen freien Tag gegönnt hat. Dafür dankte er ihm mit einer guten Leistung gegen St. Pölten. Daran anzuknüpfen, ist das Ziel des Altachers. „Ich will immer 100 Prozent geben, ob hier in Altach oder im Team. Fußball ist überall gleich“, sagt er mit stolzgeschwellter Brust.

Austria-Wien-Trainer Christian Ilzer über das Spiel gegen Cashpoint SCR Altach.

Der Lieblingsgegner

Für Trainer Pastoor ist Oum Gouet ein wichtiger Bestandteil des großen Ganzen geworden. Zusammen mit Ousmane Diakité bildet er das zentrale Defensivzentrum im Altacher Mittelfeld. Das beinhaltet große Verantwortung, verlangt doch der Trainer von beiden, höher als gewohnt zu agieren. Das bedingt Risiko, fordert aber auch im Umschaltspiel. „Eines Sache des Kopfes“, ist Pastoor überzeugt. Denn körperlich sieht er seine Mannschaft auf einem Toplevel. Gerade deshalb sei der Sieg von zuletzt wichtig gewesen. Er stärke das Selbstbewusstein. Und so tut er sich auch leichter, wenn er davon spricht, in der Vorbereitung auf die Austria das Augenmerk vor allem auf sein Team gelegt zu haben. Der Druck, der auf den schlecht in die Saison gestarteten „Veilchen“ liegt, sei zwar da, aber die Ausgangslage sei dennoch diesselbe. Der Gegner könne nur dann agieren, wenn „wir es zulassen“. Genau das soll gegen eine angeschlagene Austria nicht passieren. Erst einen Ligasieg hat Neotrainer Christian Ilzer aufzuweisen, zu Hause sind die Wiener in dieser Saison gar noch ohne Dreier. Noch dazu ist man statistisch gesehen der Lieblingsgegner der Rheindörfler. Von bislang 30 Bundesligaspielen hat der SCRA deren zwölf gewonnen und nur 14 verloren. Eine gewisse emotionale Bindung kommt hinzu, hat doch Pastoor vor seinem Engagement in Altach seine Mannschaft beim 3:1-Sieg in der Generali Arena ein erstes Mal live gesehen. Pastoor saß damals, wenige Tage vor seiner Vertragsunterzeichnung, auf der Tribüne und sah die Treffer von Marco Meilinger, Philipp Netzer und Manfred Fischer. Auf Erstere muss er weiter verzichten. Damit steht fest, dass Philipp Schmiedl, der zuletzt gegen St. Pölten sein Bundesliga-Debüt feiern durfte, in der Mannschaft bleibt. Der 22-Jährige ist einer der vielen jungen Spieler, die nachdrängen.

Diakité? Er ist ein guter Spieler, ein guter Mann. Ich verstehe mich gut mit ihm.“

Samuel Oum Gouet, Spieler Cashpoint SCR Altach


Es steht viel auf dem Spiel, wenn Pastoor nun erstmals auf der Trainerbank in der Generali Arena Platz nehmen wird. Denn bei einem Sieg darf sich Altach in der Tabelle weiter nach oben orientieren, während die Austria-Krise wohl vollends perfekt wäre. Noch darf sich Trainer Ilzer der Rückendeckung durch Sport-Vorstand Peter Stöger sicher sein. Eine weitere Niederlage würde aber den Zorn der Fans nach sich ziehen. In Altach ist all das keine Überlegung wert. Vielmehr will man sich erneut selbst als spielstarke Mannschaft, die auch Geduld zeigen darf, beweisen und Sieg Nummer 90 in der Bundesligageschichte einfahren.