Mit neuem Ski und der Freude am Springen

Sport / 17.10.2019 • 08:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Vieles ist neu: neue Ski (Augment), neuer Kopfsponsor (Union Investment) und doch ist Eva Pinkelnig mit ihrer herzerfrischenden Art dieselbe geblieben. GEPA

Eva Pinkelnig freut sich auf die Titelkämpfe im Montafon.

Tschagguns Sie genießt das Springen, auch wenn sich seit den WM-Medaillen von Seefeld im Februar 2019 doch einiges verändert hat. Eva Pinkelnig aber ist sich selbst treu geblieben. „Weit springen und Spaß daran haben“, sprudelt es aus ihr heraus, wenn sie nach den Zielen für die anstehende Wintersaison im Skispringen gefragt wird. Dass die Silbermedaillen dennoch ein wenig Veränderung in ihren Alltag gebracht haben, will die 31-Jährige nicht verhehlen. „Die Medientermine sind mehr geworden, als Person genieße ich mehr Aufmerksamkeit und meine Stimme hat mehr Gewicht bekommen“, sagt sie und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Jetzt kann ich auch als kleine Frau mitreden.“
Ihre 159 cm Körpergröße sind ihr zudem beim Skiwechsel zugute gekommen. Pinkelnig springt in dieser Saison erstmals mit Augment-Skiern. Die in Stuhlfelden im Pinzgau ansässige Firma hat bislang nur Erfahrung im Alpinski gesammelt und nun mit der Vorarlbergerin erstmals eine Skispringerin unter Vertrag. „Ich habe das freie Testangebot nach der Anfrage wahrgenommen und mich eigentlich von Anfang an wohlgefühlt“, erzählt Pinkelnig. Weil bis 30. Juni keine Entscheidung möglich war, hat sie schließlich beim ÖSV um eine Fristverlängerung angesucht. „Wir haben alle sehr viel Zeit in die Entwicklung der Skier gesteckt“, sagt sie. Immerhin verfüge die Firma noch über keine eigene Skisprung-Pressmaschine.

„Ich habe eine absolute Luxussituation. Alles was jetzt noch kommt, ist Draufgabe.“

Eva Pinkelnig, ÖSV-Skispringerin

Das soll sich bald ändern. Vorerst laufe alles noch durch die Skipressmaschine und „das ist bei 2,30 Meter Schluss. Hier ist mir dann meine Größe und mein geringes Gewicht zugute gekommen“. Der erste Sieg mit dem neuen Ski beim Continentalcupspringen in Stams vor gut einem Monat hat ihr gutes Gefühl weiter gestärkt. „Alle sind wir megahappy“, sagt sie mit ihrem gewinnenden Lächeln und vollster Überzeugung. Dass die Skier bei Temperaturen von Plus 30 Grad getestet und im Winter bei bis zu Minus 20 Grad funktionieren müssen, mache die Sache zusätzlich spannend. Doch Eva wäre nicht Eva, würde sie diese Herausforderung nicht reizen. „Ich bin es gewohnt zu kämpfen“, sagt sie, wohlwissend, dass sie jahrelang durch den Rost gefallen ist.

Eisspur ist präpariert

Jetzt freut sie sich auf die Titelkämpfe im Montafon, die ersten seit fünf Jahren. „Ich hoffe auf viele Zuschauer und gute Sprünge.“ Es wird für sie auch der erste Bewerb mit einer Eisspur nach der Sommerpause. In dieser hatte sie auch das Konditionstraining in ihre Hand genommen, verbrachte neben viel Zeit im OZ Dornbirn einige Tage auch zum Klettern in den Dolomiten oder zuhause bei der Familie. Jetzt ist sie bereit und macht sich keine Gedanken über eine gesteigerte Erwartungshaltung. „Da müsste ich mich ja damit beschäftigen, aber das tue ich nicht. Ich hoffe, ich kann das so beibehalten“, sagt sie selbstbewusst und verrät dann doch noch ein persönliches Ziel: Die 140-m-Marke soll fallen. Derzeit steht ihre Rekordmarke bei 139 m.

Österreichische Meisterschaften in der allgemeinen Klasse im Skispringen (SPL) und in der Nordischen Kombination (NK)

Samstag, Normalschanze in Tschagguns

9 Uhr: Probedurchgang (NK/SPL – 108 m)

10.30 Uhr: 1. Wertungsdurchgang (NK/SPL – 108 m), anschließend Finaldurchgang14 Uhr: Rollerrennen, 5 km Damen Rundkurs (2×2,5 km)

14.30 Uhr: Rollerrennen, 10 km Herren Rundkurs (4×2,5 km)

Vorarlberger Teilnehmer: Eva Pinkelnig; Ulrich Wohlgenannt, Elias Maurer, Niklas Bachlinger, Dominik Kulmitzer, Andre Fussenegger; Kilian Gütl (NK)

Die Meisterschaften auf der Großschanze finden am Sonntag in Innsbruck (Springen) bzw. Fulpmes (Rollerrennen) statt.