Eishockey: Julian Payr über das Aufstiegs-Abenteuer des U-20-Nationalteams in Minsk

Sport / 17.12.2019 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Kapitän Julian Payr bekommt von Igor Nemecek, Mitglied des Internationalen Eishockeyverbandes, die Trophäe für den Turniersieg überreicht. IIHF

Julian Payr erzählt vom Aufstiegs-Abenteuer des Unter-20-Nationalteams in Minsk.

Feldkirch Als „Cinderella-Story“ bezeichnet es der Internationale Eishockeyverband, die heimische Organisation ÖEHV als eine historische Überraschung. Der Turniersieg der Unter-20-Nationalmannschaft bei der WM 1A in Minsk sorgte für Schlagzeilen. Der 19-jährige Feldkircher Julian Payr, während der Saison in Diensten des Schweizer National League Klubs Ambri Piotta, war beim Turnier in Weißrussland Teamführer der rot-weiß-roten Auswahl. Der Kapitän des erfolgreichen Weltmeisterschaftsteams spricht über . . .

. . . die Bedeutung des Aufstiegs? Für mich als 2000er-Jahrgang ist es der schönste Abschied, den man sich vorstellen kann. Eine Goldmedaille im Nachwuchs zu bekommen, das ist einmalig.

. . . das Feiern auf dem Eis, in der Kabine und danach? Wir haben es uns richtig gegönnt. In der Kabine herrschte die pure Erleichterung, die Stimmung war unbeschreiblich. Das Team war unglaublich, der Zusammenhalt auch, wir waren eine zusammengeschweißte Einheit.

. . . den Durchmarsch bei der WM? Es war ein schwieriger Start mit der 3:4-Niederlage gegen Weißrussland. Aber zusammen mit der hohen 2:9-Niederlage in der Vorbereitung gegen Turnierfavorit Lettland war das dann ein Weckruf. Wir haben gegen Weißrussland schon gut gespielt, sind jedoch nicht belohnt worden. Aber wir wussten: Auf unserem Spiel können wir aufbauen.

. . . das schwierigste Spiel bei der WM? Das waren deren zwei. Einmal gegen Lettland, als wird 0:1 zurückgelegen waren. Da haben wir einen kühlen Kopf bewahrt und noch 2:1 gewonnen. Das letzte Spiel gegen Slowenien mit dem 4:1-Sieg war dann am schwierigsten. Wir wussten, dass Slowenien gegen den Abstieg kämpft, noch dazu mussten wir gewinnen. Das hat unser Spiel anfänglich auch gehemmt, aber am Ende sind uns die wichtigen Tore gelungen.

. . . das Tattoo zum Erfolg? Ein paar Spieler haben sich vor Ort das Aufstiegsdatum tätowieren lassen. Einem war die Goldmedaille ein Glatze wert. Ich habe weder das eine, noch das andere. Aber werde mir irgendwann noch eine coole Idee einfallen lassen.

. . . die Rolle als Kapitän? Ich war schon in der U-18-Auswahl Kapitän, dann in der ersten U-20-Saison Assistent. Ich habe probiert, von Anfang an Vorbild zu sein, auf dem Eis und auch sonst. Dazu gehört Disziplin ebenso wie Ernährung. Das Wichtigste ist aber, dass man sich gegenseitig pusht, für die Kollegen da ist, wenn es Probleme gibt, und die Bezugsperson zu den Trainern zu sein.

. . . den Anteil der Trainer am Erfolg? Das Trainerteam war richtig super. Wir waren mit der Taktik schon vertraut, haben ja auch in den jüngeren Auswahlen und auch im A-Nationalteam den gleichen Stil gespielt.

. . . den Tipp an Freund Marco Rossi, der heuer bei der WM fehlte, aber im nächsten Jahr bei der A-WM in Kanada spielberechtigt wäre? Man muss stolz sein, im Nationalteam dabei zu sein und sollte jedes Spiel genießen. Man muss mit der Einstellung hineingehen, als wäre es die letzte Partie für dich.

. . . die Chance, im nächsten Jahr in Kanada den Klassenerhalt in der A-Gruppe zu schaffen? Es wird ein sehr schwieriges und hartes Stück Arbeit. Einige bleiben ja dabei, der nächste Jahrgang hat auch gute Typen. Das Ziel muss einfach sein, ein Spiel zu gewinnen.

. . . die Aussicht, Teil der A-Nationalmannschaft bei der B-WM in Laibach zu sein? Nationalteamchef Roger Bader war in Minsk dabei, er war sehr stolz auf alle. Ich war zuletzt im Trainingslager in Norwegen nicht dabei. Schauen wir, was die Zeit bringt. Bader war aber mit allen U-20-Kandidaten sehr zufrieden.