Mit Herz und Verstand den Sieg erkämpft

Sport / 12.01.2020 • 21:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Robert Weber verzeichnete eine maximale Wurfausbeute und brachte es beim 34:30 gegen die Ukraine auf acht Tore.APA
Robert Weber verzeichnete eine maximale Wurfausbeute und brachte es beim 34:30 gegen die Ukraine auf acht Tore.APA

Österreich nach 34:30 gegen Ukraine vor Einzug in Hauptrunde.

Wien Das rot-weiß-rote Wintermärchen von Österreichs Handballern bei der EURO 2020 geht weiter: Nach dem 32:29 im Auftaktspiel zwingt die Equipe von Teamchef Ales Pajovic die ukrainischen Bären mit 34:30 in die Knie. Damit könnte man sich im abschließenden Vorrundenspiel am Dienstag (18.15 Uhr) gegen Nordmazedonien sogar eine knappe Niederlage erlauben, und trotzdem in die Hauptrunde der Top-12-Teams einziehen. „In den nächsten drei Stunden genießen wir diesen hart erkämpften und verdienten Sieg. Dann gilt der Fokus der Partie gegen Nordmazedonien, in der wir unseren Erfolgslauf fortsetzen wollen“, bilanzierte Pajovic nüchtern mit einem breiten Lächeln im Gesicht.

Offener Schlagabtausch

Der zweite Auftritt von Österreich vor 8500 Zuschauern in der Stadthalle, geleitet von den französischen Zwillingen Charlotte und Julie Bonaventura, entwickelte sich wie erwartet von Beginn an zu einem Krimi, der von den Angriffsreihen beider Teams geprägt war und die Torhüter im Schatten standen.

Kein Team konnte sich um mehr als zwei Tore Differenz absetzen (6:8/14. bzw. 11:9/20.), der knappe Pausenstand von 18:17 war die logische Folge. Nach Wiederbeginn konnte Österreich den knappen Vorsprung verteidigen, ehe sich die Ukraine bis zur 40. Minute mit 22:22 auf Schlagdistanz brachte und sogar mit 24:23 (42.) in Front ging. Ein Doppelschlag von Janko Bozovic, der zum Man of the Match gewählt wurde, sorgte aber dafür, dass Österreich wieder das Kommando übernahm und bis zum Abpfiff nicht mehr aus der Hand gab.

Finale furioso von Österreich

In den letzten zehn Minuten (Stand 27:27) stand die Partie auf der Kippe und beide Teams hatten die Möglichkeit zur Entscheidung. Österreich legte stets vor und trotz mehrerer Paraden des kurz vor der der Halbzeit eingewechselten Goalies Thomas Eichberger, gelang es nicht, sich abzusetzen. Beim Stand von 29:29 (54.) nahm Pajovic seine zweite Auszeit und fand die richtigen Worte. Die Entscheidung fällt, als zunächst Robert Weber nach einem Ballgewinn ins leere Tor zum 30:29 trifft. In Folge fabrizieren die körperlich abbauenden Ukrainer zwei Offensivfouls, die ÖHB-Top­skorer Nikola Bilyk in den folgenden Angriffen zur 32:29-Führung nützt und die Stimmung auf den Rängen wird zu einem Hexenkessel. Am Ende ist es der makellos agierende Weber, der mit seinem achten Treffer zum 33:29 das vorzeitige EM-Aus der Ukrainer besiegelte.

Neben Weber lieferten auch die weiteren drei Vorarlberger beim zweiten EM-Erfolg Österreichs eine starke Leistung ab. Lukas Herburger erwies sich im Deckungszentrum als Bollwerk und sowohl Spielmacher Gerald Zeiner als auch Linkshänder Boris Zivkovic durften sich über die ersten Torerfolge freuen. Besonders der Kracher in die Kreuzecke von Zivkovic hatte das Prädikat Weltklasse – so wie die Leistung des ganzen Teams. VN-JD

„Die Tür zur Hauptrunde steht offen, doch wir haben sie noch nicht durchschritten.“