Deshalb ist das WSG-Tirol-Spiel eine doppelte Heimpremiere für Altach

Sport / 06.06.2020 • 10:30 Uhr
Alex Pastoor zeigt sich vor dem ersten Heimspiel nach der Coronapause sehr fokussiert und überaus ruhig.<span class="copyright"> Adam</span>
Alex Pastoor zeigt sich vor dem ersten Heimspiel nach der Coronapause sehr fokussiert und überaus ruhig. Adam

Keine Fans, dafür erstmals mit Schörgenhofer als Referee in der Bundesliga.

Altach Alles bereit in der Cashpoint-Arena für das erste Match in der Coronazeit. Die Zuschauerränge mit Werbebannern ausgefüllt, überall weisen Absperrungen den Weg und die Liste der abzuarbeitenden Sicherheitsvorkehrungen ist lang. So wurde für das Heimteam extra im VIP-Zelt die Möglichkeit für den Pausenaufenthalt geschaffen, um so zu verhindern, dass beide Mannschaften denselben Ein- und Ausgang benutzen. All das beeindruckt Cheftrainer Alex Pastoor ebenso wenig wie das Zahlenspiel vor dem Westderby. Der Niederländer lässt sich von der 0:5-Pleite der Tiroler nicht täuschen und schenkt auch der makellosen Bilanz der Rheindörfler gegen die WSG Tirol – alle vier Heim-Pflichtspiele gewonnen – keine Aufmerksamkeit. Für ihn als Trainer, der in dieser Zeit einen 24/7-Job ausfüllt – „Wie sonst auch“, fügt er schmunzelnd hinzu – sei es maßgebend, dass die Basis bei der Mannschaft passt. Körperlich ist Pastoor, der immer nach Perfektion strebt, „sehr zufrieden“, am Spiel selbst bemängelt er noch die Effektivität. Es gehe darum, welche Entscheidungen man mit dem Ball treffe, ergänzt er. Zu spät gespielt, lässt den Mitspieler schnell im Abseits stehen. Bei einem zu schnell abgespielten Ball könne sich der Druck auf den Mitspieler erhöhen. Diesbezüglich sieht er noch Verbesserungspotenzial. „Wir hatten doch drei, vier Möglichkeiten, aber eben nicht die Riesenchance“, blickt er kurz auf das Mattersburg-Spiel zurück. Dabei hatte sein Team nicht nur mehr Ballbesitz, es ist auch jenes mit den meisten Pässen aller Klubs in der Qualifikationsgruppe – und weist mit 74 Prozent an angekommenen Pässen auch die höchste Passgenauigkeit auf. Was fehlt, ist der zwingende Druck im Abschluss.

Erstes Bundesliga-Spiel

Mit Robert Schörgenhofer feiert heute ein Schiedsrichter seine Premiere bei einem Altacher Bundesliga-Heimspiel, der mit Ende der Saison seine Pfeife für immer in die Schublade versorgen wird. Für den 47-jährigen Fahrdienstleiter ist dann nach mehr als 700 nationalen und internationalen Einsätzen endgültig Schluss. Schörgenhofer bleibt seiner Zunft dann als Beobachter treu, als Video Assistant Referee (VAR) müsste er wieder zu oft reisen. „Gerade die Coronazeit hat gezeigt, wie schön freie Wochenenden sind“, gibt er gerne zu. Deshalb kommt er auch zu seinem ersten BL-Einsatz in Altach. Interessant: Von bisher 19 geleiteten SCRA-Spielen, darunter sieben Derbys gegen die Austria bzw. den FC Lustenau) verlor Altach nur deren drei – allesamt auswärts. Ein weiteres Zahlenspiel, das bei Pastoor keine Regung hervorruft, ebenso wenig wie die erstmals leere Cashpoint-Arena bei einem Heimauftritt.

Erstmals bei einem Bundesliga-Heimspiel von Altach in der Cashpoint Arena im Einsatz: FIFA-Schiedsrichter Robert Schörgenhofer. <span class="copyright">gepa</span>
Erstmals bei einem Bundesliga-Heimspiel von Altach in der Cashpoint Arena im Einsatz: FIFA-Schiedsrichter Robert Schörgenhofer. gepa

„Gerade die Coronazeit hat gezeigt, wie schön freie Wochenenden sind.“

Robert Schörgenhofer, FIFA-Schiedsrichter


Für ihn zählen andere Dinge: Wer den gesperrten Emanuel Schreiner („Die Entscheidung fällt am Spieltag“) ersetzen wird, wie sich die Offensive gegen ein wohl defensives Tirol Räume erarbeiten kann. Und wie steht er zu einer Flügelzange Meilinger/Sam? „Alles ist möglich“, lässt er sich nicht in die Karten schauen. Also auch das Kader-Comeback von Netzer.