Jung, hungrig und unerfahren

Sport / 12.07.2021 • 19:47 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Mit seinen 23 Jahren zählt Kapitän und Mittelfeldstratege Florian Riedmann bei den Amateuren der Austria schon zu den routinierteren Akteuren.<span class="copyright">sams</span>
Mit seinen 23 Jahren zählt Kapitän und Mittelfeldstratege Florian Riedmann bei den Amateuren der Austria schon zu den routinierteren Akteuren.sams

Auf die Austria-Amateure wartet eine schwere Saison.

Wolfurt Sie waren es, die in der letzten Spielzeit doch ein wenig für eine Überraschung sorgen konnten: Mit vier Siegen in sieben Spielen platzierten sich die Amateure des SC Austria Lustenau auf dem fünften Tabellenrang und schockten im Laufe des abgebrochenen Grunddurchgangs so manchen Favoriten. „Letzte Saison klappte das ziemlich gut, die Frage ist, ob uns die anderen immer noch unterschätzen“, zeigt sich Kapitän Florian Riedmann aber skeptisch. So oder so: Die Austria-Amateure stehen vor keiner leichten Spielzeit.

Fehlende Routine als Manko

Mehrere Leistungsträger kamen der Mannschaft abhanden. So schaffte unter anderem Raul Marte den Sprung zu den Profis (fällt mit einer Herzmuskelentzündung aber für unbestimmte Zeit aus), Fabian Unterrainer wechselte zu Donau Linz und der Torgefährlichste der Vorsaison, Ismet Osmani, geht wieder in der Schweiz auf Torejagd. Mit Carlos Berlinger, Hannes Küng und Florian Rusch sind drei ehemalige Akademie-Spieler neu im Dress der Austria, mehrere Jungspunde wurden aus der U-18 hochgezogen. „Der Kader ist sogar noch einmal jünger als im Vorjahr“, merkt Amateure-Trainer Michael Kopf an. Besonders der Sprung zwischen Jugendfußball und Eliteliga dürfte manchen Talenten noch zu schaffen machen, ist sich der Trainer der Grün-Weißen sicher. „Erwachsenenfußball ist einfach etwas anderes. Da werden sich auch manche meiner Spieler noch anschauen.“ Kopf selber, der am Ende der vergangenen Saison bei den Profis in der 2. Liga gemeinsam mit Alexander Schneider das Interims-Trainerduo bildete, gibt zu, sich den Sprung zu den Profis auch einfacher vorgestellt zu haben. „Wenn du dann mit den Profis zum GAK oder Liefering fährst, merkst du, dass es nicht so leicht ist“, so Kopf.

Dennoch arbeite man in Ruhe daran, die Spieler Schritt für Schritt besser zu machen – im Idealfall sollen die „Jungen Wilden“ ja an die Kampfmannschaft herangeführt werden. Der Sprung zu den Profis komme in dieser Saison aber für seine Spieler vermutlich noch etwas zu früh, überlegt Kopf. Wobei man das ohnehin nie so genau wissen könne. „Die müssen sich an der eigenen Nase packen und nicht immer nur auf ihre Manager hören“, hat der 63-Jährige aber einen Rat für seine Schützlinge. Der Weg von der U-18 zu den Profis: Er ist nun einmal in den allerseltensten Fällen ein müheloser Durchmarsch. „Vom Nachwuchs in den Erwachsenenbereich ist es schon eine große Umstellung. Die Jungs brauchen ihre Zeit“, sieht Amateure-Kapitän Riedmann die Sache ähnlich. Etwas Erfahrung – mit 23 Jahren ist Riedmann neben Kubilay Kalkan (28) bereits einer der arriviertesten im Kader – würde der Mannschaft vermutlich gut tun. „Jemand wie Thiago früher fehlt uns natürlich schon.“

„Das wäre unangenehm“

Dass man in der Tabelle nicht unter den besten Mannschaften landen würde, davon gehe man aus, so der Kapitän der „Liga-Küken“. „Wir haben junge und hungrige Spieler. Natürlich sind wir eine Ausbildungsmannschaft, da ist das Hauptziel nicht unbedingt ein Top-Tabellenplatz.“ Dementsprechend bescheiden liest sich auch die Zielsetzung für die Saison: Seitens des Vereins sei der Ligaverbleib als Ziel ausgegeben worden, die Amateure sollen auch im kommenden Jahr in der VN.at-Eliteliga auflaufen, so der Trainer. Kopf weiß ob der Bedeutung, Talenten in der höchsten Amateurliga Chancen geben zu können: „Das wäre natürlich alles andere als angenehm, wenn das nicht geschafft wird.“

Auch deshalb gilt: „Wir müssen schauen, dass wir punkten können.“ Am besten schon im Auftaktspiel am Sportplatz an der Ratz, wie auch Riedmann bestätigt: „Einen Sieg zum Auftakt wünschen wir uns natürlich alle. Der gibt dir Sicherheit und Willen.“

„Erwachsenenfußball ist etwas anderes. Da werden sich manche noch anschauen.“