Eine erste Standortbestimmung, doch Potenzial nach oben bleibt

Sport / 25.07.2021 • 15:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Flugeinlage von Domenik Schierl nützt für einmal nichts. Im Bild von links zudem: Fabian Gmeiner, Daniel Kalajdzic und Matthias Maak. <span class="copyright">gepa</span>
Die Flugeinlage von Domenik Schierl nützt für einmal nichts. Im Bild von links zudem: Fabian Gmeiner, Daniel Kalajdzic und Matthias Maak. gepa

Austria Lustenau dreht Partie gegen den GAK dank Tabakovic-Doppelpack und gewinnt mit 2:1. Dabei boten die Grün-Weißen teilweise begeisternden Fußball.

Lustenau Es war das langersehnte Fußballfest, dass sich die Austria zum Saisonauftakt gegen den GAK bescherte. Beide Fanlager präsentierten sich nach der coronabedingten Abstinenz in bester Laune. Und auch auf dem Rasen duellierten sich – unter anderem vor den Augen von Teamstürmer Saša Kalajdžić, dessen Bruder Daniel beim GAK im Sturm begann – zwei Teams auf Augenhöhe. Das bessere Ende hatten die Grün-Weißen, die einen starken GAK dank eines Tabakovic-Doppelpacks mit 2:1 in die Knie zwangen. Als „erste Standortbestimmung“, bezeichnete Trainer Markus Mader den gelungenen Saisonstart.

Mit Mut und Lücke

Lustenau hatte den ersten dicken Sitzer durch Berger, er platzierte das Spielgerät nach einer Ecke aber nur an die Stange (11.). Der GAK hingegen versuchte sein Glück wiederholt über die Seite – und das funktionierte auch gut, da die Lustenauer Außen Stefanon und Cheukoua weit aufrückten und dadurch riesige Lücken in der Defensivarbeit entstanden. Das fiel auch Mader auf, der Coach korrigierte in der Halbzeit.

„Wir fallen jetzt nicht aus allen Wolken. Es steckt noch viel Potential in der Mannschaft.

Markus Mader, Trainer SC Austria Lustenau

GAK-Kooperationsspieler Sangare bewies in der 23. Spielminute erstmals, wieso er als heiße Aktie in der 2. Liga gilt: Gefühlvoll versenkte er den Ball von rechts im langen Eck – Torwart Schierl blieb chancenlos. Lustenau spielte aber munter weiter nach vorne, glich wenig später aus: Cheukoua behauptete sich im Sechzehner stark gegen Gantschnig, flankte in den Fünfmeterraum – Tabakovic brauchte nur mehr den Kopf hinzuhalten (31.). Doch die Gastgeber waren weiterhin anfällig, eine ordentliche Portion Glück verhinderte den erneuten Rückstand: Bei einem Seidl-Abschluss von der linken Seite rettete das Lattenkreuz (36.). 

Admiral 2. Liga

1. Spieltag

SC Austria Lustenau – Grazer AK 1902 2:1 (1:1)

Reichshofstadion, 1670 Zuschauer, SR Jandl

Torfolge: 24. 0:1 Mamadou Sangare, 31. 1:1 Haris Tabakovic, 65. 2:1 Haris Tabakovic

Gelbe Karten: 30. Sangare (Foulspiel), 61. Gabbichler (beide GAK), 67. Tabakovic (Lustenau), 77. Huber (GAK/alle Unsportlichkeit), 81. Cheukoua (Foulspiel), 87. Saracevic (beide Lustenau/Unsportlichkeit), 90./+5 Wallace (Lustenau/Unsportlichkeit)

Gelb-Rote Karte: 90./+4 Markus Rusek (GAK/Unsportlichkeit)

SC Austria Lustenau (4-2-3-1): Schierl (2) – Gmeiner (3), Maak (3), Hugonet (3), Berger (3); Marceta (3), Grabher (3); Cheukoua (3/83. Wallace/0), Saracevic (2/89. Türkmen/0), Stefanon (3); Tabakovic (2/76. Bösch/0)

GAK (4-3-1-2): Nicht (3) – Huber (3), Perchtold (3), Gantschnig (4); Weberbauer, 3/77. Fink/0), Rusek (3), Nutz (3), Seidl (3); Sangare (2); Gabbichler (3); Kalajdžić (4/57. Pedro/4))

Freistoßvariante ins Glück

Direkt nach der Pause fehlte abermals nur wenig für einen Grazer Treffer. Neuzugang Rusek versuchte es aus gut 20 Metern, verfehlte sein Ziel nur knapp. Anschließend gewannen die Lustenauer die Überhand, einzig die Genauigkeit im Spiel nach vorne fehlte. Mit einer sensationell gespielten Freistoß-Variante drehte die Austria aber das Spiel. Saracevic und Cheukoua täuschten an, ersterer spielte den Ball scharf zu Grabher in den Rückraum. Von dort ging es ebenso platziert vor’s Tor – und Tabakovic verwertete zum Doppelpack. Der GAK war überrumpelt, die Fans staunten.

Die Schlussphase wurde hektisch, die Karten saßen locker. Lustenau hätte durch Stefanon (74. & 86.) den Deckel draufmachen können, auf der Gegenseite hielt ein bärenstarker Schierl aber gegen Rusek den Sieg fest (89.). Der frustrierte GAK-Sechser sah in der Nachspielzeit noch doppelt Gelb – dann waren die ersten Punkte eingetütet. „Das soll nicht heißen, dass wir jetzt aus allen Wolken fallen. Wir müssen Tag für Tag weiterarbeiten: Es steckt noch viel Potential in der Mannschaft“, analysierte Mader dennoch nüchtern. FB