Sandra Urach: „Es ist mein Marathon, deshalb will ich ein Teil davon sein“

Sport / 10.10.2021 • 06:00 Uhr
Sandra Urach: „Es ist mein Marathon, deshalb will ich ein Teil davon sein“
Bei ihrem Rekordlauf 2019 lief die Tochter gemeinsam mit Sandra Urach ins Ziel. Steurer

Voralbergs schnellste Marathon-Dame beschreibt für VN.at die Faszination 3-Länder-Marathon. Die 45-jährige Dreifachsiegerin fehlt 2021 und ist dennoch sie dabei

Bregenz Sie ist das weibliche Gesicht des Sparkasse 3-Länder-Marathons, doch 2021 ist Sandra Urach in neuer Rolle dabei. An der Information arbeitet sie für das OK-Team und für die VN beobachtet sie den Wettkampftag. Ein verkürzter Hüftbeuger aufgrund vieler Skitouren im Winter hat das Training in diesem Jahr etwas beeinflusst, sodass ihr am Ende ein paar lange Läufe („Sie sind das Erfolgsrezept für einen Marathon“) für einen Start fehlten. Eine echte Vorbereitung, so erzählt die 45-Jährige über ihre Trainingssteuerung, beinhalte 20 Läufe zwischen 40 und 45 Kilometer. „Ich bin zwar immer gelaufen, aber das Wettkampftraining fehlte.“ Verzichten wollte die Bregenzerwälderin dennoch nicht auf das Rennen und so hilft sie nun in der Organisation. Zudem gibt es das Versprechen 2022 wieder dabei zu sein. „Ich fühl mich als Teil dieses Marathons. Es ist mein Marathon.“ Seit 2019 hält sie die Bestzeit für Frauen über die 42,195 Kilometer. Für die VN blickt sie auf die Eckpfeiler des 3-Länder-Marathons.

Start Erfolgt auf einer Insel, das ist besonders, wie auch der Weg über die Brücke auf das Festland. Wichtig ist, das richtige Tempo zu finden und sich in einer Gruppe einzufügen. Selbst wenn diese hinsichtlich der angepeilten Zeit langsamer unterwegs ist. Sekunden, die du anfangs vielleicht zu langsam läufst, können eingeholt werden. Es ist wichtiger, nicht alleine zu laufen.

Kilometer 5 Beim Marathon ist es wichtig, sich alle fünf Kilometer zu verpflegen und früh genug anzufangen. Viele machen den Fehler, erst etwas zu sich nehmen, wenn der Durst kommt. Dann ist es oft schon zu spät. Persönlich nehme nur ein Sportgetränk zu mir und verzichte auf Gels und feste Nahrung.

Bregenzer Hafen Über die Pipeline gelangt man Richtung Schiffshafen, wo viele Zuschauer für Euphorie sorgen. Und es wartet mit der Festspielbühne das nächste Highlight.

Halbzeit In Fußach passiert man die Halbdistanz (21,1 km). Mein Gefühl dabei war bislang stets, dass sich alles noch sehr locker und kontrolliert anfühlte. Ich denke so sollte es auch sein, weil die zweite Hälfte mit Sicherheit die schwierigere ist. Persönlich finde ich den ersten Streckenabschnitt schöner.

Schweizer Grenze Nach dem Ortszentrum von St. Margrethen folgt der vielleicht unattraktivste Abschnitt entlang eines Gewerbegebietes bis zum Rheinpark. Kurz vor dem Rheindamm wartet wieder eine Verpflegungsstation. Hier gilt es, sich nochmals gut zu verpflegen. In einer Gruppe zu laufen ist zudem ein Vorteil, da hier oft der Wind von allen Seiten weht. Trotzdem mag ich persönlich den bei vielen Läufern so unpopulären Streckenabschnitt sehr gerne. Es ist eine lange Gerade, wo man nichts denken muss – keine Kurven, Überholmanöver oder ähnliches. Verlässt man den Damm, überquert man noch einmal den Rhein in Richtung Dorfzentrum Hard, wo man danach auf die Halbmarathonläufer stößt. Die letzten Kilometer sind zwar richtig hart, doch von den Leuten am Streckenrand wird man fast ins Ziel getragen wirst.

Zieleinlauf Das Stadion ist für mich ein weiteres Highlight. Bei gutem Wetter ist die Stimmung phänomenal. Das ist Einzigartig.

Resümee Der 3-Länder-Marathon ist ein Muss für jeden Marathonläufer. Eine sehr schnelle und flache Strecke. Nicht mehr Wind bzw. Gegenwind wie bei einem Stadtmarathon. Ein Plus ist auch die einfache An- und Abreise, der Vorteil im eigenen Bett schlafen und das gewohnte Frühstück zu sich nehmen zu können. Auch der Termin ist perfekt. Im September ist es oft noch sehr warm, im November oder Dezember ist es bei uns schon wieder kalt, nass und dunkel.