Blau-Weiß vermeldet Königstransfer

Sport / 08.06.2022 • 20:02 Uhr
Beate Scheffknecht mit Sohn Lion beim Länderspiel im März in Bregenz gegen Island.GEPA
Beate Scheffknecht mit Sohn Lion beim Länderspiel im März in Bregenz gegen Island.GEPA

Feldkirch verpflichtet Teamspielerin Beate Scheffknecht.

Lustenau, Feldkirch Beate Scheffknecht ist unbestritten die erfolgreichste Handballerin Vorarlbergs. Nachdem die 32-jährige Lustenauerin letzten Oktober erstmals Mutter wurde, wird die 102-fache ÖHB-Teamspielerin noch einmal auf der Handballbühne durchstarten und verstärkt kommende Saison in der WHA-Meisterliga den HC Sparkasse Blau-Weiß Feldkirch.

14 Jahre Legionärin in Deutschland

Die wurfgewaltige Rechtshänderin, die nach 14 Jahren als Legionärin in Deutschland mit Stationen bei Nürnberg (2008/09), Bietigheim (2009 bis 2011), Göppingen (2011 bis 2015) und insgesamt sieben Spielperioden beim deutschen Rekordmeister Thüringer HC, wieder in ihre Heimat zurückkehrt, fiebert ihrem Comeback mit Freude und Respekt entgegen. „Bedingt durch einige langwierigere Verletzungen ist ein Restart ja nicht ganz so neu oder mit vielen Unbekannten, verbunden. Doch die erste Kontaktaufnahme mit meinen künftigen Teamkolleginnen war herzlich und hat mich in meiner Entscheidung bestätigt. Ich verspüre immer noch große Lust am Handballsport und freue mich definitiv darauf, wieder einmal Harz an den Fingern zu spüren. Bis zum vereinbarten Trainingsstart Anfang Juli heißt es nun, auch körperlich wieder in Schwung zu kommen. Ich habe Ende Februar 2021 mein letztes Bewerbsspiel bestritten, denke aber, dass ich schon in Schwung kommen werde.“

Die 102-fache Teamspielerin, die mit 429 Treffern in der ewigen ÖHB-Torschützenliste Rang 13 einnimmt, macht kein Hehl daraus, dass die EURO 2024, die in Österreich, der Schweiz und Ungarn ausgetragen wird, maßgeblichen Anteil an ihrem Comeback hatte. „Als Sportler gibt es nichts Schöneres, als wenn man bei einer Heim-EM spielen kann. Österreich wird Ende November seine Vorrundenspiele in Innsbruck austragen und da will ich dabei sein.“

Für Scheffknecht ist klar, dass ohne das Wohlwollen ihrer Eltern und Lebensgefährte Benjamin Trautvetter (Anm. Kotrainer beim Alpla HC Hard) eine Rückkehr auf die Handballbühne nicht möglich gewesen wäre. „Trotz meiner sportlichen Ambitionen wird Sohn Lion immer an erster Stelle stehen. Zum Glück kann ich auf die Hilfe meiner Eltern und von Benjamin bauen.“

Keine Anfrage vom SSV Schoren

Auf die Frage, warum sie zu Blau-Weiß Feldkirch, und nicht zu ihrem Stammverein SSV Schoren wechselt, hat Scheffknecht eine einfache Erklärung: „Weil mich niemand von Seiten des SSV Schoren kontaktiert hat. Im Gegensatz dazu hat sich Feldkirch schon bevor ich meinen Lebensmittelpunkt von Erfurt nach Lustenau verlegt habe, bei mir erkundigt, ob ich mir bei einem Comeback einen Wechsel vorstellen könnte. Die Verantwortlichen haben sich sehr bemüht, und als ich den Entschluss gefasst habe, sind wir relativ schnell einig geworden.“

Erleichtert hat den Wechsel auch der Kontakt zu Julia Feierle-Scheidbach: „Mit ihr habe ich vor über 20 Jahren begonnen und wir haben immer gesagt, dass wir noch einmal zusammen in einer Mannschaft spielen wollen. Ab Sommer ist es nun möglich und ich freue mich sehr darauf“, erklärt die Lustenauerin glücklich. VN-JD

„Ohne die Unterstützung meiner Familie wäre eine Rückkehr nicht möglich gewesen.“

Scheffknecht absolvierte 102 Länderspiele und hält bei 426 Toren.GEPA
Scheffknecht absolvierte 102 Länderspiele und hält bei 426 Toren.GEPA

Zur Person

Beate Scheffknecht

Absolvierte bislang 102 A-Länderspiele und erzielte dabei 426 Tore.

Geboren 27. Februar 1990

Ausbildung Matura 2008 Sportgymnasium Dornbirn; Fernstudium Grafik und Design

Stationen als Spielerin
SSV Dornbirn-Schoren (2000 bis 08), 1. FC Nürnberg (2008/09), SG Bietigheim (2009 bis 11), FrischAuf Göppingen (2011 bis 15), ab 2015 Thüringer HC

Größte Erfolge
5. European Youth Olympic Festival 2007; 16. WM 2007; 15. EM 2008; 10. WM 2009; Deutschen Meister und Suopercupsieger 2016 und 2018 sowie Cupsieger 2019