Mit einem blauen Auge
Austria Lustenau holte in Hartberg etwas glücklich ein 1:1.
Hartberg Glaubt man den Worten von Austrias Trainer Markus Mader direkt nach dem 1:1 beim TSV Hartberg, muss die stundenlange Heimfahrt gen Vorarlberg gemütlich vonstatten gegangen sein. „Weil wir bei einem starken Gegner einen Punkt geholt haben, das dritte Mal in Folge ungeschlagen sind. Was diese Fakten betrifft, bin ich sicher nicht unzufrieden“, so Mader. Blickt man aber etwas genauer zurück auf das Remis in der wunderschönen Oststeiermark, müsste sich der 54-Jährige aber dennoch etwas ärgern, dass es nicht drei Punkte geworden sind.
Chance verpasst
Die Chance dafür war allemal da, weil man in der ersten Halbzeit nach rund 15 Minuten das Spiel gegen den verunsicherten Tabellenletzten klar in der Hand hatte. Dazu durch den wunderschönen Weitschusstreffer von Hakim Guenouche (29.) auch noch in Führung ging – übrigens der erste Bundesligatreffer des Franzosen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte Pius Grabher, der den an Bänderrissen im Knöchel laborierenden Matthias Maak als Kapitän ersetzte, und Co. einfach mehr Kapital aus der Situation schlagen müssen. Denn im Laufe der Saison gelang es den Hartbergern keinmal, einen Rückstand noch in einen Punkt umzuwandeln.
Doch der mutlose Auftritt in der zweiten Halbzeit spielte den Hausherren, bei denen Ex-Altach Trainer Klaus Schmidt schwer unter Druck stand, in die Karten.
Vor allem die Hereinnahme von Ruben Providence auf Seiten der Steirer zur Halbzeit bereitete den Grün-Weißen große Probleme. Der 21-jährige Franzose tauchte überall dort auf, wo es der Defensive der Austria weh tat. So kam er, wenn auch etwas glücklich, nach Abpraller von Jean Hugonet, zum Ausgleichstreffer (58.). Ein Treffer der noch mehr Wirkung zeigte für die Mader-Elf, die ihre Balance im Spiel vollends verlor. Zudem wurden Möglichkeiten im Konter, weil die Heimsichen unbedingt den Sieg wollten und Räume zuließen, durch schlampige Zuspiele und Unkonzentriertheiten fahrlässig hergeschenkt. In den letzten Minuten musste man sich bei Fabian Gmeiner, der einen Volley von Dario Tadic (89.) in letzter Sekunde blocken konnte, und Domenik Schierl, der einen Freistoß von Tadic mit den Fingerspitzen an der Stange vorbeidrehte, bedanken, dass man nicht mit leeren Händen im Bus gen Westen saß. Was auch Grabher zugab: „Die erste Halbzeit gehörte uns, die zweite den Hartbergern. Und zum Schluß haben wir zugegebenermaßen auch Glück gehabt. Deswegen sind wir mit dem Remis happy.“
Damit geht man mit drei Remis in Folge ins große Derby gegen den SCR Altach, der mit dem 1:1 gegen Sturm Graz Selbstvertrauen tankte.
„Erste Halbzeit waren wir besser, zweite Hartberg. Am Ende hatten wir auch etwas Glück.“