Deshalb macht Atdhe Nuhiu den Unterschied

Sport / 09.11.2022 • 07:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Deshalb macht Atdhe Nuhiu den Unterschied
VN, GEPA

VN-Fußballexperte Dieter Alge wagt vor dem Derby in Lustenau die Prognose: leichter Vorteil für Altach.

Lustenau Es ist das 29. Aufeinandertreffen beider Klubs im bezahlten Fußball, es ist das letzte Spiel der Herbstrunde, es ist das Derby: Zum Jahresabschluss der Bundesliga duellieren sich am Samstag (17 Uhr) die Lustenauer Austria und der SCR Altach ein zweites Mal im Grunddurchgang.

VN-Fußball-Analyst Dieter Alge hat den Weg beider Teams in den ersten 15 Runden verfolgt und zieht einen Vergleich. Sein Fazit: leichte Vorteile für Altach.

Tor: ausgeglichen

Austria-Goalie Domenik Schierl . . .
Austria-Goalie Domenik Schierl . . .
. . . und Tino Casali sind sichere Rückhalte ihrer Mannschaft. <span class="copyright">gepa/2</span>
. . . und Tino Casali sind sichere Rückhalte ihrer Mannschaft. gepa/2

Domenik Schierl (Austria/28) und Tino Casali (Altach/26) sind zwei unterschiedliche Torhütertypen. Schierl spielt bislang aus meiner Sicht eine gute Saison und hat sich keine groben Schnitzer geleistet. Für die Austria ist der Salzburger ein sehr guter Rückhalt, der besonders auf der Linie Topleistungen zeigt. Zudem bringt er eine gute Fußtechnik mit. Altachs Casali sehe ich bei Flankenbällen etwas im Vorteil. Der Kärntner ist ein moderner Schlussmann, der gerne mit dem Fuß spielt. Dies wurde dem Torhüter allerdings schon öfters zum Verhängnis. Casali ist in Altach nicht unumstritten, für mich aber ein solider Torhüter, der zuletzt gegen Sturm eine super Leistung zeigte.

Abwehr: ausgeglichen

In der Abwehr müssen Jean Hugonet . . .
In der Abwehr müssen Jean Hugonet . . .
. . . und Jan Zwischenbrugger die Chefrolle im Derby übernehmen. <span class="copyright">gepa/2</span>
. . . und Jan Zwischenbrugger die Chefrolle im Derby übernehmen. gepa/2

Beide Klubs suchten lange nach der idealen Formation. Austria-Coach Markus Mader (54) ist nach den Ausfällen von Matthias Maak (verletzt/30) und Dario Grujcic (Gelb-Rot/23) gezwungen, im Derby seine letzte Reihe komplett neu zu ordnen. Ich bin deshalb sehr gespannt, ob Mader mit einer Dreier- oder Viererkette spielen lässt. Nach dem Ausfall von Maak muss Jean Hugonet (22) in die Rolle des Abwehrchefs schlüpfen. Zumal der 22-jährige Franzose für mich aufgrund seiner Ausstrahlung und Persönlichkeit ein absoluter Leadertyp ist, der in Austrias Verteidigung nicht mehr wegzudenken ist. Dennoch wird es für die Lustenauer nicht leicht, die zuvor angesprochenen Ausfälle kompensieren zu können.

Altachs Coach Miroslav Klose (44) wird seiner Dreierkette auch im Derby treu bleiben. Davon bin ich überzeugt. Allerdings muss auch er improvisieren, muss er doch den zuletzt stark spielenden Nosa Edokpolor (Gelbsperre/26) ersetzen. Kein unwesentlicher Faktor, was die wiedererlangte Stabilität betrifft: Sollte nämlich Mader Anderson (24) in die Innenverteidigung beordern, dann könnte ich mir Bryan Teixeira (22) als Schachzug für einmal auf der rechten Seite vorstellen. Der vielleicht sprintstärkste Flügelspieler der Liga könnte so dem Edokpolor-Ersatz Kopfzerbrechen bereiten. Altachs Abwehr indes, mit Jan Zwischenbrugger (32) als zentrale Figur, hat an Stabilität zugelegt. Felix Strauss (21) passt für mich perfekt für ein Derby, auch wenn er zuletzt zwei Elfmeter verschuldete. Dank seiner Mentalität kann er in so einer Partie entscheidend sein.

Mittelfeld: Ausgeglichen

Bei der Austria ist Pius Grabher der Taktgeber . . .
Bei der Austria ist Pius Grabher der Taktgeber . . .
<p class="caption">. . . bei Altach heißt der Antreiber Lukas Jäger. <span class="copyright">gepa/2</span></p>

. . . bei Altach heißt der Antreiber Lukas Jäger. gepa/2

Die Mittelfeldreihen beider Teams sind mit interessanten Spielern besetzt. Bei der Austria sehe ich Pius Grabher (29) als den zentralen Mann. Das Lustenauer Eigengewächs spielt für mich eine richtig gute Saison. An seiner Seite erwarte ich Torben Rhein (19) oder Stefano Surdanovic. Den gebürtige Welser kenne ich noch aus meiner Zeit bei der SV Ried. Die Entwicklung des 23-Jährigen freut mich persönlich. Kaum ein anderer Spieler in der Bundesliga kann die Bälle so gut fixieren wie er. Zudem hat er seinen Torinstinkt stark verbessert. Weiters kann ich mir vorstellen, dass Mader sein Flügelspiel mit Anderson und Teixeira gegen die Altacher nochmals genau ins Visier nehmen wird. Auch könnte Michael Cheukoua (25), zuletzt wenig eingesetzt, wieder ein Thema werden. War er doch im ersten Aufeinandertreffen beider Klubs eine auffällige Figur.
Bei den Altachern bilden die beiden „Sechser“ Lukas Jäger (28) und Bakary Nimaga (27) das Herzstück. Der Spielaufbau läuft meist über einen der Spieler. Defensiv sind beide zudem gute Abräumer. Immer besser ins Rollen kommt Alexis Tibidi. Der 19-jährige Franzose hat mir gegen Sturm sehr gut gefallen. Seine Körpersprache ist eine völlig andere als noch vor zwei Monaten. Mit seiner Technik und Schnelligkeit ist er für jeden Gegner gefährlich und unberechenbar. Auch die Formkurven von Altachs Flügelspieler Jan Jurcec (21) und Csaba Bukta (21) zeigen nach oben.

Angriff: Vorteil Altach

Er ist der Beste: Altachs Atdhe Nuhiu überragt die Angriffsreihen beider Ländle-Teams. <span class="copyright">gepa</span>
Er ist der Beste: Altachs Atdhe Nuhiu überragt die Angriffsreihen beider Ländle-Teams. gepa

Der Abgang von Haris Tabakovic (28) hat eine große Lücke im Angriff der Austria hinterlassen. Den Grün-Weißen fehlt ein Stoß-Stürmer. Anthony Schmid (23) kann den Part einnehmen, fehlte zuletzt aber verletzungsbedingt. Hingegen ist Lukas Fridrikas (24) ein ganz anderer Spielertyp. Deshalb sehe ich dieser Formation einen klaren Vorteil bei Altach. Denn Torjäger Atdhe Nuhiu ist quasi die Lebensversicherung ist für die Rheindörfler. Der 33-Jährige ist in Topform und kann meiner Meinung nach den Unterschied in diesem Derby machen. Aber auch ein Noah Bischof (19) hat schon gezeigt, mit welchen Qualitäten er ausgestattet ist.

Analyse von Dieter Alge (56). Er ist Fußballtrainer mit Erfahrung im Profi-, Amateur- und Nachwuchsbereich.
Analyse von Dieter Alge (56). Er ist Fußballtrainer mit Erfahrung im Profi-, Amateur- und Nachwuchsbereich.

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