Bregenzer Stadion wird nicht reichen

Sport / 07.12.2022 • 19:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Größe des Spielfeldes im Bregenzer ImmoAgentur-Stadion ist nur eines der Probleme für eine mögliche Bundesligazulassung.Roland Paulitsch
Die Größe des Spielfeldes im Bregenzer ImmoAgentur-Stadion ist nur eines der Probleme für eine mögliche Bundesligazulassung.Roland Paulitsch

Dem ImmoAgenur-Stadion in Bregenz fehlen mehrere Lizenzkriterien, Ausnahmen wird es wohl keine geben.

Bregenz In elf Monaten soll es endlich soweit sein mit dem Baustart für den Neubau im Lustenauer Reichshofstadion. Für die Austria könnte der Baubeginn im November 2023 allerdings zu spät kommen, die Ausnahmegenehmigung der Bundesliga läuft nur bis 30. Juni 2024 – für die Fertigstellung des Stadions. Das ist der spätest mögliche Zeitpunkt, das ist in den Stadionbestimmungen der Liga eindeutig formuliert.

Da ein etappenweiser Bau mit der Kür des Siegerprojekts von Bernardo Bader im März 2018 ausgeschlossen wurde – die Bauweise mit Betonsockel und integrierten Flutlichtelementen lässt ein schrittweises Vorgehen nicht zu –, braucht die Austria für den Großteil der Bauzeit, die derzeit vorsichtig mit eineinhalb Jahren angegeben wird, eine neue Heimat. So weit, so bekannt. Doch bislang wurden stets drei Optionen gehandelt: Der Umzug zum Rivalen nach Altach, die lange Fahrt nach Innsbruck oder die Reaktivierung des Bregenzer ImmoAgentur-Stadions als Bundesligaheimstätte.

Bestimmungen

Da Bregenz aber weder über eine Rasenheizung noch über die passende Spielfeldbreite oder ein bundesligataugliches Flutlicht verfügt, verpasst das Stadion zahlreiche A-Kriterien, die als Grundlage der Stadionzulassung dienen. Diese A-Kriterien können ab Sommer 2024 auch nicht mehr per Ausnahmegenehmigung außer Kraft gesetzt werden. Einzige Möglichkeit, die Kriterien aufzuweichen: Die Austria stellt einen Antrag auf Änderungen der Bestimmungen. Dazu bräuchte es aber einen Beschluss aller Klubs, was angesichts der Infrastrukturoffensive, die 2013 gestartet wurde, völlig illusorisch erscheint.

Eine Ausnahmegenehmigung gab es in den vergangenen Jahren neben der Austria nur für den LASK, der in Pasching nicht auf die geforderte Spielfeldbreite 68 Meter kommt. Doch die Oberösterreicher werden ab dem Frühjahr auf keine Ausnahmen mehr angewiesen sein, dann ziehen sie in ihre neue Arena in Linz um. Das Eröffnungsspiel findet am 24. Febraur 2023 just gegen Austria Lustenau statt. Eine Woche später müssen die Lizenzanträge bei der Bundesliga eingereicht werden. Spätestens dann muss klar sein, wo die Austria in der kommenden Saison ihre Heimspiele höchsten Liga Österreichs austragen wird. Sonst werden die Grün-Weißen schwerwiegende Probleme beim Erhalt der Bundesligalizenz bekommen.

Neue Lizenzkriterien

Gespräche zwischen Vereinen und Liga hätten gestern bei der Klubkonferenz und Hauptversammlung in Wien geführt werden können. Dort wurden u.a. Weichen für die Zukunft des österreichischen Profifußballs gestellt. So ist ab der Saison 2023/24 die Förderung von Frauenfußball als verpflichtendes B-Kriterium in den Lizenzbestimmungen verankert. Auf die finanzielle Nachhaltigkeit und den beständigen Abbau von negativem Eigenkapital zielt ein neues Lizenzkriterium ab, wonach negatives Eigenkapital ab sofort jedes Jahr um mindestens zehn Prozent reduziert werden muss. Dieses ist für die kommende Saison 23/24 noch als C-Kriterium verankert, mit der Saison 24/25 wird es zum B-Kriterium, ab 25/26 zum A-Kriterium. VN-EMJ, MKR

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.