Hard droht das frühe Aus

Nach der 27:29-Heimpleite gegen den HC Linz sind die Roten Teufel zum Siegen verdammt.
Hard Mit dem ÖHB-Cupsieg in der Tasche wollte der Alpla HC Hard das neu gewonnene Selbstvertrauen ins Viertelfinale der Meisterschaft mitnehmen. Doch der Favorit wiederholte alte Fehler und stolperte in Spiel eins der Best-of-Three-Serie gegen Linz und kämpft nun in einer Woche bereits gegen das vorzeitige Saisonende.
Dabei waren die Roten Teufel nach der Länderspielpause gut in das erste Play-off-Spiel gestartet. Trainer Hannes Jon Jonsson setzte zu Beginn auf den routinierten Mittelblock mit Ivan Horvat, Nico Schnabl und Dominik Schmid. Angeführt von diesem Trio funktionierte die Offensive reibungslos, defensiv ließen die Harder allerdings bereits zu Beginn zu viele einfache Abschlüsse der Linzer zu. Die Jonsson-Sieben war dennoch schnell jeweils zwei bis drei Tore in Front und vergab eine höhere Führung, weil sie manchmal zu verspielt auftrat. Ein Flieger-Versuch hier, ein No-Look-Pass da – Hard strotzte in dieser Phase vor Selbstvertrauen ohne Linz nachhaltig weh zu tun. Als die Oberösterreicher den 10:10-Ausgleich erzielten, schaltete Frederic Wüstner einen Gang höher und traf in Überzahl doppelt ins leere Tor. Zur Pause führten die Hausherren, die bereits munter durchgewechselt hatten, sicher mit 16:13. Am voraussichtlichen Sieger der Partie schienen wenig Zweifel zu bestehen. „Wir sind mit einer Führung in die Pause gegangen und hatten eigentlich alles im Griff. Danach wollten wir die Spannung hochhalten, das ist uns einfach nicht gelungen“, sagte Abwehrchef Wüstner nach der Partie.
Die Harder ließen fortan ihre aggressive Körpersprache vermissen. Im Gegenzug glaubten die Gäste stets an ihre Chance und starteten gut in die zweite Hälfte. Nach knapp acht Minuten gelang Dejan Babic, der in der nächsten Saison ins Hard-Trikot schlüpfen wird, der Ausgleich zum 19:19. Nachdem Horvat mit einem Hammer wieder zur Harder Führung traf, zogen die Roten Teufel wieder auf zwei Tore Vorsprung davon. Es dauerte allerdings nur wenige Minuten, dann war Linz wieder dran. Angeführt vom starken Alexander Hermann gelang den Gästen der 23:23-Ausgleich.
Keine Kreativität im Angriff
Nun nahm Jonsson ein Timeout, brachte Emanuel Baldauf als neuen Keeper und setzte im Rückraum fortan auf Schnabl, Karolis Antanavicius und Nikola Stevanovic. Baldauf parierte gleich den ersten Wurf, doch die Offensive der Hausherren kam nun völlig zum Erliegen. Antanavicius und Stevanovic trafen zusammen nur zwei ihrer sieben Würfen. Doch anstatt Horvat und Schmid wieder auf die Platte zu bringen, wartete Jonsson ab und sah, wie Linz in der 50. Minute erstmals in Führung ging (24:23). Entschieden war die Partie damit aber noch lange nicht, denn ein Doppelpack von Horvat brachte die Roten Teufel dreieinhalb Minuten vor Schluss nochmals in Führung (27:26). Kurz darauf knallte Stevanovic einen freien Wurf nur an die Latte, auf der Gegenseite hatten Tine Gartner und Babic ihr Visier besser eingestellt. Hard wirkte ratlos, auch nach dem letzten Timeout gelang es den Hausherren nicht mehr, einen guten Angriff zu kreieren. Zur Freude der Gäste, die nach 60 Minuten ein verdientes Siegestänzchen aufs Parkett legten.
„Wir haben die letzte Konsequenz vermissen lassen, dafür ist Linz ein zu starker Gegner.“