
Marco Rossi: “Ich weiß, wo ich mich verbessern muss”
Vorarlbergs Eishockey-Aushängeschild Marco Rossi (22) steht bereits wieder im Training für die nächste Saison in der NHL.
Rankweil Marco Rossi hat bereits die ersten Eistrainings hinter sich, befindet sich nach seinem Urlaub bereits wieder im Aufbaumodus für seine zweite Saison in der besten Eishockeyliga der Welt. Dabei setzt der 22-Jährige auf die Luft in Vorarlberg, absolviert die Vorbereitung gänzlich im Ländle.
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Herr Rossi, wie sehr haben Sie den Urlaub nach ihrer langen Saison mit über 90 Spielen gebraucht?
Den habe ich wirklich gebraucht. Denn die Saison in der NHL und dann die WM in Tschechien haben schon an meinen Kräften gezehrt. Rhodos war dafür der perfekte Ort, meine Freundin Stefanie und ich konnten erstmals nach langer Zeit richtig entspannen. Wobei körperlich habe ich mich, trotz der vielen Spiele, gut gefühlt. Da kommt eben das letztjährige harte Sommertraining zum Tragen.

Hatten Sie auch Zeit, ihre erste komplette Saison in der NHL und die tolle WM mit Österreich zu reflektieren?
Es ist schon einiges geschehen im vergangenen Jahr. Ich bin froh, wie es gelaufen ist, sowohl bei den Minnesota Wild als auch beim Nationalteam, was mir auch wieder Hunger nach mehr gemacht hat. Deswegen habe ich mir von Stefanie im Urlaub einen Rüffel eingeholt, weil ich schon wieder an Verbesserungen in meinem Spiel gedacht habe.
Woran denken Sie?
Ich weiß, wo ich mich verbessern muss. Also, schneller und stärker geht immer. Deswegen werde ich an meinem Programm in der Vorbereitung nichts ändern, gleich hart, wenn nicht härter an mir arbeiten, um wieder topfit in die Saison zu gehen. Zudem werde ich an meinem Schuss arbeiten, diesbezüglich will ich noch gefährlicher werden.

Im Vergleich zur letzten Saison wird heuer nicht in den USA, sondern im Ländle geschuftet, gemeinsam mit Pioneers-Coach Dylan Stanley. Wie schaut der Plan aus?
Dylan und ich arbeiten in Absprache mit Minnesota Wild den Vorbereitungsplan ab. Dylan ist mir, vor allem, was die Einheiten auf dem Eis betrifft, eine große Hilfe. Daher kommt die Zusammenarbeit mit meinem bisherigen Athletikcoach Max Cavada zu einer Pause, wobei ich mich bei Max für all seine Unterstützung in den vergangenen Jahren bedanken möchte. Er war ein sehr wichtiger Teil meiner Schritte in die NHL und wird immer Teil meines engsten Kreises bleiben. Anfang August wird sich dann entscheiden, ob ich die Olympia-Qualifikation mit Österreich spiele oder wieder in die USA reise und dort das Training aufnehme. Die Saison startet ja im Oktober.
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Neben der vielen körperlichen Arbeit steht auch noch das Rossi-Camp an.
Das ist mir eine Herzensangelegenheit und es freut mich umso mehr, da ich diesen Sommer im Ländle bin und beim Camp persönlich vor Ort sein kann. Ich werde den Kids beim Eistraining auf die Kufen schauen und das eine oder andere Mal auch mit ihnen Einheiten auf dem Eis absolvieren. Umgekehrt können die Jungs auch bei meinen Trainings zuschauen, zudem stehe ich den Eltern für Fragen aller Art bezüglich Eishockey oder Karriereplanung zur Verfügung. Das wird ein tolles Camp und alle, egal von wo im Ländle oder von den anderen Bundesländern sind herzlichst eingeladen, es sind noch Plätze vorhanden.

Zurück zum Nationalteam. Was bleibt für Sie über von der WM?
Von den Spielen gegen Kanada oder Finnland werde ich noch meinen Enkeln erzählen, das war fantastisch, wie wir als Mannschaft aufgetreten sind. Andererseits haben wir auch gegen Großbritannien eine große Chance liegengelassen. Und da ich ein Mensch bin, der immer gewinnen will, habe ich gemischte Gefühle bezüglich der WM. Aber ich hoffe, da wir ja noch ein junges Team sind, dass wir alle für die Zukunft daraus gelernt haben. Diese Erfahrungen kann uns keiner nehmen, die müssen wir dann aber auch ausspielen.

Aus den USA ist aktuell zu vernehmen, dass, wenn es einen Abgang eines Topspielers bei den Wild geben sollte, es nur Sie sein könnten? Obgleich General Manager Bill Guerin kein Interesse daran hat. Wie stehen Sie dazu?
Ganz pragmatisch. Sollte es ein lukratives Angebot eines anderen Klubs für mich geben, das für Minnesota unwiderstehlich ist, besteht die Möglichkeit eines Transfers. So läuft das Geschäft in der NHL. Umgekehrt wäre ich in der Position, dass mich ein neuer Klub unbedingt haben möchte – eine gute Ausgangsposition in der NHL. Aber mein Kontrakt bei den Wild läuft noch bis 2025, bis Juli 2025 wird Klarheit herrschen.
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Abschließend: Sie haben 425.000 Dollar in dieser Saison nur an Boni ausbezahlt bekommen, dazu wären nochmal 212.500 Dollar fällig, sollten sie im Roster des All-Star-Teams stehen. Wie gehen Sie damit um, dass all ihre sportlichen Einnahmen öffentlich sind?
Das ist im Eishockey, übrigens auch in Europa, ganz normal. Damit sind wir Eishockeyspieler aufgewachsen und es ist die normalste Sache der Welt. Damit habe ich überhaupt kein Problem.