Historische Chance für die Rheindörfler

Sport / 30.01.2026 • 16:03 Uhr
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Die Kreise von Sturms Spielmacher Otar Kiteishvili sollten so gut wie möglich eng gehalten werden. Auf Lukas Jäger udn Co. wartet somit viel Arbeot im Cup-Viertelfinale. gepa

SCR Altach greift im Heimspiel im ÖFB-Cup gegen Sturm Graz nach ersten Halbfinale in der Vereinsgeschichte.

Altach Viel Wasser ist seit dem Trainingsstart der Rheindörfler und dem bevorstehenden ÖFB-Cup-Schlager gegen Meister Sturm Graz am Sonntag, 17.30 Uhr, nicht den Rhein hinuntergelaufen. Gerade einmal 25 Tage hatten die Mannschaft mit Neo-Trainer Ognjen Zaric Zeit, sich auf die wohl sportlich positivste Aufgabe der letzten Jahre vorzubereiten. Denn wie es sich anfühlt, im Halbfinale des ÖFB-Cup zu stehen, hat noch keiner im Rheindorf gespürt.

Cheftrainer Ognjen Zaric im Gespräch

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Ognjen Zaric gibt sein Debüt im Prfibereich in Österreich. gepa

Einer, für den es ein ganz besonderes Spiel sein wird, steht seit dem 9. Jänner auf der Linie des SCR Altach. Ognjen Zaric wird am Sonntag überhaupt sein Debüt als Cheftrainer in Österreich machen. Ein Umstand, der den 33-jährigen Familienvater nicht kaltlässt. „Das gebe ich auch offen und ehrlich zu. Das ist nicht nur für den Verein ein besonderes und wichtiges Spiel, sondern auch für mich persönlich. Wunderbar, dass es gleich gegen ein Topteam geht. Meine ganze Familie wird vor Ort sein und uns die Daumen drücken“, so Zaric. Die Frage nach der Rolle des Favoriten ist für Altachs Neo-Trainer ganz klar, „darüber brauchen wir nicht debattieren, die liegt bei den Grazern. Dazu kommt such der Umstand, dass ja mit Ex-Trainer Fabio Ingolitsch ein alter Bekannter ins Schnabelholz kommt. Das macht es schon sehr speziell“.

Der Plan

Trotzdem: Zaric und die Seinen haben sich einen Plan zurechtgelegt, um den amtierenden Meister mehr als nur ärgern zu wollen: „Abgesehen davon, dass wir gegen Sturm eine Top-Performance in allen Phasen des Spiels brauchen, habe ich in der Vorbereitung meine Mannschaft als enorm charakterstark kennengelernt. Die Truppe ist ein gutes Kollektiv, das wollen wir ausspielen und mit viel Dynamik ins Spiel gehen“. Das Motto, dass er seinen Spielern diesbezüglich mitgibt: „Das Spiel genießen, aber auch etwas reißen“.

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Was das Spielermaterial betrifft, kann Zaric bis auf Blendi Idrizi (Kreuzbandriss) auf alle zurückgreifen. Das Thema Paul Koller hat sich indes schon seit einiger Zeit erledigt, da der Transfer, der nun endgültig offiziell über die Bühne ging, ohnehin schon zu lange im Raum stand. Zudem stand Koller in den letzten Tagen gar nicht mehr auf dem Trainingsplatz.

Patrick Greil im Interview

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Auf den Schultern von Patrick Greil ruhen die offensiven Hoffnungen des SCR Altach. gepa

Bauen kann Zaric am Sonntag auf jeden Fall auf Patrick Greil. Der offensive Mittelfeldspieler blickt auf eine für ihn persönlich gute Vorbereitungsphase hin, obwohl sie kurz war. „Wir haben eine gute Vorbereitung hingelegt, sind körperlich fit. Dazu konnten wir den neuen Coach auch kennenlernen,“ so Greil, der zugibt, dass sich die Herangehensweise von Zaric im Vergleich zu Ex-Coach Fabio Ingolitsch nicht großartig ändert, „aber Zaric hat schon einen anderen Zugang zu den Spielern. Auch was Kleinigkeiten bezüglich Spielaufbau oder auch Anlaufen betrifft“. In Kleinigkeiten sieht der Spielmacher auch den kleinen, aber feinen Vorteil im Spiel gegen Sturm gegenüber dem ehemaligen Cheftrainer. „Ich denke, wir kennen Fabio schon besser, als er unseren neuen Coach. Da sehe ich uns im Vorteil“, so Greil, der dennoch genau weiß, worauf es am Sonntag drauf ankommt: „Sturm Graz hat eine ähnliche Spielanlage wie wir, kommt mit viel Wucht. Darauf müssen wir vorbereitet sein, müssen dagegen halten. Entschieden wir das Spiel sicher auch im Kopf, da sollten wir schnelle Entscheidungen am Platz treffen, vor allem was die zweiten Bälle betrifft.“

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Ousmane Diawara gegen Emanuel Aiwu: Ein Duell, dass es wohl auch Sonntag geben wird. gepa

Man kennt die Philosophie des Ex-Trainers

Altachs unumstrittener Abwehrchef Benedikt Zech schlägt bezüglich Vorteil in die gleiche Kerbe wie sein Vordermann Greil. „Unabhängig davon, dass mit Sturm die Nummer 1 Österreichs zu uns kommt, kann es ein kleiner Vorteil für uns sein, dass Fabio Ingolitsch deren Coach ist. Weil wir um seinen Plan im Spiel kennen, und ich gehe nicht davon aus, dass er seine Spielphilosophie über Bord werfen wird“, so Zech, der den Fans eines versprechen kann: „Wir werden alles hineinhauen und voll dagegen halten, um diese historische Chance zu ergreifen“.

Benedikt Zech im Interview

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Benedikt Zech will die historisch eChance am Schopf packen. Steurer

Dritter Goalie fällt im Frühjahr aus

Abseits des Feldes sind trotz Vorfreude auf den Cup-Hit die sportlich Verantwortlichen am Transfermarkt gefordert. Neben einem Ersatz für den abgewanderten Koller in der Defensive müssen Philipp Netzer und Eric Orie auch am Tormann-Sektor sondieren. Paul Piffer (Rücken) fällt im Frühjahr aus