Ein Schuss vor den Bug

Austria Lustenau ging im Test gegen WSG Tirol mit 0:6 unter.
Lustenau Im Vorfeld des Testspiels der Lustenauer Austria gegen Bundesligist WSG Tirol wussten die sportlich Verantwortlichen nicht genau, wo man aktuell nach zwei Wochen Vorbereitung steht. Nun ja, jetzt weiß man es.

Die 0:6-Schlappe gegen die Tiroler, bei denen Valentino Müller und Benjamin Böckle im Einsatz waren, war für Austrias Cheftrainer Markus Mader, „ernüchternd“. Der 57-Jährige erhoffte sich nach einer guten Trainingswoche einen ebenso guten Abschluss beim Probegalopp gegen den Zehntplatzierten des österreichischen Oberhauses. Geworden ist eben ein gebrauchter Mittag der Grün-weißen, der, „aber, obgleich mit dem Ergebnis alles andere als zufrieden bin, uns Trainern sehr viele Erkenntnisse gebracht hat. Uns wurde klar aufgezeigt, woran wir in den nächsten Wochen bis zum Saisonstart (20. Februar gegen Kapfenberg) arbeiten müssen und werden“, so der Cheftrainer.
Fussball, Testspiel
SC Austria Lustenau – WSG Tirol 0:6 (0:2)
Torfolge: 7. 0:1 Frederiksen, 18. 0:2 Lawrence, 66. 0:3 Lawrence, 71. 0:4 Ola-Adebomi, 75. 0:5 Eigentor, 89. 0:6 Hinterseer
Aufstellung: Schierl (46. Böhm), Ibertsberger, William (65. William), Maak (80. Oberwaditzer), Gmeiner (65. Au Yeong), Diarra (65. Ismailcebioglu), Grabher (80. Tuna), Delaye (65. Wade), Ouattara (65. Bouchenna), Abubakar, Lahne
Individuelle Fehler

Die eindringliche Analyse des Vorbereitungsspiels offenbarte klar individuelle Probleme. Bei den ersten beiden Gegentoren durch Frederiksen (7.) und Lawrence (18.) jeweils nach Eckball war die Abwehr schlecht postiert. Zwar hielt die Mader-Elf bis zur 66. Minute dagegen, erhielt keinen weiteren Treffer, was aber auch zwei großen Paraden von Stammtormann Domenik Schierl zu verdanken war. „Genau in dem Moment, bei dem ich meine Wechsle vollzogen habe, kassieren wir das 0:3 durch Lawrence (66.) und das Spiel nahm seinen Lauf. Danach haben die Gäste eben gnadenlos jeden individuellen Fehler ausgenutzt“.

Bezeichnend dafür Gegentreffer Nummer vier, als Ersatztormann Philip Böhm sich beim Herausspielen verzettelte und den Ball einschussgerecht dem Gegner servierte.
Warnschuss
Dennoch: Trotz herber Pleite, von einem Rückschlag in Sachen Kampf um den Aufstieg will Coach Mader nichts wissen: „Wir bleiben ruhig, werden jetzt nicht alles über Bord werfen. Es war vielleicht sogar ein Schuss vor den Bug für uns, den wir absolut ernst nehmen, um die nächsten Wochen richtig nutzen zu wollen“.

Nicht von der Hand zu weisen war der körperliche Unterschied, der auf den Zeitpunkt der jeweiligen Vorbereitungen der Teams zurückzuführen ist. Während die WSG nächste Woche in die Saison startet udn dementsprechend giftig und spritzig auftraten, sah man bei den Austria-Kickern auch deutlich, dass man in der Vorbereitung in einer anderen Phase befindet.