Langeweile im Nebel, Freude am Ende

Sport / 02.02.2026 • 14:48 Uhr
Langeweile im Nebel, Freude am Ende
Der in Lochau wohnhafte Malthe Jakobsen (2. v. r.) mit seinem Teamkollegen bei der Siegerehrung.

Malthe Jakobsen holt in den Daytona Klassensieg, René Rast Gesamtdritter vor Kévin Estre.

Daytona Ein Klassensieg und zwei Top-Resultate standen für die Wahl-Vorarlberger nach der 64. Auflage der 24 Stunden von Daytona zu Buche. Mitfavorit Kévin Estre, der nach Porsches Rückzug aus der WM heuer primär in den USA fahren wird, konnte sich zwar mit den Teamkollegen Felipe Nasr, Laurin Heinrich und Julien Andlauer über deren Sieg (den 21. von Porsche in Daytona) freuen, trauerte aber nach langer Führung seinem ersten Daytona-Gesamtsieg als Vierter nach – während Ex-Sauber-Pilot Nasr den Hattrick (2024 bis 26) mit jeweils anderen Teamkollegen als dritter Fahrer der Renngeschichte feierte.

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Das Porsche-Team mit Kevin Estre bei der Vorstellung.
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Kevin Estre in Aktion.

Leider hatten wir zu Beginn eine Berührung mit einem anderen Fahrzeug. Das Team konnte den Schaden nicht vollständig reparieren. Wir waren gegenüber unserem Schwesterauto immer leicht im Nachteil – zwar konkurrenzfähig, aber nicht so sehr wie der Nummer-7-Porsche“, musste der 37-jährige Ex-Weltmeister zugeben.

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Die Verbesserungen von BMW am M Hybrid V8 zeigten Wirkung.
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René Rast (r.) mit den Teamkollegen Dries Vanthoor, Sheldon van der Linde und Robin Frijns.

Unmittelbar vor ihm wurde René Rast Dritter und bewies mit den Teamkollegen Dries Vanthoor, Sheldon van der Linde und Robin Frijns, dass die Verbesserungen von BMW am M Hybrid V8 Wirkung zeigen – noch dazu im ersten USA-Rennen der Münchner mit der Einsatzmannschaft WRT. „Dass ein Team innerhalb von wenigen Monaten formiert wird, neu in die IMSA stößt und in Daytona sofort ein Podium einfährt, hat man noch nicht oft erlebt. Das zeigt, wie stark das Team ist und wie gut die Zusammenarbeit funktioniert hat. Natürlich kommt der dritte Platz auch unerwartet, da wir zu Beginn des Wochenendes wenig Pace hatten und nicht wissen konnten, dass wir um den Sieg und das Podest kämpfen“, erklärte Rast.

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Malthe Jakobsen und Teamkollegen präsentieren ihre Uhren.

„Die Heimkehr nach Bregenz wird diesmal etwas anders und was Besonderes sein“, erklärte Jakobsen mit Anspielung nicht nur auf seinen Erfolg, sondern auch das gefragte „Mitbringsel“, eine goldene Uhr, die der Hauptsponsor seit 1992 jedem Klassensieger überreicht. Allerdings fliegt Jakobsen von Florida direkt nach Mittelost, wo er die Asian Le Mans-Serie (noch vier Rennen in Dubai/Abu Dhabi) bestreiten wird. „So komme ich erst in zweieinhalb Wochen nach Hause.“

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Mit dem Rennen war er zufrieden, auch wenn der Klassensieg lang nicht gesichert war. „Ich hatte gleich am Anfang Kontakt mit einem Konkurrenten, danach musste ich für eine schnelle Reparatur an die Box.“ Danach lief es relativ problemlos, außer in der ungewöhnlichen Neutralisationsphase (insgesamt über sechs Stunden in der Nacht wegen dichten Nebels): „Das war sooo langweilig. Ich musste mich voll konzentrieren, um die Augen offenzuhalten.“ Eine Situation, die alle in dieser Phase am Steuer gesessenen Piloten so beschrieben.

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Der Porsche von Malthe Jakobsen.

Für den 22-Jährigen war Daytona bisher ein guter Boden: Zwei Klassensiege in LMP3 und LMP2 und jetzt neuerlich im besten Team bei den kleineren Prototypen (Crowdstrike APR). Doch es wird das einzige Rennen in der amerikanischen Meisterschaft in diesem Jahr bleiben, sein Hauptjob ist die WM als Peugeot-Werkfahrer, die Ende März in Katar beginnen wird. Dazu fährt er eben die asiatische und auch die europäische Le-Mans-Serie.       

Einen weiteren Klassensieg eines heimischen Fahrers holte Lucas Auer, der mit Phillip Ellis (SUI), Indy Dontje (NED) und Russell Ward (USA) die GTD-Kategorie gewann – „ein toller Lohn für eine tolle Leistung des Winward-Teams“. Und damit hat der Neffe von Gerhard Berger ebenfalls eine Trophäe, die der Onkel nicht hat. Nach Auers schwerem Unfall im Daytona-Training 2023 sagt er: “Doch noch ein Happy End in Florida.” Gerhard Kuntschik