Mikutina und die helfenden Hände aus Dornbirn

Physiotherapeut Markus Hammerer steht Vorarlbergs Eiskunstlauf-Prinzessin bei Olympia in Italien zur Seite.
Dornbirn Bis heute weilte Vorarlbergs Eiskunstlauf-Hoffnung bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand und Cortina in den Vereinigten Staaten. Das Studium in New Jersey in der Montclair State University durfte, trotz bevorstehenden Auftritten auf olympischen Eis, nicht zu kurz kommen. „Ich bin nach der Einkleidung und der Verabschiedung des Bundespräsidenten Alexander van der Bellen gleich in die USA geflogen, weil ich für mein Studium neue Kurse belege und mich da den neuen Lehrern vorstellen musste. Das hat, bei aller Liebe zum Eiskunstlauf, immer noch eine hohe Priorität für mich“, erklärt Mikutina.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Anreise erst kurz vor Wettkämpfen
Das Training für Olympia kam aber nicht zu kurz, „weil ich ja nun schon seit einigen Jahren hier in den USA mit vollen Fokus auf Olympia trainiere. Ich bin also bestens vorbereitet in Mailand angekommen, um am 17. Februar mein Kurzprogramm zu absolvieren“.

Einiges an Stress also für die 22-Jährige mit Wurzeln in der Ukraine, „aber mit dem Ziel Olympia vor Augen alles kein Problem. Zudem unterstützen mich die Sigma Bank und die Sporthilfe sehr, dafür bin ich sehr dankbar“, so Mikutina über den Reisestress.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Zusatzaufgaben vom Physio
In Mailand traf die 13. der abgelaufenen EM in Sheffield auf einen alten Bekannten. Markus Hammerer, Physiotherapeut aus Dornbirn, empfing Mikutina, „und da ich ja schon seit 1. Februar in Italien weile, weil ich auch die Eisschnellläufer und Short-Track-Läufer betreut habe, weiß ich schon bezüglich der Wege zwischen Hotel und Eisstadion Bescheid und kann Olga bereits da gut unterstützen“, erklärt der gebürtige Dornbirner.


Der sich mit Olympischen Spielen bereits bestens auskennt. Insgesamt war der 51-Jährige schon dreimal dabei, aber nie unter österreichischer Flagge, sondern immer nur als Physiotherapeut für das Eishockey-Nationalteam der Schweiz. “Meine Freunde haben mich in den letzten Jahren immer aufgezogen, dass ich gar kein Österreicher mehr bin, weil ich immer für die Schweizer gearbeitet habe. Umso schöner ist es, dass ich durch Olga die Möglichkeit bekommen habe, endlich für mein Heimatland aufzutreten”, so Hammerer.

Viel Vertrauen
Die Zusammenarbeit bei Olympia 2026 haben die beiden bereits vor drei Jahren fixiert, “wobei ja schon die Spiele in Peking 2022 ein großes Thema war. Aber das hat sich zerschlagen”, so der Physio. Kennen tun sich beide schon über viele Jahre, “denn ich bin schon mit einigen Wehwehchen und Verletzungen zu Markus gekommen. Und er hat mir immer helfen können. Dadurch habe ich viel Vertrauen in seine Arbeit aufbauen können und wir sind dazu auch gute Freunde geworden. Markus kennt meinen Körper und was er braucht ganz genau, also ist es ein großer Vorteil, dass er vor Ort ist und mich unterstützt”, erklärt Mikutina.

Kontaktaufnahme über VEU-Legende
Die konkrete Kontaktaufnahme geschah 2020, wobei eine VEU Feldkirch-Legende indirekt seine Finger im Spiel hatte: “Die Tochter von Rick Nashheim trainierte zusammen mit Olga und Mutter Bibi Nassheim kam auf mich zu und fragte, ob ich denn nicht mal Olga behandeln könnte”, erinnert sich Hammerer zurück.

Für Hammerer ist die Welt des Eiskunstlaufes verständlicherweise eine neue, “aber ich war zuletzt bei Wettkämpfen von Olga mit dabei, um mir ein Bild von den Abläufen machen kann. In Italien werde ich alles Olga unterordnen, um so einen Teil zu ihrer Bestleistung beizutragen. Die Rahmenbedingungen sollen so wenig Energie von ihr ziehen wie möglich”, so Hammerer, der zugibt, “dass der Unterschied von 26 Eishockeyspielern zu einer Einzelsportlerin ein großer ist: “Absolut, alleine beim Umgangston”, schmunzelt der Dornbirner, dem dennoch extrem wichtig ist, “dass der Spaß nie zu kurz kommt. Wir alle wollen, dass Olga happy ist und es sich positiv auf die Leistung bei den Wettkämpfen auswirkt”.

Olympia 2030 ein Thema
Unabhängig davon, wie die Olympischen Spiele für Mikutina ausgehen, der Gedanke an die Spiele 2030 Frankreich sind bereits vorhanden. „Das hängt natürlich von meinem Körper ab. Im Eiskunstlauf ist man in jungen Jahren schnell beim alten Eisen, aber ich werde schon schauen, dass ich körperlich weiter auf der Höhe bin, um an der Spitze mitzulaufen“, blickt die aktuell noch 22-Jährige in die Zukunft.
Gut, dass ihr Physio, der mit Bruder Andreas HA 2 Raum für Physiotherapie in Dornbirn leitet, diesbezüglich keine Probleme sieht: „Olga hat enormes Potenzial und einen eisernen Willen. Ich würde den Weg in die Zukunft sehr gerne mit ihr gehen“.
