“Mein Plan bis Olympia: Viel trainieren”

Olga Mikutina beendete EM in Sheffield auf Platz 13, hat aber bereits Olympia im Visier.
Sheffield Olga Mikutina vom Feldkircher Eislaufverein Montfort hat die Eiskunstlauf-Europameisterschaft in Sheffield auf Platz 13 beendet. Damit hat sich die österreichische Staatsmeisterin nach dem 15. Platz im Kurzprogramm, in dem wesentlich mehr möglich gewesen wäre, mit ihrer Kür noch um zwei Plätze verbessern können.

Europameisterin wurde erneut die Titelverteidigerin Niina Petrokina aus Estland vor Loena Hendrickx aus Belgien, die bei ihrem Comeback von den Preisrichtern sehr wohlwollend behandelt wurde und der völlig überbewerteten Lara Gutmann aus Italien auf Platz drei. Leidtragende war die zweite Belgierin, Nina Pinzarrone, die in beiden Programmen deutlich zu niedrig bewertet wurde und der am Ende nur 1,5 Punkte zu Bronze fehlten.
Aufholjagd bei der Kür
In der Kür-Entscheidung kam noch einmal richtig Bewegung ins Feld der 24 qualifizierten Damen. Das war absehbar, lagen doch nach dem Kurzprogramm zwischen Platz sechs und Platz 16 weniger als sechs Punkte Abstand. Olga Mikutina hat das mit ihrer guten aber nicht optimalen Kür nur zum Teil nutzen können. Sie selbst überholte zwar vier der nach dem Kurzprogramm vor ihr liegenden Läuferinnen, musste aber gleichzeitig zwei Konkurrentinnen, die vor der Kür hinter ihr gelegen hatten, vorbeiziehen lassen.

Mikutina zeigte sich nach ihrer Kür dennoch zufrieden. „Es waren noch ein paar Fehler, an denen ich arbeiten muss, aber ich hatte ein gutes Gefühl beim Laufen und auch nach dem Programm. Und ich habe auch ein gutes Feedback von den Zuschauern gespürt. Das war cool.“ Und auch von Trainerin Elena Romanowa gab es Lob. Die war vor allem damit zufrieden, dass Olga um jeden Sprung gekämpft hat, nachdem in den sechs Minuten Einlaufzeit vor der Kür fast gar nichts gelingen wollte, „weil ich so nervös war“. Eine Eigenschaft, die man bei Olga Mikutina sonst, zumindest von außen, kaum feststellen kann.
Fokus auf sich selbst
Über ihren Platz und darüber, was möglich gewesen wäre, wollte die 22-jährige nach dem Bewerb am liebsten gar nicht reden. „Bevor ich in den Wettkampf gegangen bin, hatte ich schon Träume mit Blick auf die Platzierung. Aber nach dem nicht gelungenen Kurzprogramm habe ich verstanden: Das sollte man nicht machen. Man soll sich nicht so viel auf Platzierungen fokussieren, sondern das eigene Laufen in den Vordergrund stellen. Nach dem Kurzprogramm dann war mein Ziel nicht ein Platz unter den Top Ten, obwohl der Abstand dahin gar nicht so groß war, sondern nur eine gute Kür zu laufen.“

Um die zehn Punkte hat allein die verpatzte Auftakt-Kombination im Kurzprogramm gekostet. Allein diese zehn Punkte (von der dann besseren Bewertung in der Kür ganz abgesehen) hätten Olga Mikutina im Kurzprogramm auf Platz vier und in der Gesamtwertung mindestens auf Rang neun gebracht. „Natürlich ist das schade. Aber ich kann es nicht mehr ändern.“
Klare Verbesserung
In ihrer Kür gelang dann die Auftakt-Kombination aus Dreifach-Lutz und Dreifach Toeloop, die im Kurzprogramm noch misslungen war. Nach einem schönen Dreifach-Rittberger landete sie den folgenden Dreifach-Flip nicht so sauber, um noch den geplanten Doppel-Sprung anhängen zu können. Das kostete wenig später noch einmal Punkte, weil der geplante Dreifach-Flip als Einzelsprung (ohne Kombination) somit als Wiederholung gewertet wurde, für die es nur die halbe Punktzahl gibt.

Für die Programm-Komponenten, die frühere B-Note, erhielt die Feldkircherin erneut eine hohe Bewertung, die siebt-beste des gesamten Feldes. Doch auch daran will sie in den vier Wochen bis zu ihrem Olympia-Wettkampf in Mailand noch arbeiten. „Ich gehe jetzt zurück ins Training. Wir arbeiten weiter an den Sequenzen von Sprüngen, damit die stabiler werden – aber auch an den Übergängen und Zwischenelementen, damit die noch sanfter und flüssiger werden. Das ist mein Plan: Viel trainieren.“
Eine Woche im Ländle
Nach der EM bleibt Mikutina noch eine Woche in Österreich. „Wir haben Einkleidung Ende Jänner. Da bekommen wir die olympische Teamkleidung.“ Bei der Vorstellung der Kollektion, Ende Oktober auf dem Patscherkofel, war sie schon mit dabei. „Dann fliege ich wieder zurück zur Uni in die USA – und komme dann zu Olympia.“ Auf die olympische Eröffnungsfeier, am 06. Februar in Mailand, verzichtet die 22-jährige. Der Bewerb der Damen ist der letzte der Eiskunstlauf-Wettkämpfe, am 17. Februar mit dem Kurzprogramm und am 19. mit der Kür. So lange wie möglich „zuhause“ trainieren, ein paar Tage vorher anzureisen, das reicht aus. Das Olympiaflair zu genießen, das bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme vor vier Jahren in Peking gefehlt hat, dazu hat Olga Mikutina nach ihrem Bewerb noch vier Tage Zeit – und dann auch inklusive Abschlussfeier in der Arena von Verona. Raulf