Die wunderbare Welt der Ariane “Ari” Rädler

Die Olympiasiegerin ist ab sofort auch Ehrenbürgerin der Gemeinde Möggers.
Möggers Ganz Möggers war auf den Beinen! Ganz Möggers? Nein. Gefühlt versammelte sich das ganze Leiblachtal und das angrenzende Scheidegg im Turnsaal der Schule, wo auch die Heimatbühne Möggers ihr Zuhause hat.

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Keine 18 Stunden sind vergangen, seit die frischgebackene Olympiasiegerin mit der Goldmedaille und vielen Emotionen im Gepäck am Ortschild “Möggers” vorbei nach Hause gekommen ist. “Das Plakat am Ortseingang, dann das Wiedersehen mit der Familie und Freunden. Ich fühle mich in einem emotionalen Ausnahmezustand. Ich freue mich so, wieder zu Hause zu sein, meinen Papa in die Arme schließen zu können.” Die Worte mögen sentimental klingen, doch die 31-Jährige ist enorm heimatverbunden, fühlt sich wohl hier in der kleinen Gemeinde am Bergrücken des Pfänders. Hier tankt sie Kraft, hier kommt sie zur Ruhe, hier ist sie auch mal “nur” Gota der beiden Kinder ihres Bruders Riccardo.

Ganz bewusst hat Rädler den “Abstecher” nach Möggers gewählt, war sie der Weltbühne “Olympia” und dem Medienrummel in Cortina d’Ampezzo entflohen. Auf der Heimatbühne spürt sie die besondere Beziehung der Menschen. “Natürlich habe ich es genossen”, sagt sie rückblickend und sinniert ein wenig um die fehlende Hundertstel im Super-G, die ihr eine zweite Medaille beschert hätte. “Vierte ist trotzdem gut und ich hatte schon meine Goldmedaille. Also ist es kein Drama.”

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Es war nach der Heim-WM in Saalbach (“Die WM ist in die Hos’n gegangen”), aus der Rädler ihre Lehren zog. In diesem Zusammenhang spricht sie immer wieder von “genießen”. Dieses Gefühl hat eine zentrale Rolle in ihrer gesamtheitlichen Vorbereitung auf die Winterspiele Milano/Cortina 2026 eingenommen. “Ja”, verrät sie, “ich habe mir die Bilder von einem Olympiasieg vor Augen gehalten. Aber ich habe diese Vorstellung nie zu groß werden lassen.”
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Und eines betont die neue Ehrenbürgerin der Gemeinde in diesem Zusammenhang immer wieder. “Ich habe gewusst, ganz Möggers steht hinter mir und freut sich mit mir. Ich weiß schon, dass es im Liftstüble dieser Tage etwas länger gefeiert wurde.” Der Zusammenhalt zeigte sich auch bei der samstägigen Feier, als kaum jemand ohne ein kulinarisches Mitbringsel zur Turnhalle im Ort pilgerte. Das Dorf präsentierte sich im Ausnahmezustand. Wohl mehr als die gut 600 Einwohner erwiesen der großen Tochter von Möggers die Ehre.


Seitens des Skiverbandes waren Stefan Jochum (ÖSV-Vize) und Peter Scrivener (VSV-Präsident) unter den Gratulanten. Im Gepäck hatten sie ganz besondere Geschenke, wie eine von nur 50 Weinflaschen mit allen Olympiasieger:innen vom Arlberg eingraviert sowie die Einladung für einen Heli-Skitag rund um Lech. Das Land präsentierten LH Markus Wallner und Sport-Landesrätin Martina Rüscher. Geschäftsführer Sebastian Manhart repräsentierte das Olympiazentrum, wo die Skirennläuferin ob ihrer vier Kreuzbandrisse nicht nur einmal eine Reha begonnen hat. Auch Wegbegleiter wie Daniel Devigili, Leiter des Heeresleistungssportzentrums in Dornbirn, war nach Möggers gekommen. Sehr zur Freude von Bürgermeister Lukas Greussing erwiesen auch die Kollegen aus dem Leiblachtal der Skirennläuferin die Ehre. Laut Greussing wurde in einer eigens einberufenen Gemeinderatssitzung nicht nur die Ehrenbürgerschaft von Ariane, die von allen nur “Ari” gerufen wird, beschlossen, sondern seitens der Gemeinde überreichte er eine Goldunze. “Nicht zum Reinbeißen, aber ein Notgroschen”, meinte er.

Unter großem Applaus wurde dank des Skiclubs Möggers die Piste des Luggi-Leitner-Lifts, wo Rädler ihre ersten Schwünge übte, in “Ariane Rädler Olympiapiste” umbenannt.




Mit Hubert Strolz und dessen Sohn ließen sich die beiden Olympiasieger aus Warth nicht nehmen, der Goldmedaillengewinnerin zu gratulieren. Voller Respekt und mit viel Freude sprachen sie über Ariane Rädler. “Ihr ist dieser Erfolg wirklich zu gönnen.

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Während Strolz am Sonntag einen Europacup in Berchtesgaden mitnimmt, geht für Rädler am Dienstag der “Alltag” weiter. “Da reise ich zum Training nach Saalbach”, sagt sie. Ende Februar geht es dann im Weltcup weiter. “Wir haben ja erst Halbzeit”, schmunzelt Rädler angesichts der Tatsache, dass noch vier Abfahrten und vier Super-Gs warten. “Da ist noch vieles möglich”, meint sie vielsagend und denkt dabei wohl an einen möglichen ersten Weltcupsieg.
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Skifahrerisch zählt Rädler seit Jahren zu den besten im Weltcup. Ihre Verletzungen haben sie immer wieder zurückgeworfen. Wie kaum eine andere verstand sie es, immer wieder zurückzukommen, selbst private Rückschläge zu verdauen und daraus Kraft zu schöpfen. Die so gefühlsbetonte Skirennläuferin gibt aber auch zu, in gewissen Momenten Selbstzweifel verspürt zu haben. Kein Wunder bei vier Kreuzbandrissen.

Zusammen mit ihrem Bruder besuchte sie einst die Skihauptschule in Schruns. Und vergisst dabei nie die “Super-Gang, hier in Möggers. Wir haben mit dem Skiclub im Land sogar die Teamwertung gewonnen”. Maßgeblichen Anteil daran hatten ihre Eltern, Papa Reinhold und die 2019 verstorbene Mama Andrea – und Riccardo. “Er wollte es eigentlich noch mehr als ich”, erzählt sie.
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Es ist die Dankbarkeit in ihren Worten, die Ariane Rädler so auszeichnen. Das weiß auch Karlheinz Dorner, der die Skirennläuferin bereits lange kennt. Sein Bruder Clemens sowie Thomas Dorner waren lange Wegbegleiter von Ariane, seit nunmehr zwei Jahren betreut er nun die frischgebackene Olympiasiegerin.
