Schwacher Start, Verletzungspech und ungewisse Zukunft

Die Planungen für die fünfte Saison der Pioneers laufen – trotzdem bleibt vieles offen.
Feldkirch Bereits im September bewiesen die Fans den richtigen Riecher. Bei einer Saisonprognose der ICE-Liga-Anhänger landeten die Pioneers auf dem vorletzten Platz. Die Montfortstädter konnten für keine Überraschung sorgen. „Natürlich sind wir enttäuscht“, resümierte Sportdirektor Michael Lampert. Den ersehnten zehnten Platz verfehlten die Feldkircher mit mageren 40 Punkten deutlich. Dem Team gelangen nur 13 Siege bei 113 erzielten Toren – kein anderer Club traf so selten. Auch die 183 Gegentreffer wiegen schwer: Lediglich die Innsbrucker Goalies holten den Puck noch öfter (215 Mal) aus den eigenen Maschen. Zudem bestätigten die Vorarlberger erneut ihre Powerplay-Schwäche: Zum bereits dritten Mal in vier Saisonen stellten die Pioneers die schwächste Überzahl der Liga.

Saisonstart als Hypothek
Kapitän Kevin Macierzynski nennt die Ursache für die verpassten sportlichen Ziele direkt beim Namen: Er bezeichnet den Saisonstart als „verkackt“, da die Mannschaft früh zu viele Punkte liegen ließ. Verteidiger Ramon Schnetzer ordnet die Startschwierigkeiten genauer ein: Zehn neue Spieler erschwerten den Auftakt extrem und führten zu einer „sehr durchwachsenen“ Gesamtleistung. Erst im November und Dezember wuchs das Team laut Macierzynski dank harter Arbeit und guter Neuzugänge zu einer echten Einheit zusammen.

Überdies beutelten etliche Ausfälle beim Stammpersonal den ohnehin überschaubaren Kader. Daniel Woger, Julian Metzler und Roni Allen haderten mit langwierigen Verletzungen. Für Offensiv-Hoffnung Nathan Burke endete die Saison wegen einer Knieverletzung bereits Ende November. „Wir müssen uns im kommenden Jahr deutlich breiter aufstellen und das volle Legionärskontingent nutzen“, gab Lampert die Marschroute vor. Der Sportdirektor bestätigte damit erneut die Planungen für das fünfte Ligajahr. Außerdem ließ er mit einer weiteren Nachricht aufhorchen: „Headcoach Johannes Nygård und sein Trainerteam bleiben.“
Junge Lichtblicke und kurzfristige Abgänge
Trotz der enttäuschenden Platzierung verzeichnet der Verein auch positive Signale. Einer, der die viele Eiszeit zu nutzen wusste, ist Marlon Tschofen. Mit fünf Toren und fünf Vorlagen überzeugte er in seiner dritten ICE-Saison. „Ich möchte im kommenden Jahr den nächsten Schritt machen“, erklärte der 24-Jährige, der weiterhin den Dress der Pioneers tragen wird. Bei einem weiteren 24-Jährigen sieht die Sache hingegen anders aus: Oskar Maier sammelte mit 32 Zählern neben Casey Dornbach die meisten Punkte bei den Feldkirchern. Ob der pfeilschnelle Flügelstürmer jedoch ein weiteres Jahr in der Montfortstadt bleibt, ist ungewiss. „Ich weiß es noch nicht. Die Gespräche laufen“, meinte der gebürtige Oberösterreicher. Auf jeden Fall spielt Maier diese Saison in Dänemark bei Odense zu Ende. Eine Saisonverlängerung gibt es auch für Macierzynski und Schnetzer, die ab sofort Wien verstärken. Auch Torhüter Alex Caffi soll noch kurzfristig wechseln.

Drohender Umbruch und klare Bekenntnisse
Coach Nygård weilt noch bis Ende März in Feldkirch. Auch wenn sich der jüngste Trainer der Liga einen anderen Saisonverlauf gewünscht hätte, bleibt zumindest eine Erkenntnis: „Wir können in den Spiegel schauen und uns nicht vorwerfen, nicht alles probiert zu haben.“ Wohl wissend, dass dem Club im Sommer erneut ein Komplettumbruch droht, lautet sein Ziel, ein Kernteam am Standort zu halten. „Ich gehe davon aus, dass auch einige Legionäre verlängern“, so der Finne. Ob das jedoch nur eine Hoffnung des 31-Jährigen bleibt oder tatsächlich eintritt, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. ABR