Noch eine Rechnung mit dem Pokal offen

Nach zwei verlorenen Cup-Endspielen wünscht sich Altachs
Benedikt Zech eine dritte Chance.
Altach Er ist der Mastermind der SCRA-Defensive, er hält aber nicht nur die Fäden in der Hand, er ist sich auch für keinen Zweikampf zu schade. Und er hat noch eine Rechnung mit dem Fußballcup offen – sowohl aus seiner Zeit in Polen als auch in Österreich. Es war vor 14 Jahren, als Benedikt Zech als Mitglied der legendären Austria-Mannschaft ins ÖFB-Cupfinale vorstieß und schließlich als Verlierer (1:2 gegen Ried) den Rasen des Praterstadions verließ.
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Die zweite Chance bot sich dem ehemaligen Polen-Legionär in der Saison 2024/25, als er mit Pogon Stettin nicht nur das Cupfinale erreichte, sondern sein Team gegen den Zweitligisten Wisla Krakau auch als klarer Favorit gehandelt wurde. Eine Hand hatten Zech und Co. damals schon am Pokal, als sie in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 1:1 kassierten und schließlich in der Verlängerung mit 1:2 den Kürzeren zogen.

Uniqa ÖFB Cup
Halbfinale
FC Salzburg vs SCR Altach Mittwoch
Wals-Siezenheim, Red Bull Arena, 18 Uhr, SR Walter Altmann (T)
ORF 1 überträgt das Spiel live
Bisherige Saisonergebnisse: 2:2 (h), 1:1 (a)
Mögliche Aufstellungen
FC Salzburg (4-2-3-1) Alexander Schlager – Trummer, Gadou, Chase, Krätzig – Bidstrup, Diabate – Baidoo, Bischoff, Alajbegovic – Konate
Fraglich: Drexler (Rücken)
Es fehlen: Kawamura (Knie), Kitano, Lainer, Mellberg (alle Oberschenkel), Omoregie (Schulter)
SCR Altach (3-4-3) Altach: Stojanovic – Milojevic, Zech, Jäger – Sandro Ingolitsch, Demaku, Bähre, Ouédraogo – Massombo, Diawara, Greil
Es fehlt: Idrizi (Knie)
Elf Jahre danach
Für den 35-Jährigen und seine Kollegen eröffnet sich nunmehr die geschichtsträchtige Chance auf den erstmaligen Einzug ins Finale mit dem SCR Altach. Für Zech ist es zugleich das zweite Aufeinandertreffen mit dem Favoriten aus Salzburg. 2015 war man im Viertelfinale auf die Bullen getroffen und zu Hause mit 0:4 unterlegen. Zech war damals in der Pause eingewechselt worden. Mit Kapitän Lukas Jäger ist ein weiterer Teamkollege von damals heute in Salzburg wieder dabei. Die Trainer von damals hießen Damir Canadi (SCRA) bzw. Adi Hütter.

Die Favoritenrolle ist auch elf Jahre danach klar verteilt. Dennoch glaubt nicht nur Altachs Abwehrchef an die Möglichkeit eines Sieges. An Selbstvertrauen mangelt es jedenfalls nicht. Zudem sei das 1:1 gegen Rapid für die Moral sehr wichtig gewesen. “Nicht nur, weil wir weiter im Rennen um einen Top-Sechs-Platz sind, sondern weil wir dieses Jahr immer noch ungeschlagen sind. Das Gefühl, dass es enorm schwer ist, gegen uns ein Tor zu erzielen, nehmen wir jetzt nach Salzburg mit.”
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Ein Bollwerk hinstellen
In Altach ist man sich der Defensivstärke nicht nur bewusst, sie ist vielmehr der entscheidende Motor für die bisherigen Spiele. Darauf aufbauend hat sich ein erhöhtes Anlaufen entwickelt, das es dem jeweiligen Gegner schwer macht, sein Spiel zu entwickeln. Allerdings zeigte zuletzt das Rapid-Spiel, dass man sich gegen eine sehr variabel ausgelegte Spielphilosophie mit flexiblen Positionswechseln der Spieler doch einigermaßen schwer tat. Erst als man im Zentrum wieder den Zugriff bekam, kam das eigene Spiel ins Rollen.

Mit den Salzburger Stärken hat man sich in Altach intensiv beschäftigt, wohl wissend, dass die Bullen auf Geschwindigkeit und Jugend setzen werden. Gerade mal 18, 20 und 21 Jahre betrug das Alter des Sturmtrios Kerim Alajbegovic, Edmund Baidoo und Karim Konaté zuletzt gegen Hartberg. Da sind nicht nur Zech und Co. gefordert. “Jung, schnell und oft weiß man nicht, was auf jemand zukommt. Sie werden sicherlich die Tiefe bespielen, heißt, wir brauchen eine gute Tiefensicherung”, so das respektvolle Urteil des Routiniers.

Dementsprechend klingt sein Nachsatz wie eine sportliche Kampfansage: “Wir werden ein Bollwerk hinstellen.” Worte, die das aktuell gute Verständnis der Dreierabwehrkette beschreiben. Und es ist für alle sichtbar, dass einer aus dem Trio Lukas Jäger/Filip Milojevic/Zech immer ein Auge auf seinen Mit- bzw. dessen Gegenspieler hat. Oder wie es Zech ausdrückt: “Wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass wir einander schützen und dennoch aggressiv nach vorne verteidigen können. Das wird morgen noch wichtiger sein.” Altachs Zielvorgabe für das erste Cuphalbfinale in der Clubgeschichte ist also so einfach wie schwierig: Nicht Beton anrühren, sondern vielmehr die sich bietenden Räume bespielen.
SCRA-Coach Zaric jagt den Rekord von Schmidt
Fünf Spiele, fünfmal ungeschlagen – mit Ognjen Zaric als Cheftrainer hat der SCR Altach von den letzten Spielen drei gewonnen und zweimal unentschieden gespielt. Besser in der Profi-Clubgeschichte war zuvor nur Klaus Schmidt, der 2017 zum Start sieben Spiele (4 Siege/3 Remis) ungeschlagen geblieben war. Mit Alex Pastoor 2019 sowie Damir Canadi (2013/2. Liga) gibt es noch zwei weitere Trainer, die bei ihrem Start in Altach eine Serie von fünf Partien ohne Niederlage aufweisen können. Der Niederländer Pastoor gewann drei Spiele bei zwei Remis, Canadi holte drei Unentschieden und zwei Siege.