“So haben wir uns heute gar nichts verdient”

SW-Trainer Heraf sah keine gute erste Hälfte in Floridsdorf.
Wien-Floridsdorf “Ich hatte den Eindruck, als wären wir acht Stunden im Bus gesessen und seien direkt hier auf den Platz gefahren”, sagte Trainer Andreas Heraf nach der 0:2-Niederlage von SW Bregenz beim FAC Wien. Was ihm aufstieß, war, wie man sich in Hälfte eins präsentierte: “Das war unterirdisch. Wir waren gar nicht vorhanden: Wir haben keine Zweikämpfe und keine zweiten Bälle gewonnen.”
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Auf vier Positionen hatte Heraf seine Startelf im Vergleich zur spektakulären 3:4-Niederlage gegen den FC Liefering am Freitag verändert. “Ich bin noch auf der Suche”, meinte er angesprochen darauf, ob er noch Hoffnung habe, eine Stammelf zu finden. Da dürfte ebenjene erste Halbzeit auch nicht wirklich helfen. Allzu viele Szenen boten sich aber auch auf Seiten des FAC nicht. Trotzdem ging Bregenz in Rückstand, nach einer Hereingabe von rechts verwertete Lukas Gabbichler freistehend zum 1:0 (29.). Auf der Gegenseite fand Jan Stefanon kurz vor der Pause eine aussichtsreiche Schussposition vor, traf den Ball nicht richtig, dieser wurde geblockt (44.). Stefanon war es auch, der in Hälfte eins in eine Strafraumsituation verwickelt war, nach der Heraf gerne einen Elfmeter gesehen hätte. “Dann ist es schwer für uns: Wir stehen da unten, der Ball will nicht rein und der Schiedsrichter macht seinen Job auch nicht”, ärgerte er sich.
Die Wechsel fruchteten
Schon in der 66. Minute hatte Heraf sein Wechselkontingent aufgebraucht, die Neuen brachten Besserung ins Spiel der Schwarz-Weißen. “Die, die gekommen sind, haben es viel besser gemacht”, meinte Heraf. Und: “Es geht einfach darum, die zu finden, die im nächsten Spiel bereit sind, an ihre Grenzen zu gehen.”

Vor allem Atsushi Zaizen tat dem Angriffsspiel gut, das war auch gegen Liefering schon der Fall. Nach seiner Vorarbeit in Minute 68 traf der ebenfalls eingewechselte Tamar Crnkic ins Tor – stand allerdings beim Zuspiel im Abseits (68.). Zaizen verpasste zudem einen verlängerten Eckball knapp vor der Torlinie (74.), nach einem Patzer von FAC-Keeper Juri Kirchmayr pendelte der Ball an die Latte (78.). “Nach der Pause war es absolut in Ordnung, wir hatten auch mehr Chancen als der Gegner. Wir hätten das Spiel drehen können – dann haben wir dem FAC durch einen individuellen Fehler noch das zweite Tor serviert”, ärgerte sich Heraf. Das zweite Tor von Gabbichler fiel nach einem Konter in der 80. Minute.
“Die Jungs sind im Training engagiert, heute haben wir es mal so probiert. Aber die erste Halbzeit war die schlechteste, seit ich hier bin. So haben wir uns heute gar nichts verdient”, lautete Herafs Fazit. Positiv sei: Trotz der schlechten Leistung wäre ein Sieg nicht unmöglich gewesen. “Wir bleiben im Rennen um den Nichtabstieg – aber es wird nicht einfach. Wir haben nicht mehr viele Spiele – aber noch genug, um unten rauszukommen.”