Einzeltrophäe als Herausforderung

Sport / 17.03.2026 • 17:05 Uhr
Einzeltrophäe als Herausforderung
DDas Radteam Vorarlberg vor dem Clubhaus des Golfclubs GC Montfort Rankweil, quasi als großen “Spiegel”.Steurer

Team-Vorarlberg-Sportdirektor Paul Ranger formuliert ein klares Ziel: den Einzeltitel in der Rad-Bundesliga.

Rankweil Ein neues Jahr, ein teilweise neues Team – und ein klarer Zugang. Für Paul Renger ist es die zweite Saison als Sportdirektor des Team Vorarlberg, und er weiß inzwischen genau, worauf es ankommt.

Einzeltrophäe als Herausforderung
Paul Renger, Sportdirektor Team Vorarlberg.Steurer

“Ein Team zusammenzustellen, ist eine der größten Herausforderungen”, sagt Renger. “Natürlich schaust du auf die Leistung. Aber am Ende musst du immer darauf achten, dass die Fahrer auch vom Charakter zu uns passen.” Denn genau dort sieht er den entscheidenden Unterschied. “Es bringt nichts, wenn du einen Topfahrer hast, der menschlich nicht ins Team passt. Dann hast du schlechte Stimmung – und das wirkt sich sofort auf die Leistung aus.”

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Das Team Vorarlberg, so Renger, lebt von einem besonderen Gefüge. “Der Charakter unserer Mannschaft ist einzigartig. Wir sind eine sehr homogene Truppe.” Die Neuzugänge hätten diesen Eindruck bestätigt. “Das sind alles sehr erfahrene Rennfahrer, die schon gegen uns gefahren sind. Sie haben sich bei den ersten Rennen sofort gut eingefügt.”

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Vertrauen ist die Basis

Dass das funktioniert, ist für Renger kein Zufall. Teamgeist wird deshalb bewusst gefördert. “Es tut gut, wenn man am Abend zusammensitzt, wie zuletzt in Kroatien, wenn nicht jeder einfach auf sein Zimmer verschwindet. Und wenn nicht nur über Radsport gesprochen wird, sondern es auch einmal gesellig ist. Das ist ein ganz wichtiger Punkt.” Renger selbst musste sich, vom Team Felbermayr kommend, vor einem Jahr neu einfinden. “2025 war ich der Neue. Ich musste mich ins Team einfügen, und die Jungs mussten Vertrauen zu mir aufbauen. Damit das, was ich sage, auch Früchte trägt.”

Einzeltrophäe als Herausforderung
Für die Fahrer war die Präsentation ein “langer Arbeitstag”.Steurer

Dieser Prozess verlief schneller als erwartet. “Wir haben sehr gut zusammengefunden. Ab Ende April sind wir richtig ins Rollen gekommen und dann sind die Podiumsplätze und Siege fast von allein gekommen.” Ein Schlüssel dafür ist wohl auch sein Führungsstil. “Ich habe mir zuerst alles angehört. Jeder Fahrer hat seine Eigenheiten, seine Befindlichkeiten.” Statt starrer Vorgaben setzt Renger bewusst auf Austausch. “Wir haben alles gemeinsam entschieden. Ich habe nicht gesagt: So ist es, und es gibt kein rechts oder links.” So wurde ein gemeinsamer Weg gefunden.

Einzeltrophäe als Herausforderung
Thomas (links) und Johannes Kofler halfen selbst überall aus.Steurer

Auch für 2026 ist die Richtung klar – sportlich wie menschlich. In der Rad-Bundesliga hat das Team im Vorjahr die Mannschaftswertung gewonnen, nun soll der nächste Schritt folgen. “Ein Ziel ist, die Einzelwertung zu holen.” Einfach wird das nicht. “Das Team Hrinkow hat die Serie seit vier Jahren in der Hand. Das wird ein harter Kampf.”

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International setzt man auf neue Reize. Ein besonderes Kapitel wird die Rundfahrt in Guadeloupe. “Ich habe selbst Erfahrung mit solchen exotischen Rennen, etwa 2024 bei der Mauritius-Rundfahrt. Da musst du oft improvisieren und genau wissen, was man braucht.”

Radsport
Mechaniker Maximilian Fähnrich kümmert sich um die Fahrräder und stammt. . .
Radsport
. . . wie Renger aus Regensburg. Gemeinsam waren sie schon bei Felbermayr. Adam

Dabei weiß Renger, dass Erfolg nie nur von den Fahrern abhängt. “Meine rechte Hand ist unser Mechaniker Max”, sagt er. “Ohne Mechaniker können die Jungs nicht Radl fahren.” Die Bilanz aus dem Vorjahr spricht für sich. “2025 hatten wir keinen einzigen Defekt, der auf den Mechaniker zurückzuführen war.”

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Steurer

Die Planung ist entsprechend detailliert. “Wir gehen vor der Tour of Austria ins Höhentrainingslager und bereiten uns akribisch vor.” Der Hintergrund ist auch strategisch. “Nach der Tour of Austria gibt es wegen der Tour de France eine große Lücke im Rennkalender. Wir wollten für den Sommer ein Highlight.” Zehn Tage Karibik werden zur Herausforderung. “Das wird ein hartes Rennen, aber auch ein Höhepunkt. So halten wir die Spannung hoch.”

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Viel Leidenschaft und Zielstrebigkeit

Mit großer Leidenschaft setzt Team-Vorarlberg-Manager Thomas Kofler seit Ende der 1990er-Jahre den heimischen Radsport international in Szene. Auch vor der nunmehr 28. Saison für das Radteam waren Grenzerfahrungen vorprogrammiert. Zum einen galt es für diese Saison, unter den vielen Bewerbern die “Richtigen” für ein neues Team zu finden, zum anderen sorgt die ständige Anpassung an die geopolitischen Veränderungen und die finanzielle Abdeckung all dieser Pläne für immer neue Grenzerfahrungen.