Saisonziele? DTM-Titel und Bootsführerschein

Der Wahl-Bregenzer Kelvin van der Linde kehrt am Wochenende optimistisch in die DTM zurück.
Spielberg Nach zwei GT-Masters-Titeln gehört Kelvin van der Linde seit 2021 zur DTM-Familie und wurde im letzten Jahr mit Abt-Audi 2024 Vizemeister. Nach dem Wechsel zu BMW zur Saison 2025 gewann er praktisch alles, wo er eingesetzt wurde: Meister in der GT World Challenge Europe und in der Intercontinental GT Challenge, erste Plätze in den 12 Stunden von Bathurst, den 24 Stunden auf dem Nürburgring, den acht Stunden von Indianapolis und den 1000 Kilometern von Suzuka. Seit Ende 2024 hat der 29-jährige Johannesburger seinen europäischen Wohnsitz in Bregenz.
Was bedeutet die Rückkehr in die DTM für Sie – fahrerisch und emotional?
Ich freue mich wahnsinnig, zurück zu sein in einer Serie, die mir sehr am Herzen liegt. Das eine Jahr Pause hat mir gutgetan, vor allem, um das Auto in einem Umfeld kennenzulernen, in dem der Druck nicht so groß ist. Jetzt kommt die Feinarbeit, die die DTM verlangt, und es kommen mehr Erwartungen auf mich zu. Ich denke, ich bin bereit dafür.
War die Umstellung auf das neue Team Schubert schwierig?
Klar war es eine neue Herausforderung, mit neuem Ingenieur, neuen Mechanikern usw. Aber es lief problemlos bisher, aber wir werden noch einige Zeit zusammen brauchen. Ich habe aber ein gutes Gefühl.

Den M4 GT3 Evo kennen Sie ja schon als Erfolgsauto …
Ja, da habe ich meine Erfahrungen nach dem Markenwechsel gemacht. Jetzt geht es um die Details, das eine oder andere Zehntel noch zu finden. Ich bin guter Dinge, noch mehr aus mir selbst und dem BMW herausholen zu können.
Sie zählen sicher zu den Mitfavoriten auf den Titel. Wer sind die anderen?
Es gibt keine Garantien in der DTM. Man sah doch letztes Jahr, wie viele Fahrer bis zum Finale im Titelrennen waren. Daher ist es wichtig, konstant zu punkten. Wenn ich nach Hockenheim (Finalwochenende, Anm.) komme und noch Titelchancen habe, wäre das schon ein Ziel. Was dann dort passiert, ist immer offen.
Wie liegt Ihnen der Red Bull Ring, auf dem am Wochenende erstmals die DTM-Saison beginnt?
Hmm, das war für mich früher mit Audi eine Angststrecke, aber jetzt mit BMW gehe ich von sehr guter Performance und besseren Chancen aus.
Sie haben auch heuer ein umfangreiches Rennprogramm, aber die DTM ist wohl der Fokus?
Ich bestreite auch wieder die GT World Challenge Europa in der Langstrecken- und Sprintwertung, dazu kommen die 24 Stunden auf dem Nürburgring. Das ergibt über 20 Rennwochenenden, also genug zu tun dieses Jahr.

Ein zweiter Titel in der GT World Challenge oder DTM-Meister, was würden Sie bevorzugen?
Den DTM-Champion, gar keine Frage. Die GTWC konnte ich ja letztes Jahr gewinnen, das ist sozusagen abgehakt. Jetzt zählt für mich vor allem die DTM.
Das Top-Engagement von BMW ist bei den großen Prototypen im WEC und in der IMSA-Serie. Wären die Hypercars ein Ziel?
Ich bin ja schon Tests gefahren, aber es hat sich für Rennen bisher nicht ergeben. Mein Ziel war einmal, wieder in die DTM zu kommen, und dieser Wunsch geht jetzt in Erfüllung. Aber klar, den Wunsch, in Le Mans im Prototyp zu fahren, gibt es immer. Aber jetzt haben andere Rennen Priorität.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.
Wie gut lebt es sich für Sie jetzt in Bregenz?
Ganz gut! Ich war bisher leider durch die Reisen auch nach Übersee wenig zu Hause, aber heuer kann ich hier mehr Zeit verbringen. An einem DTM-Wochenende bin ich Sonntagabend daheim. Mir fehlt eigentlich nur noch ein Boot und der Bootsführerschein! Die möchte ich beide bald hinbekommen.
Das Interview mit Kelvin van der Linde am Red Bull Ring führte Gerhard Kuntschick.