Bregenzer Befreiungsschlag

Sport / 09.05.2026 • 20:02 Uhr
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Großer Jubel im Lager der Bregenzer nach dem Sieg über Graz.

Bregenz Handball schreibt mit Heimsieg erstmals in der Abstiegsrunde an.

Bregenz Bregenz Handball hat im Abstiegskampf der HLA ein kräftiges Lebenszeichen gesetzt und sich im Heimspiel gegen die HSG Graz den so dringend benötigten Sieg gesichert. Vor gut besuchter Kulisse in der Handball Arena Rieden bezwangen die Vorarlberger den direkten Konkurrenten mit 33:29 und gaben damit die rote Laterne ab.

Der Druck vor der Partie hätte kaum größer sein können. Nach zwei knappen und schmerzhaften Niederlagen zum Auftakt der Abstiegsrunde war der Rekordmeister als Tabellenletzter in das Duell mit den Grazern gegangen. Entsprechend nervös verlief auch der Beginn auf beiden Seiten. Zu viel stand auf dem Spiel im direkten Duell des Letzten gegen den Vorletzten.

Bregenz fand jedoch etwas schneller in die Spur und konnte immer wieder vorlegen, auch wenn die von Ex-Bregenzer Risto Arnaudovski betreuten Grazer konsequent nachzogen. Nach 14 Minuten sorgte Lukas Ulmer mit dem Treffer zum 10:8 erstmals für einen Zwei-Tore-Vorsprung. Es war ein erstes kleines Ausrufezeichen in einer Partie, die spielerisch nicht hochklassig, dafür aber umso intensiver geführt wurde.

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Angeführt von Minge Dumcius, der im ersten Durchgang vier Treffer erzielte, und einem starken Jonas Gergmayr im Tor, setzten sich die Hausherren in der Folge etwas ab. Bregenz gelang es, den Gegner auf Distanz zu halten und mit einer komfortablen 19:13-Führung in die Pause zu gehen.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Gangart deutlich ruppiger. Graz versuchte, über den Kampf zurück ins Spiel zu finden, schwächte sich jedoch selbst: Juri Jensterle sah nach einem harten Foul an Ulmer in der 35. Minute die Rote Karte. Eine Szene, die dem Spiel eine klare Richtung gab.

Bregenz blieb konzentriert, ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und baute den Vorsprung weiter aus. Vor allem Bergmayr avancierte mit mehreren starken Paraden – darunter zwei gehaltene Siebenmeter – zum entscheidenden Rückhalt. Mitte der zweiten Halbzeit waren die Weichen beim Stand von 27:18 bereits klar auf Heimsieg gestellt.

Handball Bregenz - Graz
Handball Bregenz – Graz

Zwar kamen die Grazer in der Schlussphase noch einmal heran, wirklich in Gefahr geriet der Erfolg der Mannschaft von Interimstrainer Michael Roth aber nicht mehr. Am Ende stand ein verdienter Sieg, der in der aktuellen Situation weit mehr als nur zwei Punkte wert ist.

„Wir sind in einer schlechten Position. Wir haben nun zwei Spiele in Folge verloren. Aber ich glaube daran, dass wir in den nächsten Partien stärker und besser sein werden. Wir hatten ein paar Probleme in der Abwehr und bekommen einfach zu viele einfache Gegentore“, hatte Kreisläufer Tommaso Romei im Vorfeld betont – nun folgte die passende Antwort auf dem Feld.

Rote Laterne abgegeben

Mit dem ersten vollen Erfolg in der Abstiegsrunde gelingt Bregenz der erhoffte Befreiungsschlag zur rechten Zeit. In der Tabelle zogen die Vorarlberger an Graz vorbei und gaben die rote Laterne ab. Vier Spiele bleiben im Kampf um den Klassenerhalt – und plötzlich ist wieder alles möglich.

Die Bedeutung dieses Sieges geht dabei über das Sportliche hinaus. „Ein Abstieg wäre eine Katastrophe. Vor allem für den Standort Vorarlberg wäre das ein Desaster“, hatte Geschäftsführer Björn Tyrner im Vorfeld gewarnt. Aussagen, die die Brisanz der Lage unterstreichen – und die Erleichterung nach dem Schlusspfiff umso greifbarer machen.

Weiter geht es für die Bregenzer nach der Länderspielpause mit dem letzten Heimspiel gegen Schwaz, ehe zwei Auswärtspartien in Hollabrunn und Graz folgen. Der Kampf um den Klassenerhalt bleibt ein Nervenspiel – doch mit diesem Sieg hat der Rekordmeister gezeigt, dass er noch lebt.