René Rast greift nach dem größten Sieg

Sport / 12.06.2026 • 11:04 Uhr
BMW (mit René Rast im M Hybrid V8 #20) greift in Le Mans nach dem ersten Suieg seit 1999.
BMW (mit René Rast im M Hybrid V8 #20) greift in Le Mans nach dem ersten Sieg seit 1999.GERHARD KUNTSCHIK

Der WM-Führende startet in Le Mans aus Reihe zwei – Malthe Jakobsen muss aufholen.

Le Mans Mit höchst unterschiedlichen Ausgangspositionen beginnen die Wahl-Vorarlberger heute, Samstag (Start 16 Uhr), die 94. Auflage der 24 Stunden von Le Mans, den Höhepunkt (mit doppelten Punkten) der World Endurance Championship. René Rast erreichte mit seinen BMW-Kollegen Sheldon van der Linde und Robin Frijns in der letzten Qualifikation (Hyperpole 2) Platz vier im M Hybrid V8 hinter den Teamkollegen Magnussen/Marciello/Vanthoor, dem Cadillac von Lynn/Stevens/Nato und der Alpine mit dem Salzburger Ferdinand Habsburg/da Costa/Milesi. Malthe Jakobsen, Polesitter im vorangegangenen WM-Lauf in Spa-Francorchamps, verpasste in einem für Peugeot enttäuschenden Qualifying den Einzug in die Hyperpole und startet nur von Platz 18, dem letzten der Hypercars.

Motorsport Rene Rast Bregenz BMW M Team
Motorsport René Rast Bregenz BMW M Team.

Der Aufwärtstrend bei BMW geht nach dem Premierensieg im WEC zuletzt in Belgien weiter. Für den dreifachen DTM-Meister René Rast wäre ein Sieg in Le Mans der größte Erfolg seiner langen und erfolgreichen Karriere, noch dazu knapp vor seinem 40. Geburtstag im Oktober. Vor seinem achten Start an der Sarthe erklärte der Wahl-Bregenzer: “Schon der Testtag am Sonntag verlief sehr erfreulich. Wir haben vieles abgearbeitet, viele Runden gedreht und hatten keinerlei Probleme. Mit Startplatz vier ist natürlich in Le Mans alles möglich. Klar, nach dem Sieg in Spa-Francorchamps haben wir hohe Erwartungen und wollen aufs Podium fahren. Aber es wird ein langes Rennen, in dem alles Mögliche passieren kann.” Dass das gesamte Team von BMW Motorsport und der belgischen Einsatzmannschaft WRT über die erste Poleposition in Le Mans jubeln konnte, war aber auch einem Missgeschick der Konkurrenz von Cadillac geschuldet: Denn Jack Aitken war in der letzten Qualiphase fünf Tausendstel (!) schneller als Dries Vanthoor, doch wurden Aitken und dem US-Team wegen eines Vergehens in der Box (zu frühes Anstellen in der “Fast Lane” vor Beginn der Hyperpole 2) die schnellste Zeit gestrichen, was den Rückfall auf Platz zehn bedeutete. BMW kehrte erst 2023 in den Prototypensport zurück und feierte 1999 den einzigen Gesamtsieg in dem Klassiker.

Bei Peugeot hingegen herrschte Krisenstimmung nach der Blamage im wichtigsten Rennen. “Wir sind tief enttäuscht über das heutige Resultat, noch dazu in der Heimat. Das haben wir nicht erwartet. Wir werden jetzt aus dem Rennen das Bestmögliche herausholen”, hieß es in einem Team-Statement – ohne weitere Zitate der Fahrer oder der Teamführung.

Motorsport 24 Stunden von Daytona 2026
Malthe Jakobsen.

Der dritte Wahl-Vorarlberger im Feld, Ex-Weltmeister Kévin Estre, absolviert nach Porsches Rückzug aus der Langstrecken-Weltmeisterschaft einen Gaststart in der LMP2-Klasse mit dem TDS-Team. Er beginnt mit dem Oreca-Gibson vom siebten Klassenrang. In der GT-Klasse beginnen die Österreicher Clemens Schmid (Lexus) von Rang drei bzw. Titelverteidiger Richard Lietz (Porsche) von Platz 15. Für den Ybbsitzer Porsche-Werkfahrer Lietz geht es um den siebenten (!) Sieg in Le Mans. Gerhard Kuntschik