Alex Caffi ist das Herz der Pioneers

Sport / 29.06.2026 • 13:46 Uhr
Alex Caffi bleibt den krisengeschüttelten Pioneers treu. Der Verein sei ihm eine Herzensangelegenheit. /GEPA
Alex Caffi bleibt den krisengeschüttelten Pioneers treu. Der Verein sei ihm eine Herzensangelegenheit. GEPA

Der 35-jährige Feldkirch-Goalie glaubt an einen erfolgreichen Neustart.

Feldkirch Alex Caffi hatte zuletzt viel Zeit, um über einen Plan B nachzudenken, denn sein Arbeitgeber stand vor dem Aus. „Ich dachte mir: Okay, das war es mit den Pioneers“, fasst der 35-Jährige die letzten Wochen zusammen. Als Geldgeber Pit Gleim Ende März seinen Ausstieg bekannt gab, drohten in der Vorarlberghalle die Lichter auszugehen. Das Management legte den Spielern nahe, sich einen neuen Verein zu suchen. Ein Großteil des letztjährigen Stammpersonals verließ daraufhin die Montfortstädter. Damit schien nach den Bulldogs der nächste Ländle-Verein an den finanziellen Herausforderungen des Erstligaeishockeys zu scheitern. Im letzten Moment rissen die PIV-Verantwortlichen das Ruder jedoch noch herum. Bei der Ligasitzung Anfang Juni bestätigten sie den Verbleib in der ICE Hockey League. Somit folgt für die Oberländer die fünfte Saison in der höchsten Spielklasse.

GEPA-20251112-101-161-0011
Für Caffi fühlt sich die kommende Meisterschaft wie ein Neustart an. Über zu wenig Beschäftigung wird sich der Torhüter nicht beschweren können. GEPA

Positive Signale

Für Caffi stand rasch fest, dass er den Montfortstädtern trotz anderer Angebote die Treue hält. „Ich liebe es hier“, betont der Torhüter. „Feldkirch ist mein Zuhause.“ Seine Frau und seine dreijährige Tochter leben in der Stadt, er selbst steht seit bald zehn Jahren im Ländle auf dem Eis. Diese emotionale Verbundenheit wog für ihn schwerer als die finanzielle Sicherheit eines schnellen Wechsels zu einem anderen Club.

Jetzt richtet der Italiener, der seit dem letzten Jahr auch den österreichischen Pass hat, den Fokus auf das Sportliche. „Meine Vorbereitung auf die neue Saison läuft auf Hochtouren.“ Positiv stimmt ihn auch, dass die Kaderplanung beim Verein Fahrt aufgenommen hat. Der Kader wächst von Tag zu Tag: Nach den Vertragsverlängerungen von Verteidiger Mathias Mader sowie den Stürmern Leo Woborsky und Ben Summer wurde mit Noah Serdachny und Blake Murray zwei kanadische Legionäre verpflichtet. Damit umfasst der PIV-Kader mittlerweile zwei Goalies, drei Verteidiger und acht Angreifer. „Es fühlt sich an wie ein Neustart“, erklärt Caffi. Die Rückkehr zur vollen Kaderstärke mit zehn Importspielern – darunter Rückkehrer Guus van Nes – stimmt ihn zuversichtlich: „Wir wollen auf keinen Fall die Punktelieferanten sein.“

GEPA-20221115-101-139-0006
Caffi ist von Anfang an bei den Pioneers dabei. Erst vor wenigen Wochen hat der Verein bestätigt, dass es eine fünfte ICE-Saison geben wird. GEPA

Die Suche nach dem Motivator

Eine zentrale Rolle schreibt Caffi dem neuen Trainer zu. Nach dem Wechsel von Johannes Nygård nach Freiburg steht der Nachfolger noch nicht fest. Caffi hat eine klare Vorstellung vom Neuen an der Bande: „Wir brauchen einen Coach, der motiviert und hart arbeitet. Wir haben unbestritten ein hartes Jahr vor uns. Da braucht es umso mehr jemanden, der uns durch solche schwierigen Phasen führen kann.“ Gerüchten zufolge gilt Daniel Fekete als einer der Kandidaten. Der aktuelle EHC Lustenau Coach streifte sich neun Jahre lang das Trikot der VEU über und kennt die Organisation in Feldkirch wie kaum ein anderer.

Leitwolf mit klarem Plan

Nach den Abgängen von Kevin Macierzynski, David Madlener und Co-Trainer Steve Birnstill schlüpft Caffi in dieser Saison endgültig in die Rolle des unangefochtenen Leitwolfs. „Ich bin jetzt offensichtlich der alte Mann in der Mannschaft“, lacht er. Das führt zwangsläufig zur Frage, wie lange er noch zwischen den Pfosten stehen will und wie der anfangs erwähnte Plan B aussieht. „Ich möchte unbedingt noch einige Jahre spielen und dann als Trainer weitermachen. Dylan Stanley, Nygård oder auch Birnstill haben gezeigt, dass die Vorarlberghalle ein guter Startpunkt ist, um auch hinter der Bande etwas bewirken zu können.“ Die theoretische Grundlage dafür baut er bereits auf: Caffi absolviert seit Längerem ein Fernstudium der Sportwissenschaften an einer italienischen Universität. ABR