Eine frische Nordische Kombination?

Toni Innauer über die Auswirkungen der Entscheidung des Olympischen Comitees.
Schaudernd erleben wir mit, wie “die Kombi” von der größten Sportbühne gewinkt wird.
Dem Ringen, einer Gründersportart, die bis zu den Spielen im antiken Griechenland zurückreicht, drohte ein vergleichbar unwürdiges Ausgedinge. Eine starke Lobby, verbunden mit den nötigen sportdiplomatischen griechisch-römischen und Freistil-Kunstgriffen, hat sich im letzten Abdruck noch erfolgreich zur Wehr gesetzt.
Ringen hat eben in vielen großen Sportnationen, wie auch den USA, eine tief in Gesellschaft und Universitäten verwurzelte Geschichte und Gegenwart.
Was kann getan werden, um ein olympisches Comeback von Felix Gottwalds und Klaus Sulzenbachers Nachfolgern nicht für immer auszuschließen?
Die Sportart muss von Grund auf über die Stärken und Schwächen der Disziplin und über fundamental andere Wettkampfformate nachdenken. Das meiste, was in der Vergangenheit als Innovation angeboten wurde, war alter Wein in neuen Schläuchen.
Seit Erfindung der Gunderson-Methode endeten 90 Prozent der Rennen mit langläuferischer Rudelbildung, Taktieren und mit einem absehbaren, weil sprintstarken Sieger.
Die Vermischung der beiden Disziplinen Skispringen und Skating lässt sich nicht so kompakt verknüpfen wie z. B. beim Biathlon, wo die Waffe mitgetragen wird und aus einem Guss kombiniert werden kann. Die Pause killt in der Kombi den Spannungsbogen. Moderne Sehergewohnheiten mögen kein langes Warten.
Liebe Kombinierer, gebt noch nicht auf, nützt die Weltcups und Weltmeisterschaften für Neues. Einst, noch in beruflicher Verantwortung für diesen wunderbaren Sport, habe ich das Konzept des “Nordic-Flashs” eingebracht. Mithilfe von KI und zusätzlichem Hirnschmalz sollte es umsetzbar sein: Im umgekehrten Weltcupranking springt einer nach dem anderen, in einer Wechselzone, wie beim Triathlon, wird umgezogen und im Minutenstart losgelaufen. Die KI rechnet die erzielten Sprungpunkte während des Laufes um. So steigt das Spannungsmoment im Lauf gegen die Uhr bis zum Schluss. Nach gut einer Stunde ist die Entscheidung gefallen.
Es muss nicht immer Gundersen sein. Der Lauf gegen die Zwischenbestzeiten birgt packende Spannungsmomente bis zum Schluss.
Um bei Olympia “einen Fuß in der Tür zu lassen”, schlage ich eine knackige “nordische Team-Kombi” wie bei den Alpinen vor. Der jeweils beste Skispringer einer Nation bildet mit dem besten Speziallangläufer ein Team.
Der/die Erste springt, nach Überfahren der Sturzlinie startet der/die Speziallangläufer:in. KI rechnet die Sprungpunkte während des Laufes in die Gesamtzeit hinein.
Es belastet die nationalen Quoten nicht, die Athletinnen sind schon vor Ort. Der Langlauf könnte einen seiner vielen Bewerbe als Schützenhilfe für das Format “opfern” . . .