Die weite Fahrt wird nicht belohnt

Altach muss sich im Abendspiel Rapid mit 0:1 geschlagen geben. Ein Punkt wäre möglich gewesen.
Wien Neue Spielzeit, neue Anstoßzeiten. Das mussten auch die Fans des SCR Altach zur Kenntnis nehmen, die am Sonntagabend um 19.00 Uhr bei Rapid gastierten. “Wenn’s um TV-Millionen geht, wird sich immer eine Ausrede zurechtgedreht. Lieber im Stadion schwitzen, als bis Montag Früh im Bus sitzen. Bundesliga: Die Hitze steigt euch wohl zu Kopf”, kommentierten die mitgereisten Anhänger den neuen Sommer-Spieltermin auf vier langen Spruchbändern im Gästesektor. Bei 30 Grad sahen sie keinen schlechten Auftritt der Rheindörfler, aber eine 0:1-Niederlage.

Trainer Ognjen Zaric brachte im Vergleich zur Cuppartie gegen Leobendorf einen Neuen, Niklas Niehoff stand als rechter Wingback statt Rassa Rahmani in der Startelf. Zeit, sich in Wien zu akklimatisieren, bekam Altach aber in Hütteldorf keine. Rapid spielte auf den Block West – und durfte vor diesem schon in der vierten Minute das 1:0 bejubeln. Nach einem Ballverlust von Greil schaltete Rapid blitzschnell um, Petter Nosa Dahl schob Filip Milojevic erst ein Gurkerl, an seinem Abschluss war Tormann Dejan Stojanovic zwar dran, lenkte ihn aber unglücklich ins eigene Tor ab. Rapid drückte nach dem 1:0 weiter, Altach versuchte zu kontern. In der zehnten Minute etwa, Vesel Demaku traf die Hereingabe von der rechten Seite nicht richtig und verpasste aus wenigen Metern den Ausgleich.

Und auch wenn Altach spielerisch in die Partie fand – mit Ballverlusten lud man Rapid regelrecht ein. In der Folge eines Fehlpasses von Benedikt Zech traf das einstige Supertalent Yusuf Demir aus der Drehung das Lattenkreuz (29.). Rapid blieb in der Folge spielbestimmend, Ercan Kara chippte über das Tor (33.), Milojevic rettete gegen Bendeguz Bolla (38.), in der nächsten Aktion verzog Jannes Horn knapp. Immer wieder offenbarten die Gäste Probleme auf den Außenpositionen, und immer öfter war Demir der Verursacher der Probleme. Das 1:0 zur Pause war für Altach glücklich, gleichzeitig nutzte man die Umschalter zu inkonsequent. Kurz vor der Pause legte Diawara auf Greil zurück, der brachte zu wenig Druck hinter den Ball, Hedl hielt im Nachfassen (44.).

Doppelchance in der Schlussphase
Beide Trainer veränderten personell zur Halbzeit nichts, das Spiel plätscherte etwas vor sich hin, die knapp 17.000 Zuschauer sahen wenig Zwingendes. Durch einen Eckball wurde Rapid dann wieder gefährlich, alleinstehend verpasste Neuzugang Tonni Adamsen per Kopf (59.). Bei Altach blieb es dabei – es fehlte lange der Mut. In der 64. Minute ging es einmal schnell, Niehoff zwang Cvetkovic zur Grätsche. Keine Minute später suchte Yann Massombo den Abschluss. Von Trainer Zaric gab es Applaus, solche Szenen wollte der 37-Jährige sehen. Gut 20 Minuten vor dem Ende brachte er mit dem Ex-Austrianer Marko Raguz einen frischen Stürmer. Gefährlich wurde es aber direkt auf der Gegenseite, wo Kara an die Latte köpfelte – allerdings aus Abseitsposition (71.). Zwei Minuten später tauchte wieder Rapids Stoßstürmer auf, verfehlte aber.
Kurios wurde es dann in Minute 78: Rapid-Goalie Niklas Hedl schätzte eine abgerissene Flanke von Massombo komplett falsch ein, der Ball klatschte ans Lattenkreuz, den Abpraller von Raguz parierte Hedl stark. Auf der Gegenseite zeichnete sich Stojanovic gegen Marco Tilio aus (80.). Altach drückte die Gastgeber in den Schlussminuten hinten rein, belohnt wurde das nicht.

Der letzte Altacher Sieg in Hütteldorf datiert damit weiter vom Mai 2019. Die gut 25 Altacher Fans fuhren ohne Punkte wieder nach Vorarlberg, sie werden in den frühen Morgenstunden daheim angekommen sein.
Admiral Bundesliga, 1. Spieltag
SK Rapid – SCR Altach 1:0 (1:0)
Wien-Hütteldorf, Allianz Stadion; 16.795 Zuschauer; SR Jakob Semler
Torfolge: 4. 1:0 Petter Nosa Dahl
Gelbe Karten: 45. Milojevic, 60. Zech
SK Rapid (4-2-3-1): Hedl – Bolla, Cvetkovic, Schöller (61. Raux-Yao), Horn (81. Auer) – Bajicz, Seidl – Demir (81. Wurmbrand), Adamsen (70. Tilio), Dahl (71. Haidara) – Kara
SCR Altach (5-2-1-2): Stojanovic – Niehoff (77. Yalcin), Milojevic, Zech, Jäger, Böckle – Demaku, Bähre – Greil (81. Hrstic) – Diawara (70. Raguz), Massombo