Der große Wälder Traum von der Westliga lebt wieder

Sport / 13.08.2026 • 11:02 Uhr
Egg mit Kapitän Alexandar Petkovic will um den Titel mitspielen. VN-STIPLOVSEK
Egg mit Kapitän Alexandar Petkovic will um den Titel mitspielen. VN-STIPLOVSEKthomas Knobel

Nur ein Klub aus dem Bregenzerwald hat heuer realistische Aufstiegschancen.

Egg Der Bregenzerwald drückt der VOL.AT Eliteliga auch in ihrer achten Saison seinen Stempel auf. Gleich sechs der 14 Vereine kommen aus dem „Would“. Im Kampf um den Aufstieg führt der Weg allerdings zu einem einzigen Klub: Der FC Egg hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich an die Spitze herangearbeitet und zählt diesmal zum engsten Kreis der Titelanwärter.

Ein Aufstieg hätte auch aus regionaler Sicht besondere Bedeutung. Alberschwende, Andelsbuch, Langenegg und Bizau haben in der Vergangenheit bereits in der Regionalliga West gespielt. In der Saison 2027/28 könnte nun wieder ein Verein aus dem Bregenzerwald in der Drittklassigkeit vertreten sein. Egg bringt dafür die besten Voraussetzungen mit.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt klar nach oben. Vor zwei Saisonen belegte die Mannschaft Rang drei, im Vorjahr wurde es Platz vier. Dabei fehlte am Ende gerade einmal ein Punkt auf einen Aufstiegsplatz.

Auch der Zeitpunkt hätte seinen Reiz. Seit fünf Saisonen gehört Egg der Eliteliga an, 2027/28 feiert der Verein sein 80-jähriges Bestehen. Ein Aufstieg zum Jubiläum wäre eine besondere Geschichte. Trainer Joachim „Jokl“ Baur weiß allerdings, wie schmal der Grat zwischen Titelkampf und Rückschlag sein kann.

„Wir müssen die Hausaufgaben in jedem Spiel machen, um eine ordentliche Rolle zu spielen. Man muss es auch relativieren, weil wir einen verdammt kleinen Kader haben und da darf es nicht wie zuletzt Verletzungssorgen geben. Aber wir haben schon eine gute Mannschaft, wenn alle Kaderspieler zur Verfügung stehen. Wir brauchen aber auch das Quäntchen Glück in manchen Situationen“, sagt Baur.

Joachim Baur will mit Egg in die Westliga aufsteigen. VN
Joachim Baur will mit Egg in die Westliga aufsteigen. VNthomas Knobel

Vor allem offensiv muss sich seine Mannschaft vor keinem Konkurrenten verstecken. Mit Jan Stefanon und Dominik Fessler verfügt Egg über eine der stärksten Offensivreihen der Liga. Fesslers Bilanz ist bemerkenswert: Trotz einer langen Verletzungspause erzielte der Angreifer in drei Meisterschaftssaisonen 39 Tore. Dazu kommt ein nicht zu unterschätzender Vorteil: Die Mannschaft ist eingespielt.

Die Konkurrenz ist allerdings beträchtlich. Besonders die beiden Dornbirner Vereine gehören zum Kreis der Aufstiegsanwärter. Admira Dornbirn fehlten als Tabellenfünftem im Vorjahr nur zwei Punkte auf einen Aufstiegsplatz. Der sechstplatzierte Dornbirner SV lag lediglich drei Zähler dahinter.

Bei der Admira muss sich nach dem 80-Jahr-Jubiläum zunächst einiges finden. Sieben neue Spieler sollen möglichst schnell integriert werden. Im vergangenen Frühjahr hatten zahlreiche Verletzungen einen noch stärkeren Angriff auf die Spitze verhindert.

Auch der DSV hat an Qualität gewonnen. Mit Mittelfeldspieler Andre Ganahl und Torjäger Philipp Gassner kamen zwei Verstärkungen aus Hohenems. Die Ambitionen sind entsprechend vorhanden, auch wenn Sportchef Michael Kovacec den Druck bewusst klein hält: „Aufstieg ja, aber kein Muss.“

DSV kann eine Rolle im Aufstiegskampf spielen. VN-STIPLOVSEK
DSV kann eine Rolle im Aufstiegskampf spielen. VN-STIPLOVSEKthomas Knobel

Nicht zu unterschätzen sind Hard und Feldkirch. Damit spricht vieles für einen Titelkampf, in dem sich keine Mannschaft früh entscheidend absetzen dürfte. VN-TK