Schiri-Ärger und Regel-Irrtum

Sport / 30.08.2026 • 12:10 Uhr
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Anteo Fetahu und Co. mussten sich am Ende mit 0:2 geschlagen geben. Umstrittene Szenen waren bei der Partie bei den Young Violets keine Mangelware. gepa

Schwarz-Weiß Bregenz fand sich beim 0:2 bei den Young Violets vom Unparteiischen bedient. Bei einem Aufreger saß man aber einem Irrtum auf.

Wien Unnötig. Unglücklich. Ungerecht. So empfanden die Bregenzer die 0:2 Auswärtsniederlage gegen die Young Violets. Dass man die 8stündige Heimfahrt ohne Punkt im Gepäck und den ersten Sieg einer Bregenzer Mannschaft in Favoriten seit 23 Jahren antreten musste, hatte man sich selbst und laut eigener Meinung zu einem großen Teil Schiedsrichter Achim Untergasser zu verdanken, der von 10 Gelben Karten sieben den Gästen zeigte. Und eines Regelirrtums (Erklärung unten). „Man muss hinterfragen, für was diese Gelben Karten waren“, ärgerte sich Co-Trainer Murad Gerdi und Stürmer Anteo Fetahu ergänzte: „Skandalös. Wenn jede Fifty-Fifty Entscheidung gegen dich getroffen wird, kannst du mehr oder weniger ein Spiel nicht gewinnen.“

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Dabei hatten die im Schnitt 5 Jahre älteren Vorarlberger die Wiener Talente lange fest im Griff. Bezeichnend: Obwohl in Überzahl kam der Gegner erst in der 71. Minute mit einem Schuss von Menshykov, den Aizawa bravourös an die Latte lenkte, zur ersten Großchance aus dem Spiel. Doch vier Schlüsselmomente davor waren entscheidend. Schwarz-Weiß Tormann Joao Paulo sah schon nach 17 Minuten rot, weil er den perfekt per Lochpass bedienten Bruno Jerabek umgrätschte und dabei zu spät kam. Fetahu findet, eine Fehlentscheidung, weil sich Jerabek den Ball Richtung Eckfahne legte – auf jeden Fall aber ein unnötiges Tackling, waren doch noch Verteidiger in der Nähe.

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Schiedsrichter Achim Untergasser hatte einiges zu tun. gepa

Zweite Schlüsselszene: Der neue Bregenz-Rechtsverteidiger Rodrigo Souza schob seinen Körper bei einem hohen Ball vor Austria-Stürmer Hausjell, um ein Foul zu ziehen, brachte dabei aber selbst den Gegner zu Fall, der das Elfergeschenk (44.) dankend annahm. Gerdi findet: „Kein Elfer“ – auf jeden Fall aber sehr ungeschickt. Dritte Schlüsselszene: Der starke Fetahu ließ die  Abwehr aussteigen, scheiterte dann aber allein vor dem Tor an Austria- Tormann Blazevic „Den muss ich machen. Da habe ich zu lange überlegt.“ Dazu setzte der eingewechselte La’Sean Sealey den Nachschuss stümperhaft vorbei (50.).

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Es war zum Haare raufen für SWB-Coach Martin Brenner. gepa

Eine vierte Schlüsselszene ließ die hitzigen Gemüter überkochen. Die Vorgeschichte: Atsushi Zaizen rannte mit dem Kopf gegen das Schienbein des vor ihm rettenden Blazevic (38.), sah dafür Gelb. Er spielte noch weiter, wurde aber in der Halbzeit wegen einer Gehirnerschütterung ausgetauscht. In so einem Fall gibt es laut internationalem Regelbuch die Möglichkeit sechs statt fünf Spieler zu wechseln. Als in den letzten 20 Minuten Fetahu nur noch über das Feld hinkte, wollte Bregenz diesen sechsten Wechsel machen, durfte es aber nicht. Die Aufregung war gewaltig. Allerdings zu unrecht. Auf VN-Nachfrage klärt der oberste Regelexperte Markus Hameter auf: „Diese Regel gilt zwar beispielsweise in der Premier League, in Österreich wie in vielen anderen europäischen Ländern aber nicht. Denn, ob man die Regel umsetzt, liegt an der jeweiligen Wettbewerbsorganisation.“ Zumindest hier war der Bregenzer Ärger also völlig unberechtigt. CHK