“Mit 27 Jahren war ich für viele schon zu alt”

Sport / 10.09.2026 • 18:03 Uhr
Valentino Müller, Austria Wien
Valentino Müller im violetten Dress von Austria Wien. Der Ludescher unterzeichnete einen Vertrag beim Traditionsverein bis 2027. Verein/Shadek

Valentino Müller über die Gründe, warum es so lange dauerte, bis er einen neuen Arbeitgeber fand.

Wien Am Ende ging es schnell. Innerhalb von nur wenigen Tagen unterzeichnete Valentino Müller letzten Montag einen Vertrag bei Austria Wien bis 2027. Doch in den Wochen davor musste sich der 27-Jährige schwer in Geduld üben.

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Denn der zentrale Mittelfeldspieler entschied sich nach Auslaufen seines Vertrages im Sommer bei der WSG Tirol bewusst, sich auf Vereinssuche zu begeben, “um noch einmal eine sportlich reizvolle Aufgabe für mich zu finden. Dabei stand für mich klar im Fokus, dass ich nicht nur als Spieler, sondern auch als Mensch den nächsten Schritt gehen wollte”.

"Mit 27 Jahren war ich für viele schon zu alt"
Valentino Müller erzielte in der abgelaufenen Saison zehn Tore für die WSG Tirol. Dazu lieferte er noch vier Assists. gepa

Der Ludescher war bereit, in die große Fußballwelt auszuziehen, “ich war sozusagen offen für alles, wobei der sportliche Anreiz klar im Vordergrund stand. Es gab auch Angebote aus Ländern wie Dubai, Vietnam oder China, die finanziell sehr lukrativ waren, aber da hat mir der sportliche Hintergrund eben gefehlt”. Deshalb waren die Sommermonate “auch herausfordernd”, wie Müller erklärt, “weil man nicht damit rechnet, dass es sich so schwer gestaltet, den für alle Seiten richtigen Klub zu finden”.

Wiederverkaufswert

Während jener Wochen des Wartens und der Verhandlungen mit Klubs im Ausland wurde dem Ludescher aufgezeigt, auf was im internationalen Fußball geachtet wird: “An erster Stelle steht der Wiederverkaufswert, und da war ich für viele Interessenten mit meinen 27 Jahren tatsächlich schon zu alt. Weiters läuft vieles sehr datenspezifisch ab. Wie viele Zweikämpfe, wie schnell ist man, wie viele Kilometer läuft man im Match, die Körpergröße und vieles weitere spielen da mit hinein. Dazu kam auch noch der Umstand, dass ich ein Spieler bei einem kleinen Klub wie der WSG Tirol in einer kleinen europäischen Liga war. Da half es auch nichts, dass ich die wohl beste Saison meiner Karriere gespielt habe”.

"Mit 27 Jahren war ich für viele schon zu alt"
Valentino Müller feierte sein Bundesliga-Debüt als 17-Jähriger am 25. September 2016 gegen Salzburg. gepa

Insgesamt elf Pflichtspieltore erzielte er in der abgelaufenen Saison für die WSG, lieferte dazu fünf Assists und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Wattener den Klassenerhalt souverän erreichten. Eine bessere Visitenkarte für einen defensiven Mittelfeldmann kann es wohl nicht geben, um für andere Klubs interessant zu sein.

Nächster Schritt bei Traditionsverein

Und doch dauerte es. “Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass ich erst im September einen neuen Klub habe”, gibt Müller zu und ist aber gleichzeitig happy, dass es mit der Wiener Austria klappte. “Die Gespräche waren von Start weg sehr intensiv, und beide Seiten haben sofort gespürt, dass es passen kann. Dazu kommt, dass ich Spieler wie Johannes Handl, Manfred Fischer und auch Trainer Stephan Helm aus meiner Vergangenheit kenne. Mich reizt die Aufgabe, bei einem Traditionsverein meinen nächsten Schritt machen zu dürfen, sehr.”

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Müller sieht sich im aktuellen Kader der Wiener Austria als “Bindeglied zwischen den vielen jungen Kickern und einigen sehr routinierten Spielern. In meiner Altersklasse gibt es nicht viele beim Klub. Da will ich ab sofort mithelfen, dass wir uns stabilisieren und die Austria wieder dorthin bringen, wo sie hingehört”.

Dass der 27-Jährige am Sonntag (14:30 Uhr) just gegen den ehemaligen Ländle-Rivalen Austria Lustenau erstmals im violetten Dress auflaufen könnte, juckt ihn wenig. “Egal gegen wen, ich will so schnell wie möglich in meine neue Mannschaft hineinwachsen”, so der Ludescher, der mit Frau Luise derzeit auf Wohnungssuche in der Bundeshauptstadt ist.